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Damo Suzuki & Sound Carriers

»Live At Marie-Antoinette« - playloud!

Text: Holger Adam | 10.04.2017

Die routinierte Rede über psychedelische Rock-Musik greift gerne auf (abgegriffene) Sprachbilder zurück: »Alles fließt, glühend heißer Lava gleich bahnt die Musik sich ihren Weg, eine brodelnde Naturgewalt, so verführerisch wie vernichtend.« Diese (vielleicht wenig originellen) Metaphern haben ein paar Vorteile: sie können – zumindest unter interessierten Freaks – als allgemein verständlich voraus gesetzt werden und ihre Langlebigkeit legt den Verdacht nahe, dass sie mitunter nicht unpassend sind. So greife auch ich zur bündigen Beschreibung von Damo Suzuki & Sound Carriers »Live At Marie-Antoinette« auf die Klischee-beladene Formulierung zurück und sage: »Alles fließt …« Und das mit gutem Grund. Die vier Musiker, namentlich Dirk Dresselhaus (Schneider TM, Gitarre) Michael Beckett (Gitarre), Claas Großzeit (Schlagzeug) und Ilpo Väisänen (ex Pan Sonic, Elektronik), die mit Damo Suzuki auf der Bühne saßen oder standen, hatten die Aufgabe, eine mitreißende Ad-hoc-Komposition zu spielen, die den Stehgreif-Lyrics des ehemaligen Can-Sängers entspricht und sie trägt. Das gelingt über weite Strecken, auch wenn die zweistündige Live-Aufnahme naturgemäß ihre Längen hat bzw. auf Phasen rauschhaften Zusammenspiels Augenblicke der Ruhe folgen (müssen). Auch Vulkane sind nicht ständig aktiv! Anders herum gesagt: Der musikalischen Eruption geht der langsame Aufbau von Spannung und Druck voran. Diese Dynamik gehört zu den Genre-Konventionen psychedelischer Rock-Musik und auf den ersten Eindruck hin mag »Live At Marie-Antoinette« bloß wie ein weiterer Beleg für diese musikalische Dramaturgie klingen – ein zweistündiges Auf und Ab. Noch ein »Space Ritual« (Hawkwind) mehr. Aber: Was ist falsch daran oder gar langweilig? Antwort: Alles oder nichts! Den einen – den Freaks – ist mit dem Namen Damo Suzuki alles gesagt, allen anderen wird die Musik auf »Live At Marie Antoinette« ein ewig dissonant-zielloses Wabern bleiben. Diese scharfe (und wohl auch holzschnittartige) Entgegensetzung wirft die Frage nach den Adressaten für diese Plattenbesprechung auf: Wende ich mich an die Freaks oder die anderen, wenn doch die einen eh schon Bescheid wissen und die anderen sich (aller Wahrscheinlichkeit nach) nicht interessieren werden? Preaching to the converted und/oder vergebene Liebesmüh? Schwierig. Zum Glück bleibt undurchschaubar, wer diesen Text überhaupt liest! So oder so lässt sich festhalten, dass »Live At Marie Antoinette« einen gelungenen Auftritt von Damo Suzuki und seinen Sound Carriers dokumentiert. Damo klingt mehr als einmal wie Alan Vega – wahrscheinlich auch deshalb, weil die elektronischen Klänge auf der Aufnahme Suicide ins Gedächtnis rufen und die bereits erwähnten Hawkwind fallen mir ebenso wie die japanischen Acid Mothers Temple ein. Rauschhafte, fließende Musik, wie erwähnt. Antiquiert oder aufregend? Ausprobieren!

P.S.: Die komplette Live-Aufnahme liegt auch als One-Take-Video vor und kann per Video-On-Demand hier angeschaut werden!


Text: Holger Adam | 10.04.2017

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