article_7727_skug_cover99k_115x135.jpg
Seite: 1 2 3 4 5 6
1 - 50/289

Ägyptischer Electro, polnischer Suspense …

article_7645_ec1_150.jpg Herausragendes Kino, gewählt aus dem prallen Eröffnungswochenendeangebot. Im Fokus: Kairos Musikunderground, polnische Menschenkörper im urbanen Tarnów, in Athen gestrandete Asylsuchende aus dem Iran, Menschen am Pariser Bahnhof Gare du Nord, der Musikschwerpunkt mit »Traversing The Balkans« und abseits des Filmfestivals die genialen Videoarbeiten von Fernando Sánchez Castillo im OK, wo sich das Festivalzentrum von Crossing Europe befindet....

»Honky Tonkin’«

article_7627_landler_150.jpg Honky Tonk ist eine verschärft raue Gangart von Country und »Honky Tonkin’« bedeutet übersetzt ins Bayrische »ins Wirtshaus gehen, wo eine Kapelle aufspielt, sich betrinken, tanzen«. G. Rag und Relle Büst (Parasyte Woman) singen megafonverstärkt den gleichnamigen Song von Hank Williams im Duett und verleihen zu seinem 90er auch »Kaw Liga« transatlantischen Glanz und Gloria. Mit deftiger Blasmusik, rostiger Gitarre und Banjo fährt die Musik höllis...

»Double Cup«

article_7616_rashad_150.jpg Während bei Dubstep-Artists eher Stillstand herrscht oder in andere Stile abgebogen wird (zuletzt Disco), so kommen die für mich spannendsten Tanzboden-Sounds nach wie vor aus Chicago. Rashad Harden aka DJ Rashad überrascht zunächst mit dem entspannenden »Feelin’«, das – obwohl synthgeladen G-Funk-angehaucht, was ankündigt, dass sich der Nachfolgestil von Ghetto-House in vielerlei Dancefloor-Universen öffnen lässt – die Essenz von Juke birgt. Kna...

»Prisoners – OST«

  • Artist: Jóhann Jóhannsson
  • Label: Ntov
article_7607_prisoners_150.jpg Denis Villeneuves Thriller »Prisoners« (2013) handelt von Kindesentführung und Missbrauch in einer Kleinstadt, wo Rachlust und Selbstjustiz die Trostlosigkeit steigern. Den nachhaltig in Erinnerung bleibenden Score dazu schrieb der Isländer Jóhann Jóhannsson. Er ist Komponist/Produzent/Elektronikmusiker in Personalunion und schafft es, elektronische und akustische Sounds reibungslos und doch mit Thrill aufgeladen ineinander fließen zu lassen. Zu ...

»OPEN«

  • Artist: The Necks
  • Label: Rer Megacorp
article_7509_open-_cover_image_-_hi_re_150.jpg Jeder grünlich-gelbe Großbuchstabe des Albumtitels dominiert in graziler Größe auf elegant-grauer Papieroberfläche die vier Pappsleeves des aufklappbaren CD-Covers. Könnte auch »NOPE« gelesen werden, ist aber ein Opus Magnum geistiger, musikalischer Offenheit. »OPEN« verheißt unaufdringliches und doch prägnantes Gleiten durch 68 Minuten Raum und Zeit. Dezent und doch bestimmt erfolgen Richtungsänderungen, etwa ab Minute 34 das ca. fünf Minuten da...

»Maggie Nicols. John Russell. Mia Zabelka«

article_7439_blurb_200_150.jpg Last Exit Extraplatte. Das letzte im Wiener Verlag mit dem Kreissägeblatt-Logo erschienene Album fungiert als Vermächtnis wofür das Wiener Label stand: Nichteinmischung in künstlerische Belange. Selbst im Rahmen der Konkursabwicklung gibt Harald Quendler den Musikern noch die Chance, ihre Tonträger abzuholen, damit nicht alles den Bach runtergeht. Lieber schiebe ich die Gründe für die Bitternis beiseite und betätige ein letztes Mal meine Rezensio...

»Behold, A Pale Horse«

article_7428_ebony-bones_150.jpg Was versteckt sich hinter dem Glam, den Ebony Thomas 2009 bereits auf ihrem Debüt-Album »Bone Of My Bones« überzeugend darbrachte? Exzentrik wirft tolle Bilder ab, doch 2013 verglüht der euphorische Eindruck von damals zunächst etwas. Großartig hebt der Zweitling mit einem bulgarischen Frauenchor-Sample an und schon wird die Grundrichtung des Albums zementiert. Sinister dräuende Streicherwolken, glorios eingespielt vom Mumbai Symphony Orchestra, ...

»The Redeemer«

article_7278_index_150.jpg Betende Hände am Cover. Ehrfurcht vor dem inbrünstigen, ersten offiziellen Solowerk des Hype Williams-Maschinisten (HW). Das Wahnsinnskonzert vom Donaufestival 2013 mit einer Free Form aus Dub und Bass Music hallt immer noch nach, und dann das.

HipHop statt »Politricks«: DJ Big Hass

  • Artist: Hassane Dinnaoui aka DJ Big Hass
  • skug : 95
  • Texttyp: Interview
article_7169_djhassa_150.jpg

Der saudische Radio-DJ Big Hass erklärte skug im E-Mail-Interview, warum HipHop der Soundtrack zum Arabischen Frühling ist.

(Langfassung des Interviews, das gekürzt in skug #95 abgedruckt wurde.)

Donaukanal Wien: Masterplan zur weiteren Entwicklung?

article_7070_bawagpskcontemporary_cana_150.jpg Eine illuster besetzte Diskussion verschafft darüber Aufklärung. Am Dienstag, 4. Juni 2013, 17 Uhr, BAWAG P.S.K. Contemporary. Elke Krasny, Kuratorin und Stadtforscherin, hat eingeladen und moderiert. Eintritt frei!


Foto: An Observation, JP 2013
Regie: Yoshiki Nishimura
© Yoshiki Nishimura

»Adam’s Lament«

article_7052_arvo_paert_150.jpg Auch die Vokalwerke des estnischen Tonsetzers haben enormen Tiefgang. Der Text ist dabei essenzielle Basis, siehe das bewegende Titelstück, das zu Ehren von Staretz Silouan (1866–1938) entstand. Der heilig gesprochene Mönch vom Berg Athos hatte die Tragik des biblischen Urvaters Adam verinnerlicht. Also schluchzen in »Adam’s Lament« die Violinen der Sinfonietta Riga und kratzen alsbald an der Himmelstür. Für diese von den Kulturhauptstädten Istan...

»Spiderwebbed«

  • Artist: Stumbleine
  • Label: Cargo, Monotreme
  • skug : 93
article_6862_spider_150.jpg Wunderschön, zumindest phasenweise, ist das Album »Spiderwebbed«, worauf Stumbleine gleich mit gepitchter Autotune-Stimme anhebt, die trotzdem soulful gen Himmel strebt. Frappanterweise schimmert dazu eine housig-gospelige Grundstimmung durch. Orgeln tragen dazu bei, doch wirkt der Bristoler Produzent dank bassfundierter Beats moderner als How To Dress Well. Leider verirren sich die neblig-verrschleierten Gitarren/Synth-Wolken manchmal zu sehr in...

»Total Loss«

article_6861_totalloss_150.jpg Chill Wave war ja einer der letzten Schreie am Pophimmel. Es gibt, entfernter davon, mit How To Dress Well einen Artist, der 2012 ein beeindruckendes Werk geschaffen hat. Zunächst denk man an eine Liaison von Dream-Pop mit Sounds aus den Untiefen der Bassmusic und Vocals, die eher an House bzw. R&B und Gospel andocken. Soulful housigere, fast schon Gospel-like Tracks wie »& It Was You« sorgen auf How To Dress Wells zweitem Album für Ergri...

»Weekend«

article_6504_goldsoundz_150.jpg Schon die Postsendung mit dem aufgemalten jungen Mann ist derart liebevoll und charmant aufgemacht, dass man nicht umhin kann, wieder mal Vinyl aufzulegen, um in ein Zeitloch zu fallen. »Weekend/Structure« kommt sehr euphorisch daher und lässt an C86-Bands denken, aber auch an Kombos wie die Glasgower The Pastels. Der Kurzschnurz-Song »Jeans Is The Best« erinnert an Sonic Youth, aber umso mehr auch an die scheinbar kindliche Naivität eines Jad Fa...

»The Cherry Thing«

article_6482_tct_150.jpg Mats Gustafssons Sax schnurrt, der Bass strollt ahead, die Drums marschieren in behäbigem Tempo und schlussendlich fährt die Coverversion in den Himmel auf. Es röhrt und die Ekstase ist nah, auch wenn sie nicht eintritt. Suicides »Dream Baby Dream« ist einer der ergreifendsten Songs aller Zeiten und in der Version von The Thing mit Neneh Cherry erhält er höchste Free-Jazz-Weihen. »Dirt« von den Stooges verblüfft erst final als Bluesrock- Umformat...

»The Politics Of Envy«

article_6480_stewart_150.jpg Politische Musik, mit Dringlichkeit und ausgefeiltem Vorschlaghammer dargebracht, ist nach wie vor eine Stärke des ehemaligen Pop Group- und Maffia- Frontmannes. Nur funktioniert diese nur mehr bedingt. Etwa im grandiosen Opener »Vanity Kills« (mit Kenneth Anger am Theremin, Richard Hell im Vokalduett, Keith Levene an Schneidbrennergitarre und Youth bzw. Kahn an Bass und Synths) oder in »Gang War« mit Gast Lee Scratch Perry. Zu oft versackt das A...

»No. 1 Remixes/No. 1 DVD«

  • Artist: Christina Vantzou
  • Label: The Numbered Series
  • skug : 90
article_6348_vantzou_150.jpg Seit 2003 lebt die US-Videokünstlerin/Musikerin in Brüssel, hat bereits für Sparklehorse oder Interpol gearbeitet und 2004 mit Adam Wiltzie (Stars Of The Lid, A Winged Victory For The Sullen) als The Dead Texan ein selbstbetiteltes Audio/Videowerk veröffentlicht. Nun liegt erneut eine CD/DVD vor. Eigentümlich und letztlich doch schlüssig funktioniert ihr Einblenden von geometrischen Formen wie Quadrat oder Kreisauge in Landschaften, ihr verschrob...

Crossing Europe 2012 - »Das Herz europaschwer«

  • Regie: Ágnes Hranitzky, Anka Sasnal, Béla Tarr, Dariusz Kowalski, Erich Hackl, Jaan Tootsen, Konstantin Bojanov, Libertad Hackl, Wilhelm Sasnal
article_6330_ce0_150.jpg Oder: Aus der Entfernung schaut vieles hübscher aus. Inspiriert vom Preisträger des diesjährigen Linzer Filmfestivals und dem via Local Artists gewürdigtem jüdischen Emigranten Fritz Kalmar führen die Kinoreisen von ruralen über verkehrsreiche in industrielle, urbane Regionen und enden schließlich in Uruguay.  Von Wilhelm Sasnal wurde vor einigen Jahren ein Gemälde in einer skug-Printausgabe abgebildet. Der Artikel über die junge ...

»Lucen«

article_6265_afarone_150.jpg Wäre ich Dokumentarfilmer, würde ich sofort auf dieses düstere Scheinen (im doppelten Wortsinn) zurückgreifen. Was der spanische Komponist/Pianist Stefano Ruggeri aka afarOne hier schafft, klingt wie ein Soundtrack aus dem wahren Leben, und lässt sich nicht nur als Melodram auf die sinnlosen, leerstehenden Mega-Bauten aus der Ära des korrupten, iberischen Finanzblasentums »lesen«. Noch dazu hat die Meute der Konservativen Spaniens besten Ric...

»Ship Chop«

article_6230_shipchop_150.jpg Entlegene Musiken collagiert und rearrangiert das auch Film- und Theatermusik schaffende Mitglied von Volcano The Bear und The One Ensemble zu einem wiederum disloziert klingendem Werk. Besonders berührend klingen die repetierten Cut-ups von verstreuten Volksmusiken, wo musikalische Geister wieder fröhliche Urständ feiern dürfen. Schade, dass hier keine Quellen genannt werden und alles ein Geheimnis bleiben muss. Jedenfalls schafft es Daniel Padd...

»Ways«

article_6224_ways_150.jpg Julian Coope aka Slowtion muss hier wohl erst vorgestellt werden. Der Brite ist für tiefschürfende Basslines wie präparierte Gitarren zuständig, während Maciej Szymczuk mit abgründigen Glitch & Clicks'n'Cuts präsent ist. Sein Faible für Klassiksamples hat der Pole auf dieser Kollaboration wohl abgelegt, nicht aber seine Vorliebe für Repetitiv-Minimalistisches. Zudem vertraut er auf Sängerin Joanna, die manchmal mysteriös wirkende Vokalisen be...

»s/t«

article_6221_orcas_150.png Leise Alben, die aufhorchen lassen, freuen immer wieder. Das selbstbetitelte Orcas-Debüt ist so eines und die Nebel lichten sich, wenngleich es sich der Hörer im trüb-verschleierten Sound-Ambiente wohlig einrichtet. Soll heißen: Hierauf verströmen Benoît Pioulard und Rafael Anton Irisarri Ambient-Pop-Grandezza. Dank Pioulards Haze-Pop-Hintergrund lauscht man neun verwaschen klingenden Songjuwelen, die allerdings der mit allen Wassern des Pos...

»Afterglow«

  • Artist: Bob Holroyd
  • Label: www.bobholroyd.com
  • skug : 89
article_6045_bobh_150.jpg Ein Musiker mit Referenzen. Seine Soundscapes untermalten schon »The Sopranos« oder »The Dark Knight« bzw. wurden von Coldcut, Nitin Sawhney oder Fourtet remixt. »Afterglow« ist Bob Holroyds siebtes Studioalbum und birgt Stimmungsmusik mit wohl bewusst gewähltem Releasedatum: 1. 11. 2011. Dem entsprechend handelt es sich um eine nebelverhangene Klangreise, nie kitschig, sondern besonnen die Tiefe der Melancholie auslotend. »Half light« ist gleich...

»M«

article_6059_mia_zabelka_m_150.jpg Ähnlich dem »automatic writing« der Schriftstellerin Friederike Mayröcker stellt die österreichische Avantgarde-Violinistin mit ihrem »automatic playing« eine Verbindung von ihrem Menschenkörper mit Maschinen und Musik her. Deshalb der Albumtitel »M«. Geige, teilweise Stimme und elektronische Gerätschaften können live zu einem sonischen Gesamtkunstwerk verschmelzen. Wie aber schafft Mia Zabelka diese Transformation auf CD? Die De- und Rekons...

»Racing With The Sun«

article_6025_r-2850360-1303904806_150.jpeg Ähnlich dem Kanadier Socalled, dem HipHop gleichfalls Basis ist, operiert die französische Turntable Crew mit exquisiten Samples, schräg liegenden Loops und mysteriösen Kindfrauenstimmen. Hier nicht im jiddischen Kontext, sondern nur verkappt chinesisch, mit Samples aus aller Welt. Die vermeintliche Zen-Affinität entpuppt sich in fast allen Tracks als pfiffige Fröhlichkeit, die viel aus dem Rub-A-Dub-Fundus schöpft. Immerhin zwei Tracks bezi...

»The Peregrin«

article_5945_lawrence_150.jpg Ein Wanderfalke, montiert in die Mitte eines leeres Notenblatts. Nun, Lawrence Englishs Hommage an diesen Vogel enthält nicht zu viele Noten, sondern wie es sich für einen Medienkünstler und Sound Artist gehört, Klangschichtungen. Diese muten an »wie die Nacht, die sich wie schwarzes Wasser ausbreitet«. Entlehnt ist dieser Vergleich J. A. Bakers Buch »The Peregrin« und dieser irgendwie verwandt dem Werk Karl Mays, der ja nie im Orient war und tro...

Sounddiving mit DJ Laurel aus Belarus.

  • Artist: DJ Laurel
article_5950_b_150.jpg Lavr Berzhanin aka DJ Laurel, Rare-Groove-Meister aus Weißrussland, weilt auf Einladung von KulturKontakt Austria in Wien.

»Imperial Wax Solvent«

article_5845_imperialwax_150.jpg Wow! The Fall in der Form ihres Lebens und Mark E. Smith mault: »I'm aaa fifty yeaaar oooold maaaan«. Das Älterwerden hat eben auch seine Vorzüge, was in diesem Wahnsinn von einem Freakout gleich auf über 11 Minuten gewalzt wird, feat. ein waghalsiges Banjo-Intermezzo und nicht aus dem Ruder laufende Tempi- und Stilwechsel. In »Wolf Kid Adult Man« treffen gar Fall'scher Rumpelbeat und ein Stooges-Riff aufeinander und der Opener verhieß ...

»ZART una cantata moebius«

  • Artist: Hofstetter Kurt
  • Label: Triton
  • skug : 88
article_5775_zart2_150.jpg Konzepte der Endlosigkeit und Barrierefreiheit haben Friedrich Kieslers Lebenswerk bestimmt. Die Kiesler Stiftung in Wien, die sein Wirken erforscht, agiert im Sinne des US-österreichischen bildenden Künstlers, Bühnenbildners, Designers und Architekten, wenn sie Disziplinen übergreifende Meilensteine präsentiert. Die »Moebius-Kantate« des Künstlers und Mathematikers Hofstetter Kurt ist ein solcher. Er kommt mit wenigen Soundpartikeln aus, die in ...

»Gecekondu«

  • Artist: Babazula
  • Label: Essay Recordings, Universal
  • skug : 88
article_5744_babazula_150.jpg Natürlich kam Babazula, mit türkischen Filmmusikpreisen ausgezeichnet, in Fateh Akins Istanbul-Sound-Doku »Crossing The Bridge« (2005) eine wesentliche Rolle zu. Die im Kern aus Murat Ertel (Voc, Saz sowie meist elektrisch verstärkte Saiteninstrumente, Oszillator, Theremin) und Levent Akmann (Perc, Holzlöffel, Machines und Toys) bestehende Psychedelic Rockband ist in einer Position, wo sie auch als kritischer Zeitgeist wahrgenommen wird. So widme...

»Love Cry«/»The Last Album«

article_5739_albert_ayler_150.jpg Der aus Ohio stammende Saxophonist/Sänger/Komponist sagte, John Coltrane sei der Vater des spirituellen freien Jazz, Pharoah Sanders der Sohn und er selbst der Heilige Geist. Da ist viel dran. Gemeinsam hat diese Dreifaltigkeit das Innehalten als musikalische Meditation über universelle Gedanken und das ?ben auf dem Saxophon auf steter Suche nach neuen Soundterritorien. Das Mundstück war  näher als politisches Engagement, ging es doch haupts...

»In G« | »Zug«

article_5693_zug_150.jpg Ein glorioser Vorbote elektronischen Krautrocks. »Zug« entwickelt im Lauf von zwanzig Minuten einen gewaltigen Sog, bedächtig musikalisch inszeniert und von anschiebenden Synthischwaden flankiert. Conrad Schnitzlers »Zug« kam etwa zur Zeit von Kraftwerks zeitlosem Album »Autobahn« auf der sagenumwobenen »The Red Cassette« raus und tönt mindestens ebenso zeitlos. Der Tangerine-Dream-Musiker und Kluster-Mitbegründer hat damit einen majestätisch-fut...

»O.M.G.!«

  • Artist: Rusko
  • Label: Downtown Music, Mad Descent, Universal, V2
  • skug : 84
article_5688_rusko_150.jpg Dubstep sucht neue Wege und goes Pop, endlich. Christopher Mercer aka Rusko bricht aus darken Gefilden aus und fährt relativ populäre Geschütze auf. Das nur auf Vinyl veröffentlichte Doppelalbum kickt enorm und funktioniert in vielerlei Hinsicht: Der Opener »Woo Boost« ist ein klassischer Dubstep-Knaller mit sinister verzerrten Bässen und Sirenenheulen, doch sofort zweigt Rusko in eine »kommerziellere« Richtung ab: Amber Coffmans Stimme hebt auf ...

»Symphony No. 4«

article_5681_arvo_150.jpg Geheimnisvoll und leise hebt die »4. Symphonie« (2008) des berühmtesten Esten an, tiefe Saiten werden angeschlagen, darüber Trauerweidenstreicher, der selige Schmelz und beginnende Strahlenglanz der Los AngelesA Philharmonic unter Esa-Pekka Salonen lauert. Und gigantisch bäumt es sich erstmals, himmelsstürmend, ab der sechsten Minute, begleitet von beschwörenden Glocken, fein ausbalanciert. Um dann gleich wieder in trüber Stimmung zu baden, hinge...

»Heretic Channel«

  • Artist: Messer Chups
  • Label: CopaseDisques, Solnze
  • skug : 84
article_5662_messer_chups_heretic_chan_150.jpg From Russia with love. Schon lang im Geschäft im mit den Verdiensten Dick Dales verbundenem Genre Surf-Trash with a little horror ist das Trio um Oleg Gitarkin. Nun serviert die St. Petersburger Band via kleinem, aber feinem Hamburger Label meist instrumentale Gitarren-Surf-Nummern in die sich immer ein bisschen Jenseitiges einschleicht. Seien es abgründige Seufzer, Rufe oder schicksalsschwere Glockenschläge. Allein die Songtitel stünden schon fü...

»Água«

article_5654_chico_mello_Água_150.jpg Durch Komposition gebändigte Virtuosität. Nahezu brachiale Klavieranschläge ziehen sich durch »Água«, ein Monstrum biblischen Ausmaßes, auf dem ein Chor »Presos« und »Água« ruft und Saxofonist Helinho Brandao ein kleines, heroisch klingendes Ensemble anführt, ehe ein Kleinkind für einen berührenden Ausklang sorgt. Urheber dieses Meisterwerks ist der Brasilianer Chico Mello, der bei Dieter Schnebel und Witold Szalonek zum Komponisten ausgebil...

La Passe: Q

  • skug : 75
article_5598_qualtinger_bronner_150.jpg

Tu den Quickie. Schnell das Q im Hirn gescannt und schon rinnt Quantität raus, die zugunsten von Qualität verworfen wird, und außerdem: Bands mit »Queen« im Namen tauchen ohnehin oft genug auf im skug auf und fehlen deshalb hier. Ausnahmsweise. 

 

Foto: Helmut Qualtinger und Gerhard Bronner

»Live In Utrecht«

  • Artist: Thomas Ankersmit
  • Label: Ash International
  • skug : 84
article_5569_anker_150.jpg Eine alte Fabrikshalle, durch deren devastiertes Dach und intakte Fenster Tageslicht dringt. Auf den mittleren drei Glasfenstern zeichnen sich patinabraune Gesichter ab. Thomas Ankersmits Innersleeve-Foto verwischt Spuren und ist nicht ganz adäquat den Drones, die in 38 Minuten vorüberziehen. Zu nebeldurchdrungen wirken die drei Live-Stücke, zu denen das s/w-CD-Coverfoto besser zu passen scheint. Die Sonne ist hinter dräuenden Wolken verschwunden...

»71:36«

  • Artist: Sabi/kiyo
  • Label: Force Intel, Vertical.fm
  • skug : 87
article_5528_sabi_150.jpg Sabi aka Taro Peter Little und kiyo aka Kiyoshi Ono sind Elektronikmusiker aus Tokio, die ausgerechnet das Matterhorn fürs Artwork ihrer Split-CD erkoren haben. Sieht prächtig aus und inkludiert einen roten Quader, der scheinbar in der Gebirgslandschaft schwebt. Vervielfacht und etwas kleiner sind diese roten Quader am Innersleeve über einer Kolonne von größer werdenden Windrädern platziert, was eindeutig noch besser kommt. Gefällt! Kann abe...

»The Dissolve«

  • Artist: Boxcutter
  • Label: Planet Mu/Hoanzl
  • skug : 86
article_5427_boxcutter_150.jpg Bislang war Barry Lynn aka Boxcutter immer gut für experimentelleren Dubstep mit Blick über den Tellerrand. Dass der Nordire genuinen Dubstep komplett hinter sich lässt, ist als kleine Sensation zu vermelden, auch wenn es ein allgemeiner Trend zu werden scheint, dass insbesondere aus den weiten Tiefen des UK-Bass-Universums der Soul der 2010er-Jahre erblüht. Außerdem war der 31-jährige ja eher IDM zuzuordnen und doch verblüfft die Leichtigke...

»Spielwiese 2«

article_5415_bill_150.jpg Aus den Initialen von vier Musikern, die erstmals 2010 beim Klangbad Festival gemeinsam auftraten, setzt sich der Bandname zusammen. Der als Sideman von Jah Wobble, David Sylvian, Jeff Beck oder Bill Laswell bekannte Clive Bell (Flöten, Mundorgeln, Ney, Shakuhachi), Hausherr Hans Joachim Irmler (org, keys), Masterdrummer Jaki Liebezeit und To Rococo Rots Ronald Lippok (g, el) erschließen sich im Kollektiv ihr ureigenes Universum, in dem Span...

»You Stand Uncertain«

  • Artist: Falty DL
  • Label: Planet Mu/Hoanzl
  • skug : 86
article_5400_falty_150.jpg Nach seinem Debüt »Love Is A Liability« (2009) und Remixes von Mount Kimbie bis Antony »Shake« Shakir (2010) arbeitet der New Yorker erstmals mit einer Sängerin. Ein beglückender Auftakt! Mit Anneka pust Drew Lustman aka Falty DL »Gospel Of Opal« in lichte Höhen. Da geht die Sonne auf! Ein weiteres Indiz dafür, dass immer mehr Post-Dubstep-Artists sich nicht mehr scheuen, mit Vocals ihren kühnen Soundentwürfen mehr Soul einzuhauchen. Ebenso ein A...

»Time Elapsing Handheld« »The North Green Down« »The Hearts Of Empty«

  • Artist: Dakota Suite, Dakota Suite & Emanuele Errante, Emanuele Errante
  • Label: Karoke Kalk, Lidar/Morr Music
  • skug : 86
article_5418_tngd_150.jpg Schläfrige, bisweilen an Dämmerungszustände heranreichende Soundscapes sind das Um und Auf auf dem dritten Album des italienischen Sound-Künstlers. Beeindruckend ist, wie analoge Sounds von Piano, Orgel, Gitarre oder Harp mit prächtigen, teils nahezu majestätischen String- u. a. Sample-?berlagerungen (vermeine in »Inner« Góreckis »Symphonie der Klagelieder« zu hören) und digitalen Effekten ineinanderfließen. Dies geschieht scheinbar so neben...

Die Hö(h)l(l)en Europas

article_5271_ce11_paf_beli_beli_svet_w_150.jpg

?berragende Dokus wie »Le Bateau En Carton« übertrafen die Erwartungen bei Crossing Europe 2011. Spielfilme unterboten diese, mit Ausnahme des epischen Dramas »Beli Beli Svet«, das wie »Pit No. 8« in einer Bergwerksregion gedreht wurde.

»Slice Repair«

article_5234_fell_150.jpg Ein bleakendes Sirren zur Begrüßung. Was einen da erwartet? State-of-the-Art-Elektronik, die Sound-Art sein will, verquer und doch auch mit Melodiefragmenten durchsetzt. Experimenteller Ambient passt wohl als Genre-Bezeichnung, da die Kurve zum Wieder-Einlegen in den Player bei einigen Tracks eloquent gekratzt wird. Welches Geheimnis verbirgt sich dahinter? Nicht wenig, etwa in »Slope«. Da wird einem unruhigen Maelstrom-Fundament ein stets repeti...

»Collection«

  • Artist: Violetov General
  • Label: Riva Sound
  • skug : 84
article_5199_violetov_general_collecti_150.jpg Präzise, sparsam gesetzte Trommelschläge verzahnen sich mit spooky Bassläufen und eine dunkle, kalte, schneidende Gitarre bricht sich Bahn. Langsam, zerdehnt wirkt der mit Synths ausgeschmückte Sound. Doom Cold Wave könnte man dazu sagen und eine gewisse Nähe zu New und Dark Wave und am Rande No Wave kann diesen Sounds nicht abgesprochen werden. Allerdings bleibt Violetov General stets dem Songformat treu, besonders eindringlich im, auf einem 4-T...

»Agora«

  • Artist: Nim Sofyan
  • Label: Galileo/Lotus Records
  • skug : 85
article_5147_nim_sofyan_agora_150.jpeg Alp Bora ist in Istanbul aufgewachsen und hat dort türkische, griechische und weitere Lieder vom Balkan in sich aufgesogen. Besonders intim und nahe gehend kommen davon inspirierte Songs bzw. Traditionals in seinem Alp Bora Trio (CD »Amber« auf Extraplatte) zur Geltung. Alp Bora betreibt mit fünf Üsterreichern auch Nim Sofyan, wo die Stilrichtung weltmusikalischer und der innige Rahmen einer offeneren Bandinteraktion weicht. »Yüksek Yüksek T...

Crónica - elektronischer Fado aus Porto

article_5126_ranslavins_themediterrani_150.jpg ?? wenn man so will. Das portugiesische Label feiert die fünfzigste Veröffentlichung mit einer Compilation von großer Bandbreite. Von sperrig bis Ambient. Denkwürdig ist bereits der Auftakt von »Crónica L«. Mit venezianischen Stadtsounds von Enrico Coniglio die sich mit warmen Orgelklängen Janek Schäfers vermählen. Natürlich geht es auch strenger, etwa wenn Gilles Aubry + Paulo Raposo Formen dehnen oder Marc Behrens und Cem Güney im Virtual ...

»Ein Geisteskranker als Künstler«

  • Artist: Ogrob
  • Label: ronda label
article_5103_rnd11-ogrob-400x400_150.jpg Lang ist die Liste mit wem Sebastien Borgo bereits kollaborierte. Sie reicht vom Damo Suzuki Network über Alan Courtis bis zur Mitgliedschaft in Kollektiven wie Sun Plexus 2 oder Micro_Penis. Außerdem ist der Ausnahmegitarrist Teil des Trios Dragibus und in seiner Heimatstadt Mulhouse führte er von 1992-98 die nicht subventionierte Shot Gun Gallery, in der auch Konzerte stattfanden. Dabei konnte er auch seiner Begeisterung für Art Brut und A...

Reverend Peyton's God Damn Band, Porgy & Bess Wien, 29.10.2010

article_5092_reverentpeytonbigddamnban_150.jpg Waschbrett in Flammen. Band on Fire. Country-Blues-Punk from Hell!Foto: Magdalena Blaszczuk...

skug partner


bytefm_logo.gif

skug presents

~ radio skug
~ salon skug

skug empfiehlt

~ mq »summer of sounds«
~ jazzfestival saalfelden
~ @ wiener konzerthaus

Wed 20.08.2014 21:00: der blöde dritte mittwoch | rhiz | vienna

Thu 21.08.2014 19:00: christina ruf / diego muné / bernadette zeilinger | schloßkapelle | vienna

Thu 21.08.2014 20:00: fettkakao summer bummer 2 | celeste | vienna

Sat 23.08.2014 16:00: girls rock camp 2014 abschlusskonzert | alter schlachthof hollabrunn |


» alle termine
» skug vertriebsstellen
» skug @ facebook

banner-area