Various Artists
»Trevor Jackson Presents Metal Dance« - Hoanzl//Strut
Soviel anti-frivole Tanzmusik zwischen ernsthafter Strenge, Springerstiefeln und Militärklamotten, Fetish-Kostümen und »Tanzen Verboten«-Grooves auf einmal durchzuhören ist schon kurios. Und generiert ebenso komische Gedanken. Ist EBM vielleicht nichts anderes als ein Progrock-Kuckucksei? Verhält sich das »Dance« in »Metal Dance« zu »Dance« (also Disco, Tanzen, Arschwackeln) nicht ähnlich wie das »Pop« in »Austro-Pop« zu »Pop« an sich? Ist Skrillex vielleicht nur die Weiterführung des Disco Demolition Derby mit anderen Mitteln?
Vielleicht liegt es ja auch an der Auswahl. Außer Nitzer Ebb, Cabaret Voltaire (natürlich »Second To Late«), Alien Sex Fiend, Mark Stewart (der Vincent Price's »Thriller«-Gelächter mit »I Feel Love« zerhackstückelt) oder Jah Wobble (der sich beim »Exotic Decadent Disco Mix« von »Invaders Of The Heart« zwar auch nicht so recht zwischen Dub-Zaubereien und Live-Jam entscheiden kann, aber wenigsten Tanzmusik macht) verweist wenig auf das, was später in Detroit (oder bei Underworld, The Prodigy) aus dieser Musik wurde.
Dementsprechend finden sich die wirklichen (Wieder-)Entdeckungen entweder im ESG-Territorium (Honey Bane), im Dominatrix-Terrain (Diseno Corbusier) oder »in Dub«. Einmal mit viel Blubber (The Bubblemen), einmal als Mutation (Stanton Miranda).
Der für diese Compilation namens gebende Track (»Metal Dance« von SPK) zeigt dann auch, wie selbst ein Klassiker (Dominatrix meets den »Sex Dwarf« von Soft Cell) mit der Zeit fast zur Parodie seiner selbst werden kann. Vielleicht sollte das nächste Mal jemand wie Juan Atkins um seine »Metal Dance«-Faves gefragt werden.
Referenzen:
- Artist: Various Artists
- Label: Hoanzl, Strut
- skug : 91




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