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Der Base-Rec.Sampler, getaktet für das tägliche »nine to five«

Text: Heinrich Deisl | 28.02.2001
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Acht Stunden Musik auf einer CD: Wenn sich da den Majors mal nicht die Nackenhaare aufstellen. Oder wäre das was, dem Konsumenten eine CD um den achtfachen Preis andrehen zu wollen? Könnte schwierig werden. Für all das und einiges mehr gibt es »Nine>Five«.

Die neue 16-Track-CD des Linzer Base-Rec.-Labels bannt per MP3-Datenkomprimierung ganze acht Stunden Musik auf einen einzigen Silberling und versammelt den Großteil der Base-Posse in da mix. Das kann nur ein neuer Untergriff gegen die Major-Industrie sein, sieht doch Labelchef Fadi Dorninger vor, die CD zum Regulärpreis anzubieten. Nicht auszudenken, was passiert, wenn dieses Beispiel Schule macht.
Der übliche Arbeitstag sieht ja bekanntlich acht Stunden Arbeit vor. Genau für diese Zeit wurde diese CD konzipiert. In welchem Drittel des in Job, Schlafen und Restzeit aufgeteilten Tagesabschnittes »Nine>Five« gehört wird, sei jedem selbst überlassen. But be warned: Die Mischung aus experimentellen Soundscapes, verhatschtem D'n'B und ambient-lastigen Feedback-Drones erfreut eventuell nicht alle Arbeitskollegen.
Die Überschwenglichkeit in Ehren, back to work. Stilmäßig bewegt sich die Compilation in den bekannten und doch immer wieder neu zu entdeckenden Exploitation-Terrains zwischen Analoggeblubber, im Raum stehen gelassenen Noise-Schleifen, die sich mal mehr, mal weniger stark in der Erinnerung festfressen oder sich auf direktem Wege in die Magengrube bohren und Festplatten-Ausschlachtungen unterschiedlichster Genres. Manche Tracks sind Abtragungen der Base-Archiv-Altlasten, einige sind Konzertmitschnitte, andere wieder erst für »Nine>Five« aufgenommene Nummern. Aus dem Pool des heimischen und amerikanischen Namedroppings sind u. a. zu erwähnen: Linschinger/Jauk, Aural Screenshots/James Plotkin, Kobermaier, Familie Seelig, Eleven, Dual 606, BKA, MNortham, Alois Huber und Dorninger himself.
»Nine>Five« ist nicht nur, was die Musik anlangt, ein gutes Teil, das ein umfangreiches Statement zur Labelpolitik von Base darstellt, sondern eröffnet darüber hinaus Strategien, Musikproduktion und die Weitergabe an den Konsumenten neu zu überdenken. Aller Wahrscheinlichkeit nach sind derartige Sampler nur in Marginal-Bereichen möglich, denn wer gibt sich schon mit einem - zumindest theoretischen - Achtel der Lizenz- und Distributionseinnahmen zufrieden.

Nine>Five; mp3-CD; Base Rec./ Mego
Systemanforderungen: ca. 500 MB Speicherplatz und eine Menge Arbeits-/Freizeit.

Text: Heinrich Deisl | 28.02.2001

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