Die 6. Veröffentlichung der französischen Avant-Rock-Formation Ulan Bator hat mit »d-construction« einen programmatischen Titel. Dafür haben sie tief in die Trickkiste diverser Sampling-Stars gegriffen. Auf der EP jagt
Otomo Yoshihide den Track »Radio Disco« durch den Reisswolf, holt sich Sinuswellen-Unterstützung von Sachiko M., packt die Drum-Machine von Masuko Tatsuki und Versatzstücke seiner Ex-Band Ground Zero dazu und macht daraus eine feine Noise-Rock-Nummer. Scanner vergeht sich an »Silence« und Erik M. nimmt sich »Vol Aux Vents« vor. Beide Tracks sind so gemixt, dass dabei die eigene Handschrift eher zum Vorschein kommt als das Originalmaterial. Der Elektro-Akustiker Carl Stone formt die Ressourcen in Richtung Turntable-Abuse à la Christian Marclay oder O. Yoshihide. »d-construction« ist ein kompaktes Stück Musik, das aktuelle Mix- und Samplestrategien zwischen Gitarren- und Elektronikmusik einmal mehr auslotet und Ulan Bator sicherlich ein erweitertes, grenzüberschreitendes Publikum beschert.