Shortcuts: »Der Kick«, »Half Nelson«
Events: Gespräch, Diskussion »Love Peace & Destruction«
Heute werden Dario Argentos Streife »Jenifer«, sowie John Carpenters Film »Cigarette Burns« gezeigt. Argento thematisiert die alte Legende von »The Beauty And The Beast«. In »Jenifer« vereinen sich jedoch »Schönheit und Terror« in einer Person. Die erotische Dame mit dem schönen Körper hat nämlich ein fürchterlich zur Fratze verzerrtes Gesicht.
Carpenter präsentiert eine meisterhafte Erzählung. Schwache Gemüter seien aber hiermit eindeutig gewarnt, der Film kommt nämlich in der grauslichen Uncut-Version daher.
Mr. Bellinger (Udo Kier), ein passionierter Filmsammler, beauftragt den Filmvorführer Kirby Sweetman, eine Kopie des Films »La fin absolue du monde« zu beschaffen. Der Streifen wurde bisher nur bei einem Filmfestival gezeigt und gilt seit damals als verschollen. Der Streifen soll derart grausam sein, dass er tief in die Psyche aller dringt, die ihn gesehen haben. Sämtliche Darsteller sind bereits verstorben und die Zuseher haben sich nach der Vorstellung gegenseitig bestialisch ermordet und das Kino in Brand gesteckt.
Bellinger zeigt Sweetman ein groteskes, engelartiges Wesen in Ketten gefesselt. Dem »Engel« wurden die Flügel abgeschnitten. Bellinger erklärt, dass das Leben dieses Geschöpfs auf ewig mit dem gesuchten Film zusammenhängt. Wird das Negativ zerstört, so endet auch des Engels Leben. Sweetman macht sich auf die Suche nach der Filmkopie und entdeckt immer mehr Grausamkeiten, die mit diesem Werk verbunden sind. »Cigarette Burns« thematisiert geschickt auch die Sammelleidenschaft fanatischer Liebhaber, die keine Skrupel mehr kennt.
Heute um 13:30 Uhr in der Urania
»Veruschka
- Inszenierung (m)eines Körpers«
Die
Dokumentation von Paul Morrissey und Bernd Böhm thematisiert das Leben des
einstigen Supermodels Veruschka alias Vera von Lehndorff. Veruschka war eine
Stilikone der sechziger Jahre, Cover auf unzähligen Modemagazinen, Mitwirkende
in Antonionis »Blow Up« und Liebkind
der Kunstszene. Dali hat sie einst mit Rasierschaum zur Skulptur »gemacht«. Später erlangten ihre
Ganzkörperbemalungen, die sie zusammen mit Holger Trülzsch entwickelt hatte,
Weltruhm, und die Fotografien, in denen sie ganz mit der Umgebung zu
verschmelzen scheint, fanden den viel gelobten Einzug in den Kunstraum.
Veruschka, einst Studentin an der Hamburger Kunstschule, die ein Jahr damit verbracht hatte Steine zu malen, erzählt von ihrem Leben. Zahlreiche Archiv-Ausschnitte und Bilder illustrieren ihren Werdegang.
Es scheint aber, als diene die Dokumentation, dem Titel ähnlich, tatsächlich der völligen Selbstinszenierung Veruschkas. Der collagenhafte visuelle Stil des Films kommt überdies manchmal als gar zu poppig daher.
Heute um 21:00 Uhr in der Urania.
Shortcuts:
»Der
Kick«
Andreas
Veiels neuer Film mutet sehr experimentell an. Thema ist ein Vorfall der sich
2002 in Potzlow/Brandenburg ereignet hat. Zwei Burschen quälen stundenlang
einen Sechzehnjährigen zu Tode. Veiel hat unzählige Interviews mit den Tätern,
deren Angehörigen, sowie Angehörigen des Opfers geführt. Die Texte im Film
werden von zwei Schauspielern vorgetragen. Dem Film geht auf ein gleichnamiges
Bühnenstück zurück.
Heute um 18:00 Uhr im Künstlerhaus
»Half
Nelson«
Der Film
handelt vom Highschool-Lehrer Dan Dunne, der seinen Schülern
Selbstverantwortlichkeit beibringen möchte. Doch Dunne führt ein Doppelleben
und unterhält einen zunehmenden Drogenkonsum. Als er von einer seiner
Schülerinnen ertappt wird entwickelt sich daraus Widererwarten eine
Freundschaft. Ein Film der mit viel Einfühlungsvermögen komplexe Charaktere
zeigt und mit einem Soundtrack von Broken Social Scene aufwarten kann.
Heute um 20:30 Uhr im Gartenbaukino
Events:
Um 15:00 Uhr hat die Viennale ein Gespräch mit einem Überraschungsgast angekündigt, man darf also gespannt sein. Um 18:00 Uhr gibt es dann eine hochkarätige Diskussion mit Kenneth Anger, Peter Whitehead, Paul Morrissey, Agnes Varda, Veruschka und vielen mehr.