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»fluchtlinien. kunst und trauma«

Sat 26.05.2012 | diverse @ ottakring

SOHO-Fluchtlinien und Porzellanhüften
Wie wurden und werden gesellschaftliche Traumata wie der Holocaust oder das existenzielle Drama von heutigen Flüchtlingen, von denen viele vor unserer Haustüre elendiglich zu Grunde gehen, in der Kunst verarbeitet? In der Ausstellung »Fluchtlinien. Kunst und Trauma« bildet das Motiv der Fluchtlinien den roten Faden, die angesichts traumatischer Erlebnisse Auswege zeigen, von all zu schrecklichen Erinnerungen ablenken, vor der Leere bewahren, Entwurzelungen kompensieren und schließlich Hoffnung geben. Angesprochen sind Flüchtlinge, MigrantInnen und Holocaust-?berlebende der ersten, zweiten und dritten Generation.

Doch nicht nur die bildende Kunst, sondern auch Musik soll zum Trauma-Thema werden: In dem Buch »Die Heebie-Jeebies im CBGB's« erklärt Steven Lee Beeber seine für die USA gültige Theorie der jüdischen Wurzeln des Punk.

Punk sei die sozusagen naheliegendste Musikform für die Kinder der Holocaust-?berlebenden, die sich von anstrengenden, aber geliebten Eltern abgrenzen mussten, gleichzeitig deren Verfolgung anerkennen, aber mit mühsamen Traumata-Folgen im Alltag umgehen mussten. Beeber bringt unzählige Beispiele.

Ob aber Porcelain Hip, die boy group von vier Tenören des Wiener Jüdischen Chors und der Chanteuse Elinor Mora mit ihrem »Electronic-Performance-Trash-Cabaret-Pop in pornophonic symphonic surround-sound« auch in diese Richtung und Tradition passt, bleibt dem geneigten Publikum überlassen.

Franz Hautzinger (siehe auch Seiten 18-19 sowie Lippen/Trompeten-Trauma-Interview auf skug.at) wird am 16. Mai bei der Eröffnung der von Birgit Haehnel und Kerstin Kellermann kuratierten SOHO-in-Ottakring-Ausstellung zu einer Performance von Kazuko Kurosaki trompeten. Und Porcelain Hip wird am 19. Mai nach der Podiumsdiskussion »Fluchtlinie Kunst. Bildsprache Trauma. Holocaust ?berlebende 2. und 3. Generation«, bei der auch Porcelain Hips »leading star«, der aus London stammende Musiker Joshua Korn am Podium sein wird, ein Konzert geben. »Mit Hilfe der Musik nimmt Porcelain Hip die Welt, die du kennst, dreht und wendet sie und erstellt sie auf eine Weise neu, dass du die komplexen Emotionen siehst, die unter der Oberfläche verborgen sind«, so Joshua Korn.
redaktion

»Fluchtlinien. Kunst und Trauma«: 16.-26. 5.
Alte Schieberkammer/Wasserwerk am Wiener Meiselmarkt
www.sohoinottakring.at
diverse @ ottakring, - 1160 vienna

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