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Drexciya

Grava 4 - Clone

Text: Heinrich Deisl | 15.06.2003

Destination Planet Drexciya: Zu Beginn der Platte schieben sich dunkle Elektronensmogwolken über den verhangenen Himmel, der Rhythmus ist einer, der die Sklaven, die in der Druckkammer des interstellaren Raumschiffs Drexciya schwitzen, antreibt. Auf einem Innerlabel sind Quasarstürme abgebildet.

Nachdem sich das Detroiter Techno-Duo seit 1993 der Erforschung des Unterwasseratlantiks Drexciya angenommen hatte, tritt »Grava 4« wie ein großer Titan aus dem Wasser und bereitet sich zum Absprung in die Wurmlöcher entfernter Galaxien vor. Leider kam dem ganzen der nicht ganz überraschende Tod eines Drexciya-Forschers dazwischen, dadurch wurde das Geheimnis dieser betont gesichtslosen Band gelüftet. (Wahrscheinlich ist es nicht Zufall, dass die neue Transllusion-Scheiben »L.I.F.E.« und »The Third Eye« heißen.) »Jede Drexciya EP [...] militarisiert die Atlantisutopien der 70er (Parliament) und 60er (Hendrix). [...] Drexciya fiktionalisieren Frequenzen zu Soundbildern unwirklicher Umwelten - was Kraftwerk »Tonfilme« nannten -, in denen es weniger Autos, Fahrräder oder Züge gibt als vielmehr Schallfahrzeuge«, schrieb Kodwo Eshun in »More Brilliant Than The Sun«. In seinem Buch war Eshun der submarinen Mythologie auf den Grund gegangen, die Ausweitung der Kampfgebietszonen auf den Planeten Drexciya ist ein nur konsequenter Paradigmenwechsel. Tracks wie »700 Million Lightyears From Earth« und »Astronomical Guidepost« sind die offensichtlichsten Hinweise, die Mission war mit der Entdeckung des Planten Dexciya vor rund einem Jahr erfolgreich: »Earth has finally discovered Utopia (Drexciya home universe)«, vermeldet das Plattencover. Das sozusagen postum auf dem belgischen Label Clone herausgebrachte Album ist ein »Space«-Manifest und ein Vermächtnis zugleich. Die Nadel fallengelassen auf ihre Arbeitsprinzipien »r.e.s.t.: research, experimentation, science, technology«, löst der straighte Bass rhythmisierte Schallstürme aus und macht die Hörer zu »Hightech Nomads«. »Grava 4« ist wieder mal kein Yota von den stilprägenden rudimentären Klang- und Rhythmuskomplexen entfernt, die funky Basslines evozieren heftigste Bildereruptionen in der Zirbeldrüse. Stellen Sie das Rauchen ein und schnallen Sie sich an. Planet Drexicya kommt in Sichtweite. Death is not the end, just another beginning. Over and out. Thank you.


Text: Heinrich Deisl | 15.06.2003

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