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Signmark in Kreuzberg - deaf HipHop meets Horchkultur.

Text: Pico Be | 29.01.2013
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Fotos (1&2): Malte Ludwigs
Gebärdendolmetscherin: Joanna Martin
Pico Be fuhr für uns nach Berlin. Anlässlich seines Gastspiels im SO36, (10. 1. 2013) gewährte der gehörlose finnische Rapper Signmark skug ein spannendes Interview. Unbedingt bis zum Abspann weiterlesen. The Who? können auf diese Frage nicht mehr antworten

Unterwegs nach Berlin begleitet mich »Die Laute«, der neueste Roman von Michael Roes. Ich blicke darin auf eine Welt mit den Augen eines gehörlosen Jemeniten, der in Krakau Komposition studiert. Oha, denke ich, die Zeit scheint reif für einen neuen Konstruktivismus. Einen, in dem die unvorbelastete Phantasie eines Tauben von Nöten ist, um der Welt der Hörenden den Sinn für die Musik zurückzugeben. »Jede zeitgenössische Oper ist ein Singspiel für Taube«, heißt es da, und ich erfahre, dass Daniel-François-Esprit Auber bereits vor hundertfünfzig Jahren die Kühnheit besaß, sein Werk »La muette de portici« mit einer stummen Ballerina zu besetzen. Damit versuche ich mich also einem von Wolfgang Müller, Dr. An Paenhuysen und der Sinneswandel GmbH im Rahmen der Ausstellung »Gebärde Zeichen Kunst. Gehörlose Kultur - hörende Kultur« (siehe skug #93, 1-3/2013 und skug.at) organisierten Konzert von SIGNMARK anzunähern. Signmark, ein gehörloser Finne, der Mainstreampop und Rap in Gebärdensprache übersetzt und performt. Eine kulturelle Fallhöhe zu dem »Laute«-Komponisten, die nur auf den ersten Blick unpassend erscheint; hat Signmarks großes Vorbild Coolio nicht eigentlich die Nähe zur klassischen Hochkultur gesucht? »I?ll CU When You Get There« etwa, einer seiner Hits, basiert auf dem Sample einer Einspielung von Johann Pachelbels »Canon in D Major«. Dass Coolio mit der Coverversion eines blinden Musikers populär wurde ist dabei nur eine ironische Randnotiz ... manchmal gehen die Sinneswandlungen einfach Hand in Hand.

Gleich nach meiner Ankunft am Bahnhof Berlin Südkreuz: Zwei gestikulierende Gehörlose - tatsächlich die ersten Personen, denen ich zufällig im S-Bahnabteil gegenüberstehe. Willkommen in Synchronicity?
Das Konzert findet im SO36 statt, jenem legendären Club, wegen dem Martin Kippenberger einst ganz handfest zu seinem »Dialog mit der Jugend« inspiriert wurde. An diesem Abend ist es aber ausgesprochen entspannt und friedlich. Neugierige Gehörlose wie Hörende finden sich langsam im Konzertsaal ein, während ein äußerst gut gelaunter, breit grinsender und gesprächiger Signmark in der Cafetería alle Zeit der Welt zu haben scheint, um, über den Umweg der Gebärdendolmetscherin Joanna Martin, skug Rede und Antwort zu stehen.

Steht SIGNMARK speziell für dich als Texter und Performer, oder ist SIGNMARK auch als Name einer Gruppe, als Bandname, zu verstehen?
SIGNMARK_009.jpgNein. Signmark steht für mich, für meine Person. Ich arbeite mit verschiedenen Leuten zusammen.
Als ich anfing, wollte ich nicht meinen echten Namen benutzen, ich wollte einen Künstlernamen. Es sollte ein Name sein, der zu mir passt, der etwas mit der Gebärdensprache zu tun hat. So kam ich auf »Sign«, also englisch für Zeichen, und »Mark« - mein echter Name. Ok, eigentlich heiße ich Marko. Ich hab einfach ein »o« weggelassen. Die Sache mit der Gebärdensprache im Namen zu verankern war mir wichtig. Damals, als ich anfing, war ich an der Uni. Da gab es einen Professor für Ethnologie, den fragte ich, ob die Kultur der Gehörlosen in der Ethnologie erforscht werden würde, und er antwortete »Nein«. Also, das hat mich sehr gewundert. Er zählte die fünf Kategorien auf, die als Kriterium für eine wissenschaftliche Untersuchung innerhalb der Ethnologie erfüllt werden müssten: Eigenständigkeit der Sprache, der Kultur, eine eigene Sozialstruktur, eigene Geschichte und schließlich die Abstammung. Und dieser Professor behauptete nun, gemäß der Sache mit der Abstammung erfüllten wir Gehörlose nun ja nicht alle Kriterien, was ich zu widerlegen versuchte: Meine Eltern sind gehörlos, es hat also eine Weitervererbung stattgefunden. Dem Professor gab das zwar zu denken, aber er blieb dabei. Ich war sehr verärgert und hatte dann erstmal genug davon, dass hörende Menschen meinten, über uns Gehörlose genauestens Bescheid zu wissen und auch über uns bestimmen zu können. So kam ich auf dieses Zeichen - »Faust auf Faust«, aber von der Seite kommend. Es bedeutet also, dass ich da dazustoßen möchte. Die eine Hand ist die hörende Welt, die schon seit jeher so vor sich hinläuft, und auf einmal, Peng!, stößt die gehörlose Welt dazu. Bisher waren sie immer getrennt.

Die Antwort verblüfft mich. Denn ich gehe davon aus, dass ein großes Vertrauen zwischen dir und deinen Musikern von Nöten ist, um gut miteinander arbeiten zu können. Wie schaffst du es, problemlos mit verschiedenen Leuten zusammenzuarbeiten?
Naja, also am Anfang gab es eine feste Gruppe. Als ich in Finnland anfing. Dann kam die Zusammenarbeit mit Warner Music. Die wollten unbedingt, dass alles auf Englisch passiert. Das ging aber nicht mit den Leuten, mit denen ich angefangen hatte. Also musste ich jemand Neuen suchen. Ich fand Brandon. Er ist halb Amerikaner, halb Finne, und er ist so talentiert. Er hat auch eigene Alben gemacht. Ich fragte ihn direkt und wir legten mit der Arbeit los. Neuerdings gibt es aber auch noch eine dritte Besetzung. Jetzt muss man mal sehen, ob wir ein gemeinsames Programm mit allen bislang Beteiligten entwickeln können. Das wird sich bald zeigen. Ich habe also mehrere Stimmen, die für mich singen.
Wahrscheinlich ist es ungewöhnlich, wenn eine Formation mehrstimmig ist. Vielleicht denken die meisten Leute, es sollte immer derselbe Sänger sein. Aber mein Konzept ist anders. Ich möchte, dass es ein vielstimmiges Erlebnis ist, wenn mir die Leute zuhören.

Und wie funktioniert nun die Zusammenarbeit mit deinen Leuten, mit deiner Stimme? Die können doch nicht wirklich Gebärdensprache, oder doch?
Nein. Die können das nicht. Ich muss ihnen die Gebärdensprache beibringen. Wir gehen da vielleicht nicht wirklich in die Tiefe, aber einen Basiswortschatz, die Grundkenntnisse eben. Die gemeinsame Arbeit dauert also schon eine Weile. Jeder braucht da einen langen Atem. Bevor ich mit jemandem zu arbeiten anfange, ist es wichtig, dass sich der Andere im Klaren darüber ist, worauf er sich einlässt und eine Idee von meiner Kultur und meiner Geschichte hat. Wenn der Andere keine Ahnung von der Gehörlosenkultur hat, kann er auch nicht verstehen, was ich vermitteln möchte, und mein Sänger wiederum soll ja eben genau das vermitteln. Ich schreibe ja die Lyrics, und diese müssen auch deutlich umgesetzt werden, sonst macht das ja am Ende keinen Sinn. Meistens muss ich dann doch intensiv erläutern, worum es da wirklich inhaltlich geht. Als ich mit Brandon anfing, hatte er viele Fragen. Er verstand die Lyrics oft gar nicht. Aber jetzt arbeiten wir seit sechs Jahren zusammen, und inzwischen versteht er viel.

Wer komponiert denn eigentlich die Musik?
Das übernehmen Musiker. Damit habe ich gar nichts zu tun. Ich gebe aber immer das Tempo vor, die Bpm. Als Jugendlicher habe ich pausenlos MTV geschaut. Dabei habe ich sehr viel gelernt. Wie die verschiedenen Instrumente die Stimmung prägen, das spiegelt sich ja im Visuellen wider. Daran kann man sich orientieren. Eine Geige etwa transportiert doch meistens eine bestimmte Stimmung, also man sieht ja eigentlich nie jemand total Ausgeflipptes Geige spielen, oder? Am Piano hingegen, da gibt es Jerry Lee Lewis, der mit dem Fuß ... also wenn ich ihn spielen sehe, da sieht man, er bringt die Menschen zum Tanzen.
Was ich mit meinen Augen ablesen und lernen konnte, das wende ich dann beim Schreiben auf die Lyrics an. Bei einem eher traurigen Stück bitte ich also darum, etwas Passendes mit Geigen arrangiert zu bekommen.
Bevor ich anfing selber Lyrics zu schreiben, habe ich erstmal die Songs meiner Idole übersetzt. Songs von Michael Jackson oder von Coolio. Run DMC und Coolio haben mich besonders beeindruckt. Also deren Rhythmus und Tempo, das mochte ich. Dann fing ich an, mich inhaltlich damit zu beschäftigen, worum es da geht, beim HipHop. Mich interessierte die Tatsache, dass die Schwarzen in Amerika mittels ihrer Musik eine Art Gleichstand mit den Weißen erreichen konnten, also dass sie sich mit dieser Sache zumindest Respekt verschaffen konnten, und da dachte ich, dass es doch möglich sein sollte, einen ähnlichen Effekt auch für die Gehörlosen zu erreichen.

Und was heißt »übersetzt«?
signmarkms.jpgNaja, Gehörlose haben durchaus ein Verständnis für Musik. Man meint immer, die Lippenleser hätten überhaupt kein Gefühl für Musik, aber das ist nicht so. Und konkret war das so, dass ich damals immer meine Großmutter oder meine Freunde darum bat, mir die Texte aus den Videoclips rauszuschreiben. Damals gab?s ja noch kein Internet, wo man die einfach nachschlagen kann. Also hab ich mir die Texte abschreiben lassen. Und dann stand ich vor dem Fernseher mit dem Text in der Hand, und achtete auf die Lippen und auf den Rhythmus und fing an, die Songs in Gebärdensprache wiederzugeben. Für die anderen gehörlosen Menschen. Damit sie es sich angucken und dabei verstehen konnten, worum es da ging.
Ich bin damals sogar oft in Clubs ausgegangen, und wenn ich wusste, dass ein bestimmter Song kam, den ich kannte, dann bin ich auf den Dancefloor und hab den in Gebärdensprache wiedergegeben. Und hab? dabei auch mal mit Hörenden kämpfen müssen. Ich erinnere mich an Schläge, die mir einer verpasst hat, an Flaschen, die mir auf den Kopf geworfen wurden. Das war schlimm, aber die fanden es unangebracht, dass sich ein Gehörloser da hinstellte und die Songs in Zeichensprache zu übersetzen versuchte. Ich wurde fast jedesmal rausgeschmissen.

Ist dir die Anerkennung in der HipHop-Szene nun wichtig? Oder ganz allgemein, in der Musik?
Schwierige Frage. Für mich ist Musik eine große Sache. Ich hoffe doch, dass, wer sich für Musik interessiert, versteht, was ich da mache. Aber klar, mit der HipHop-Szene hab ich Kontakt. Ich bekomme schon Anerkennung und positive Rückmeldungen. In Finnland ist das Verhältnis aber ziemlich gespalten. Da habe ich bei Musikern schon manchmal das Gefühl, dass sie etwas schockiert sind, dass ein Gehörloser das jetzt macht. Sich wirklich traut, in die Musikwelt einzutreten. Aber es gibt auch einige, die das begrüßen. Und die finnischen HipHoper können sehr gemein sein. Da gibt es doch ein paar, die mir ein Bein stellen wollen. Aber ich kann?s auch ein bisschen verstehen: Die populärsten unter ihnen haben bislang vielleicht aus vier oder fünf Ländern Einladungen bekommen. Und ich war schon in vierzig Ländern auf Tour! Da sind sie natürlich neidisch.(lacht)
Die sagen: »Da kommt dieser Signmark, ist seit sieben Jahren im Geschäft und war schon in vierzig Ländern, und wir ackern seit zwanzig Jahren und waren in vier.« Hahaha.

Wie ist das denn in Finnland gelaufen, wie sind die Leute auf dich aufmerksam geworden?
Also das lief am Anfang alles übers Fernsehen. Da haben sie einen Dokumentarfilm gemacht, und ich war als gehörloser Rapper das Thema. Als der ausgestrahlt wurde, vergingen zwei Tage, an denen siebentausend Feedbacks von verschiedenen Leuten kamen. ?ber die Hälfte davon waren negativ. Hörende, die schrieben, Gehörlose seien dumm usw. Aber das hat mich umso mehr motiviert. Die ersten drei Jahre waren sehr hart. Aber inzwischen hat sich das doch sehr zum Positiven gewandelt.
Das ist wohl immer so. Die Leute brauchen Zeit, sich an etwas Neues zu gewöhnen. Am Anfang steht der Schock, dann, mit der Zeit, öffnen sich die Leute und es kommt langsam die Akzeptanz. Und am Ende gefällt es allen. Vor drei Jahren war ich dann bei der finnischen Vorauswahl zum Eurovision-Contest dabei. Ich machte den zweiten Platz, mit nur drei Prozent Abstand zum Ersten.

Im HipHop spielen Gesten sowieso eine große Rolle. Also da wird ja viel gestikuliert und geposed. Amüsiert dich das? Oder ärgert es dich, Gebärden zu sehen, die eigentlich schwachsinnig sind und in dem Sinne nichts bedeuten?
Das war schon auch ein Grund, weswegen ich mich da gleich angesprochen fühlte. Als wollten die meine Sprache sprechen. Also versuchte ich, ihnen etwas zurückzugeben und mir gleichzeitig auch von ihnen was zu holen. Aber manchmal ist es schon so, dass Zeichen und Gebärden benutzt werden, die identisch sind mit den Zeichen der tatsächlichen Gebärdensprache. Wahrscheinlich eher zufällig. In den USA werden auch oft mit den Händen Buchstaben gelegt, das ist zwar keine Gebärdensprache, sondern etwas, was die sich ausgedacht haben, so als Symbole, und natürlich sind das alles nur irgendwelche Gesten. Aber mir bedeuten sie einen leichteren Zugang zur Musik.

Kennst du auch andere Gehörlose, die Musik machen?
Also ich bin weltweit der erste mit einem Plattendeal, Warner Music. In den USA gibt es einen gehörlosen Rockmusiker, er heißt Beethoven Nightmare. Den kenne ich.

Und gehörlose Deejays?
Ja, es gibt auch gehörlose DJs.

Kannst du davon leben, von der Musik?
Ja. Wunderbar. Gut, ich mache auch noch eine andere Arbeit. Ich arbeite im Auswärtigen Amt der finnischen Regierung, in einer beratenden Funktion. Da reise ich gemeinsam mit einem Kollegen durch die ganze Welt und kläre über die Arbeit von Gehörlosen auf. Ich war in New York bei der UN-Vollversammlung und im EU-Parlament. Und in Genf, bei einem Treffen, wo es um die Menschenrechte ging, da habe ich auch vorgetragen. Also ich bin kein Politiker, aber ich leiste auch politische Arbeit.

Worum geht es da genau, in deinen Vorträgen?
Ich habe zwei große Themen. Das eine sind die Menschenrechte der Behinderten. Ich setze mich dafür ein, dass alle Menschen uneingeschränkten Zugang überall bekommen. Dann erzähle ich bei meinen Vorträgen auch immer meine eigene Geschichte. Erzähle, wie schwer es war, als ich aufwuchs, und keiner glaubte, ich könne es als Musiker zu etwas bringen. Das trage ich vor, um Andere zu ermutigen, zu begreifen, dass sie auch etwas erreichen können.

Hast du unterwegs Unterschiede feststellen können, wie mit Gehörlosen umgegangen wird? Speziell vielleicht im Vergleich zwischen Finnland und Deutschland?
Ja, da gibt es große Unterschiede. Zunächst einmal die Sprache, die ist ja auch für uns Gehörlose von Land zu Land verschieden, also auch die Zeichensprachen. Aber dennoch empfinde ich die Welt der Gehörlosen als eine große, globale Familie. Also ich kann zwar kein Deutsch, aber wenn ich hier bin, da findet man doch recht schnell zueinander. Gehörlose finden sich immer gegenseitig und schaffen es, untereinander zu kommunizieren.

Du sprichst jetzt von den Gehörlosen als Community. Aber wie ist das Verhältnis zu der Welt der Hörenden. Gibt es da länderspezifische Unterschiede, die dir aufgefallen sind?
signmarkB.jpg(lacht) Ich denke, das hängt sehr von der jeweiligen Kultur ab. Das kann ich nicht so einfach beantworten. Ich komme hier an, es ist ein Dolmetscher da, man kümmert sich, es läuft. Aber in der Kultur der Hörenden gibt es ja auch große Unterschiede untereinander. Also wenn ich Finnland mit den Ländern in Südeuropa vergleiche, Italien zum Beispiel, das ist schon ganz anders. In Italien kann ich ohne Weiteres mittels Gesten mit einer hörenden Person ins Gespräch kommen. In Finnland - ausgeschlossen. Niemals!
(lacht) Da starren dich die Leute nur an, völlig ausdruckslos. Vor zwei, drei Jahren war ich einmal bei Mc Donald?s, es war vielleicht morgens um vier, nachdem ich aus einer Bar gekommen war, und ich erklärte mich der Bedienung gegenüber so: (gibt mittels Zeichen deutlich zu verstehen, nicht sprechen zu können)
Worauf die Frau, die da arbeitete, mich nur anguckte und sagte: »Can you speak English?« Ich versuchte es noch einmal, und sie fragte, ob ich Schwedisch könne. Ich versuchte ihr vergeblich klar zu machen, dass ich gerne ihren Kugelschreiber hätte. Schließlich kam der Sicherheitsmann, roch meine Alkoholfahne, und warf mich raus.

Wieviele Sprachen sprichst du? Ist es üblich, als Gehörloser mehrere Gebärdensprachen zu beherrschen?
Ok, von den Gebärdensprachen kann ich Finnisch, Schwedisch, American Sign Language, British Sign Language - zwischen American und British liegen Welten - und International Sign Language. Also fünf.
Und Schriftsprachen: Finnisch, Schwedisch und Englisch. Also acht Sprachen.

Kommen Gehörlose auch regelmäßig zu deinen Shows?
Das hängt sehr vom jeweiligen Veranstalter ab. Wenn es ein hörender Mensch ist, dann kommen Gehörlose einfach dazu. Wenn es aber ein Gehörloser ist, dann kommen immer ganz wenig Hörende dazu. Hörende gehen eigentlich nie auf deaf Partys, die haben da zu viele Hemmungen. In Finnland gibt es immer mehr hörende Menschen im Publikum als Gehörlose.

Hast du eigentlich die Ausstellung von Wolfgang Müller sehen können?
Ja. Als ich angekommen bin, da ging?s erstmal zum Soundcheck, und im Anschluss sind wir sofort rüber zur Ausstellung gefahren. Ich finde die Ausstellung auch richtig gut. Sie zeigt sehr viel. Ich wünschte mir, dass das alles in Zukunft noch größer wird. Dass auf der Welt mehr Kunst von gehörlosen Menschen gezeigt werden würde.

Wie geht?s jetzt weiter?
Die nächste Show ist in Düsseldorf, am 26. Januar. Danach kommt Cannes, da gibt es außer dem Filmfest auch immer ein Medienfestival. Da bin ich am 28. Danach bin ich in Irland. Dann USA, und dann Russland.

Vielen Dank für das Gespräch!

Ehe die Show losgeht, bleibt mir noch Zeit, im Goldenen Hahn ein Bier zu öffnen. Mir gegenüber am Tisch sitzt Tracy, ein Mädchen aus ?bersee. Ich bin noch im Interview-Modus. »Machst du Urlaub in Berlin?« »Naja. Wie man?s sieht. Mir ist gerade der Job geplatzt.« »Gratuliere. Was war das denn?« »Ich bin Tourbegleiter. Von The Who.« Ich glaube, mich verhört zu haben. »Wie bitte? The Who?« »Ja. The Who. « »Gibt?s ja nicht. Und, was ist passiert? Haben dich die Götter fallen gelassen?« »Sie haben festgestellt, dass sie taub sind.« »Pete Townshend!« »Roger Daltrey!« »Was? Der Sänger taub? Aber dann ... und dann?« »Haben sie die Tour abgebrochen, in Australien.« »Wirklich taub?« »Komplett. Er hört keine Silbe mehr. Aber: pssst!« ... Tracy hält den Zeigefinger ihrer rechten Hand vor die Lippen. Und ja, das gehört hier wirklich nicht her. Und nein, ich habe nichts gehört.



Text: Pico Be | 29.01.2013

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