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The Real McCoy - Music in Black and White

Text: Hans Grausgruber | 07.02.2013
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Sadar Bahar

Zuerst zwei Empfehlungen aus dem reichhaltigen Angebot von Ace Records, beide im Crossover zum gepflegten weißen Popmarkt: »Rolling with the Punches. The ALLEN TOUSSAINT Songbook« kompiliert (etwa fifty-fifty) schwarze und weiße Interpreten der Songs von Musiker- und Produzentenlegende Allen Toussaint - zwei Dutzend Klassiker: z. B. Boz Scaggs mit »Hercules«, Z.Z. Hill mit »Whoever's Thrilling You (Is Killing Me)«, Maria Muldaur mit »Brickyard Blues«, Millie Jackson mit dem unpackbaren Titelsong oder Frankie Miller mit »Shoo Rah« und 19 solcher Killer mehr.

Nicht minder mit Klassikern bestückt: DAN PENN: »The Fame Recordings«. »Keiner singt Dan Penn wie Dan Penn«, steht auf dem Cover. Die Songs kennt man (fast) alle. Sie stammen alle aus der Feder Penns (meist in Zusammenarbeit mit Spooner Oldham) - »Come Into My Heart«, »The Thin Line«, »It Tears Me Up«, »Living Good« -, aber zu Hits haben sie andere gemacht. Bloß eine Handvoll dieser Songs hat Penn selbst als Single veröffentlicht, den Rest hat er auf die Schnelle im Studio mit Band eingespielt, um einen Eindruck davon zu vermitteln, wie's klingt ??

SADAR BAHAR »Presents Soul in the Hole« (bbe/Hoanzl). »A Journey into Funk/Soul/Boogie & Disco from one of the worlds deepest DJs«, steht da auch noch am Cover zu lesen. Rockin' Funk & Boogie - aber Soul? Johnny Harris fällt als Opener dieser Compilation quasi gleich mit einem High-voltage-Electro-Boogie ins Haus. Hier wird keine Zeit auf Soul verschwendet, das Relaxeste, was man zu hören kriegt, ist 70s-Disco (wie Calender mit »Comin'On Strong«) oder Housiges (wie Poetiquette). Kompilator Bahar wollte von Anfang an seine Orden mit raren Teilen verdienen - und dementsprechend ist die Auswahl hier, von der unsereins kaum etwas kennt und die überwiegend aus den 70s stammt, wie ich via Discogs abcheckte. Anfänglich leicht überfordert, bin ich inzwischen ein Fan dieser Compilation geworden - funkyfied, sozusagen.

NEWBAN - die Mittsiebziger-Band dieses Namens spielte eine elaborierte Soul-Jazz-Fusion mit afrikanischen Percussion-Falvours. Als sie dann 1977 von Herb Alpert für A&M unter Vertrag genommen wurde und auf seinen Wunsch ihren Namen auf das griffigere Atlantic Starr änderte, feierte sie große Erfolge mit soulig-sanftem R&B. Dass die Band als Newban viel mehr Funk hatte, kann man nun auf der CD »Newban/2« (bbe/Hoanzl) nachhören, die ihre zwei LPs plus drei unveröffentlichten Tracks umfasst. Tatsächlich klingen Newban wie ein Blueprint für diverse englische Acid-Jazz-Acts um 1990, z. B. Brand New Heavies. bbe bietet Vergleiche mit Earth, Wind And Fire oder Cool & The Gang an. Mit all ihrem Optimismus und der eleganten Verve gehören Newban sicherlich zum Besten, das jene Epoche in diesem Stil zu bieten hatte.

Nicht unbedingt ein großer Jazz-Hörer, bleibe ich doch gelegentlich an einem Jazz-Album kleben, insbesondere wenn es, wie dieses hier, mit Soul, R&B und ein bisschen funky HipHop angereichert ist. Die Rede ist von THE RONGETZ FOUNDATION, eine lose Formation des französischen Trompeters Stephane Ronget, der in New York lebt und dort junge Talente und alte Meister für seine Alben zusammen und eine erstaunliche Mischung aus allen möglichen Jazz-Spielweisen unter einen Hut bringt: »Brooklyn Butterfly Session« (Heavenly Sweetness/BrokenSilence) ist smooth und edgy, relaxed und elaboriert zugleich, ein erstauliches Album, das ein bisschen wie aus einer anderen, besseren Zeit klingt.

Text: Hans Grausgruber | 07.02.2013

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