Edvard Bredok weiß nicht, wohin ihn sein Weg noch führen
wird. Er weiß nur genau, wohin es ihn im Augenblick zieht - zur Musik.
So klar, wie die Entscheidung nun für Bredok auf der Hand
liegt, fiel sie nicht immer aus. Zu vielseitig waren seine Interessen, die sich
neben der Klangbilderzeugung vor allem auf die darstellende Kunst bei Film und
Theater erstreckten. So hat Bredok denn auch im Lehramtszweig Musik und Drama
studiert, hinter letztgenanntem Fach allerdings bereits den Schlussstrich
gezogen. Die Schauspielerambitionen sind nicht ad acta gelegt, sondern nur auf
später verschoben. Mit an Jahresringen ablesbarer Lebenserfahrung lässt sich
sehr wohl noch im Filmgeschäft Fuß fassen, während dagegen Musik durchaus von
der Jugend profitiert. Im Idealfall gehen die Bereiche symbiotisch ineinander
über, schlussfolgert zumindest Bredok. Da er seine Zeit nicht mehr auf eine
Projektvielfalt verteilt und die Aufmerksamkeit zu bündeln weiß, waren die
letzten Monate für Bredok hochkonzentrierte in Sachen Musik. Am Ende gelang es
ihm sogar, das Ziel »Wiederaufnahme der
Konzerttätigkeit« zu erreichen. Immerhin nach einer
mehrjährigen Ruhezeit: Seit August 2000
hatte er keine Bühne mehr von oben gesehen. Die Sendepause ist eingetreten,
weil er damals nicht mit sich zufrieden war. Noch war er in seiner Soloform
eher vom Typ Kleinbastler, der am liebsten im Wohnzimmer an seinen Tonspuren
frickelt und sich außerhalb der eigenen vier Wände an der Atmosphäre verkühlt.
Auf seinem Erstling »Instant Critique« versucht er, Melodien über Bruchstücke
stolpern zu lassen. Ohne weiteres, aber sehr treffend, würde er damit ins
Vorprogramm von Kaada passen. Unter dem Decknamen La Mascara Snake schließt er
auf »...
goes fishing« mit Bandunterstützung an den elektronischen
Schwung in seinen sanftgeformten bis ruppigen Songs an. Mittlerweile ist er
dabei, im Proberaum neue Stücke zu erarbeiten, die sich später von den
bisherigen Veröffentlichungen unterscheiden sollen. Das kommende Album soll
konsequenter werden und sicherer an einem Stil festhalten, der sich bis dahin
nach zahlreicheren Auftritten gefestigt haben sollte.
»Instant Critique« und »... goes fishing« sind bei Osito Records erhältlich.
http://www.ositorecords.com