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Various Artists

Black & Proud - The Soul Of The Black Panther Era Vol. 1 & 2 - Trikont

Text: Didi Neidhart | 14.06.2003

Die »Black Panther Party For Self-Defense« wurde im Sommer 1966 vom Jus- und Philosophie-Studenten Huey Newton und dem ehemaligen Raketen-Ingenieur der US-Army (!) Bobby Seale gegründet. Das dringlichste Ziel ihres 10-Punkte-Programms hieß: »Ein sofortiges Ende der Polizeibrutalität und Ermordung schwarzer Menschen«. Anfang der 70er Jahre ist die »Black Panther Party« - laut FBI-Chef Edgar J. Hoover »die größte Bedrohung für die innere Sicherheit Amerikas« - so gut wie komplett zerschlagen. Die aus den Wahlen 1968 hervorgegangene Nixon-Administration hatte mittels des berüchtigten »Counter Intelligence Program« (COINTELPRO) fast alle »Panthers« entweder ermordet (z.B. durch Bombardements ganzer Häuserblocks in denen sich »Black Panther«-Büros/Wohnungen befanden) oder zu meist lebenslangen Gefängnisstrafen verurteilt. Mit ein Grund dafür war auch die Angst und Paranoia vor einer »sozialistischen« Revolution innerhalb Amerikas. Denn im Gegensatz zum Integrations-Konzept von Martin Luther King und den segregationistischen Separations-Ideen der Nation Of Islam wendete sich das an Frantz Fanon, Che Guevara, Malcolm X und Mao Tse Tung orientierte Revolutions-Konzept der »Panthers« nicht nur weltweit an alle anderen linken »Befreiungsbewegungen« (auch an solche, die gegen schwarze Diktatoren in Afrika kämpften) sondern auch an gleichgesinnte Weiße (was in Detroit dann auch zur Gründung der »White Panther-Party« durch den »Downbeat«-Jazzkritiker und MC5-Manager John Sinclaire führte). Neben der Reihe »Stand Up & Be Counted« und der leider längst vergriffenen »Revolutionary Hymns«-Box (u.a. mit The Last Poets, Charlie Hayden, The Black Voices, Albert Ayler, John Coltrane, Ornette Coleman, Max Roach) bewegt sich auch »Black & Proud« in jenem »Black Power«-Kontexten, die als (theoretische wie praktische) Quellen von HipHop als dem vielbeschworenen »Black CNN« gelten. In letzter Zeit wurden diese dezitiert politischen Aspekte von Soul ja auch von Reggae-Samplern wie »Studio One Soul« und »Darker Than Blue: Soul From Jamdown« verstärkt verhandelt. Weshalb wir auf »Black & Pround« natürlich ebenso Reggae von Derrick Harriott (»Message From A Black Man«) und Earl Sixteen (»Malcolm X«) zu hören bekommen wie Funk, Soul, Jazz und Proto-HipHop. Mit dabei auch »Black Power«-Hardcore-Acts der Extraklasse mit programmatischen Namen wie Sons Of Slum, Segments Of Time. S.O.U.L., Ghetto Reality oder Sounds Of Black.

Text: Didi Neidhart | 14.06.2003

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