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Artist:
Tosca
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Label:
G-Stone/Hoanzl
Egal, ob man nun Loungegrooves schätzen oder Fahrstuhlmusik ächten will, das Feld der anregenden Berieselungsmöglichkeiten ist stilistisch weiter und vor allem besser als die Ätzer erkennen können. Ein Highlight der letzten Monate sei hier kurz empfohlen: Die Wiener Groover (um gleich noch ein paar gerümpfte Nasen zu provozieren) Tosca legten letztes Jahr mit »No Hassle« ein Album vor, das sich vom eigene...
Aus einer ganz anderen Tradition gerät Mulatu Astatke in die Loungegroove-Ecke. Sein aktuelles Album eignet sich primär zum atmosphärischen Einsatz. In den 1960ern begann der Äthiopier seine Karriere im Westen, indem er die Einflüsse seiner Heimat mit Latin Jazz vermengte. Eine Werkschau dieser Verdienste erschien schon letztes Jahr auf dem selben Label, nun folgt neues Material in derselben Tradition. »Mulatu Steps...
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Artist:
Madita
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Label:
Gran Depot/Couch Records
(Mit Soap & Skin haben sich Couch Records den großen österreichischen Hype 2009 eingenäht - Madita aus der Stammcrew des Labels konnte trotz zweier solider Alben noch keine solche Hysterie genießen, auch wenn der verspielte Kunstpop der Sängerin stets vielversprechend war. Ob das als Nachteil zu sehen ist, wird das zweite Album von Soap & Skin zeigen). Madita orientiert sich mit ihrem dritten Album (erst einmal)...
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Artist:
Wolfgang Frisch
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Label:
Shield And Spear
Nach I-Wolf und Markus Kienzl legt ein weiteres Mitglied der Sofa Surfers
ein Soloalbum vor. Dieser Kontext bedeutet mittlerweile ein klare Verortung
in Sachen Sound, sprich: Post-Millenium-Rockband, eventuell auch
Post-Postrock, quasi - die Sofa Surfers haben sich da langsam, aber
beständig eine eigene kleine Welt geschaffen, von der elektronisch
dekonstruierten Band zurück zu einem zuletzt recht klassischen Setting. Bei
Wolfgang Frisch ...
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Artist:
Stefan Oberthaler aka Keyminator
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Label:
cdbaby.com
Weniger ist mehr. In diesem Fall dezente Barmusik, erinnert mich zuerst an die genialen Linzer Monochrome Bleu (lange her). Minimale Mittel müssen reichen i. e. fundierte Kompositionen und Arrangements beherrschen ein entsprechend programmiertes Keyboard. Sehr stimmungsvolle, aber auch sehr ruhige Stücke mit Frauenstimmen (anscheinend alles Marina Trost) wechseln mit schelmischen Klangabenteuern. Man höre z.B. »Mercurial«: Jazzy Breaks folge...
In der Wiener Live-Szene sind Russkaja längst kein Geheimtipp mehr und passend zu ihrer neuen Berühmtheit als Band der Alternative-Latenightshow »Willkommen Österreich« ist nun endlich das Album da. Man wusste von einer EP, was zu erwarten und dass die Live-Qualität auch im Studio umsetzbar war. No na, bestehen Russkaja doch zum Großteil aus alten Hasen, vielseitig erfahren durch verschiedenste Backgrounds in Studio, Komposition u...
Die Wiener Institution, sowohl exquisites Label als auch Vertrieb, feiert ihr 30-jähriges Jubiläum. Vom 11.-15. Juni 2007 mit einem Fest in der Währinger Straße 46.
Vom Jungle zum Cinemascope-Schlager: Musterbeispiel 4hero. Zuerst Underground, dann 15 Minuten im Mainstream, und jetzt?
Eine einschlägige
Allstar-Formation aus dem speziellen österreichischen Winkel: Fleisch- und
Kurzmann, Dafeldecker, Paul Kling. Leute, die man von Phonotaktik, progressiven
Jazzansätzen und Improvisation kennt. Klingt unter diesen Vorzeichen beim
ersten Hören recht konventionell, Lou Reed lässt grüßen. Ein Album zwischen
American Songbook und jazzig-akustischer Intonation - zarte Country-Anklänge
sind dabei obligatorisch (»The...
Niemand soll jemals wieder
behaupten, dass Soul, Jazz und Funk apolitische Genres wären. Beim
Vorab-Interview war unklar, wie viel von den Bändern zu »A Primitive Guide To Being
There« in den Fluten von Catrina abgesoffen war, aber Jhelisa Andersson aus
altem New Orleans-Musikadel wusste, worauf sie hinaus wollte. Der »Culture Of
Silence« wird auf diesem Album in Teil 1 & 2 Rechnung getragen. »The
elections were stolen twice«, s...
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Artist:
Ulrich Drechsler feat. Tord Gustavsen
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Label:
Crack An Egg/Hoanzl
Nachdem er zuletzt bei der
No-Jazz-Impro- und im weiteren Re-Jazz-Soultruppe Café Drechlser als
Namensgeber und Saxofonist fungiert hatte, bringt Ulrich Drechsler nun sein
eigenes Musikkonzept ins Spiel: Dezente Jazzklänge, ideal für sonnige, faule
Feiertage, wo man sich die Sonne auf den Bauch scheinen lässt. Recht klassisch
angelegt, grade recht für alle, die von der FM4-Sendung »Sunny Side Up« und
Dave Brubecks Version von »Georg...
Ob das erste Album nun
Dub'n'Bass oder einfach Minimal Dub war, ist in der großen zeitlichen Distanz
wohl inzwischen wurscht. Nachdem hier mit Michael Scheibenreiter und Stefan
Schwander zwei am Zug sind, die niemand etwas beweisen müssen, kann sich das
zweite Album getrost allen Affekten hingeben, wo das erste schon Höchstnoten
abgeräumt hat. Diesmal ist Disco der Plan. Disco mal Minimal hoch Dub, das wird
spannend, wenn es die Ri...
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Artist:
Booka Shade
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Label:
Get Physical/Soul Seduction
Es ist ja gar nicht die Frage, ob Kraftwerk immer
noch produzieren. Ihre Idee findet immer wieder neue Inkarnationen in mehr oder
weniger direkter Form. Hier sehr direkt. Klare Sounds, die
poppig-hookorientiert vorwärts drängen und dennoch die Songstrukturen des Pop
weit hinter sich lassen. Leicht und unbekümmert, wie es nur mit viel
Hirnschmalz gehen kann. Ist der Bass nun echt gespielt und verfremdet oder so
naturnah programmiert? Und ...
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Artist:
deKor | Hamfatter
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Label:
Pater Records | Pink Hedgehog
Versus Stereo. Match: deKor vs. Hamfatter. Gitarrenbands, mehr oder weniger alternative,
entsprechen im Pop dem, was Fußball im Sport ist. Es gibt klare
Favoritenländer, aber jeder will dabei sein. Darum versuchen österreichische
Bands wie deKor eigenwillig in diesem Feld angloamerikanischer Dominanz ihr
Glück. Andererseits gibt es die britische Band Hamfatter, die in ihrer Musik
und vermutlich irgendwie auch persönlich einen Ö...
Live räumen die Sofa Surfers mit allen Fragen auf, die
ihr Band-Setup mit Sänger Mani Obeya, einer neuen Rock-Stimme, auf Platte offen
gelassen hat.
Ursula Rucker, afroamerikanische Spoken Word-Chefin, das wissen wir. Ihr drittes Album stellt zwei Bezugslinien in den Vordergrund: »Ma’at« steht für Wahrheit als altägyptisches Ordnungsprinzip, also klarer Afrikabezug, der in Textpassagen wie »Africa-AIDS-Africa-AIDS« nicht nur besonders explizit wird, sondern auch auf Themenkomplexe verweist, die viel zu wenig Teil eines kollektiven Bewusstseins geschweige Inhalt von vermeintlich kr...
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Artist:
Lokomotive
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Label:
rufzeichen ! records/Soul Seduction
Die Homebase Wien gebiert mehr und mehr spannende Acts, die mit Kombinationen aller Art auftrumpfen. Lokomotive sind ein Dreigestirn aus dem französischem Rapper Samuel Veyrat, DJ/Producer Helmut Kahlert und Schlagzeuger Michael Sator. Zu dem immer sehr speziellen Flair, den Rap en français nun mal mit sich bringt, gesellen sich eine stark zurückgenommene Produktion, die ihre Grooves aus der Reduktion auf minimale Clicks und Bleeps bezieht, un...
Hat dieses Genre einen Namen? Indietronics ohne Tronics?? Elegische Rockinstrumentals, irgendwo zwischen tröstlicher Melancholie und zwanglosem Wohlfühlen. Jazziges Besenschlagzeug trifft auf zwei Arten von Gitarren: Walgesang-Lapsteel und die relaxte Rhythmusgitarre, ohne viel Schnickschnack und immer brav vorwärts, doch bloß nicht zu schnell! Nur bei »Lands End« wird ein trauriger Chor angestimmt, dramaturgisch eindeutig ein dezenter...
Ein paar Veröffentlichungen im DJ-Format der Maxi, 1. Quartal 2006, beginnend in Wien, ausgewählt durch zufällige Akkumulation beim Autor: MICHAEL »LANGOTH« aus dem Lager der Sunshine Enterprises legt mit der 12" »Gummophon« ein solides Teil vor, das im wesentlichen zwei Nummern enthält: »Grounding« – Elektrodubgroove mit Rap und einem dramatischen Keyboard-Streicher-Loop, das ein wenig an Dublex Inc. erinnert. Der Titeltrack zum...
Adventmusik, Besinnliches also, auch mit Klarinette, denkt
man zuerst mal - dass Vashti Bunyan vor über 35 Jahren schon mal einen
Album-Klassiker (»Just Another Diamond Day«) aufgenommen hat, eher weniger.
Obwohl es nicht unplausibel wirkt. Die dezent und doch effektiv instrumentierte
Musik (vor allem Gitarre, Klavier, aber eigentlich alles was in diese Kategorie
passt, Dulcimer, Flöten ...) umspielt den fragilen Gesang derart, dass dies...
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Artist:
The Tryp
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Label:
Huge Music
Hier werden
präsentationsbedingte Vorurteile beim Hören über den Haufen geworfen. Eine
positive Überraschung! Tom Pi und Reeva, die sich seit langer Zeit und aus
Metal-Zusammenhängen kennen, machen als Duo grundsympathische Musik, die sie
selber als »tanzbaren Gitarrenpop im Retro-Elektronik-Soundgewand« bezeichnen.
Tatsächlich ist das sehr professionell produzierte Musik, aber abgesehen vom
Aufnahmeverfahren eher zeitgenössisc...
Historisch nicht sehr
schwergewichtig, aber auch sehr stimmungsvoll kommen Mimi Secue daher. Man
könnte sagen, wie die klassischen Smashing Pumpkins auf Valium, ohne das
süffisant zu meinen, und obwohl die hauptsächlich instrumentalen Nummern
manchmal ein wenig vom Schlagzeug angetrieben werden. Wer die nette
Indie-Gitarre liebt, jeder Ton schön extra gespielt und nicht geschrammelt,
kommt hier voll auf seine Kosten.
Es geht doch nichts über ein klassisches Rockkonzert. Vor
allem, wenn es kein wirklich klassisches ist. Die Neunziger hallen nach,
allerdings mit einer gehörigen Brechung durch die dazwischen liegende
elektronische Ära. Einflüsse werden nicht mehr kopiert, wie es viel zu lange im
Alternative-Bereich üblich war, sondern sie sind verarbeitet.
Treva Whateva macht seinem Namen alle Ehre: Ob er nun alte
Register (Swing vs. Son) oder Rave-Effekte zitiert - Fröhliche Idiotie, gemixt
aus Groove und Muzak, alle Partyklischees, die es nur gibt, so dass das Zuhören
eine wahre Freude ist. Ja, das sind schon feine Erinnerungen, die hier zu
gegenwärtiger Realität werden. Es beginnt mit irren Loops und Scratches, etwas
Georgel zwischen cool und kindisch, eine Groove-Nummer zwischen Disco ...
HipHop ohne Scheuklappen von einem Kanadier aus Mississippi,
rockt erst mal flott drauf los, immer schön gradeaus mit den wilden Bläsern.
Wird dann aber sofort nuancierter und dosierter. Wenn nicht der einseitige
Schmarrn so dominieren würde, könnte man sagen, klassischer HipHop. Keine
Musikrichtung wird hier bei den Samples bevorzugt, alles geht, Jazz, Rock,
Folk, Electro, Klassik. Flöten kommen gern vor, oder? Die Nummern haben eine
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Artist:
Café Drechsler | Blockwerk | Parov Stelar
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Label:
Mouth To Mouth/Soul Seduction | Oddtime Records/Hoanzl | Etage Noir/Soul Seduction
GEGENARGUMENTE: Café Drechslers Hauptleistung bestand die meiste Zeit darin,
wo es nur ging, Jazz-Klischees in Live-Form zu verkörpern, und so vielen
trendigen Menschen zu verdeutlichen, dass die Musik nicht von DJs gemacht wird.
Der musikalische Aspekt kam dabei nie über das Stadium der Skizze hinaus. Damit
haben sie trotzdem schon ein Album aufgenommen. Mittlerweile ist der Zweitling
fertig, der zwar über das Skizzenstadium hinausgeht,...
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Artist:
Vive La Fete
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Label:
Surprise/Soul Seduction
Ein bisschen trendiger Elektropop,
diesmal halt aus Belgien und deswegen auf Französisch, was ja immer gut kommt?!
Diesen Eindruck legt das plakative Cover nahe (Blonder Vamp räkelt sich auf
schwarzem Auto, exaltiert modischer 80er Ledertyp im Hintergrund), und auch die
ersten Nummern scheinen ihn zu bestätigen. Doch genaueres Hinhören zahlt sich
aus, hier werden nicht nur die billigen Retroklischees reproduziert, sondern
auch die teure...
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Artist:
Manfred Leuchter
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Label:
LUXaries/sparito.de
Manfred Leuchter hat sich der Rufpolitur des
Akkordeons verschrieben, zweifelsohne ein ehrenwertes Unterfangen, da dieses
Instrument viele Musiktraditionen in aller Welt geprägt hat - gerade deswegen
gilt es ja nur selten als besonders trendy. Auf »Nomade« jedenfalls erscheint
die Ziehharmonika in einem absolut zeitgemäßen Kontext zwischen Jazz und
Ethnic. Die anderen Musiker spielen Gitarre, Percussion, Flügelhorn, Kontrabass
us...
File under »Arbeitsklangtapete für
Webdesigner«: Zwischen Trip Hop und Elektronica ist hier ein weites Feld
entstanden, das am ehesten besagtem Zweck dient. Nur soll man Dimlite angeblich
nicht einfach als Dope Beatz/HipHop klassifizieren, und tatsächlich haben die
Nummern des Berner Produzenten immer wieder etwas dem beschriebenen Zweck
gegenläufig Irritierendes. Die groovigen Klangwelten sind immer dämmrig, aber
nie finster oder bö...
Nach zwei EPs hat Sofa Surfer Markus
Kienzl nun auch Soloarbeit in Albumlänge geleistet. Obwohl seine Musik
mehrheitsfähiger denn je ist, wird er trotzdem nicht als Vorgruppe von The Prodigy auftreten.
Zwei recht gemäßigte
Releases in der gewohnten Labeltradition: Keine Frickelbrutalitäten
wie bei Amon Tobin, aber ähnlich abwegig zwischen Jazz,
Elektroniktüfteln und eingestreuten Klassikanklängen.
Sozusagen solides Ninja-Kaminfeuer. Ammoncontract aus L.A. grooven
relativ traditionell ninjamäßig dahin, nur halt sehr
ruhig. Eigenartig ist vor allem, dass sowohl in Richtung Melancholie
wie auch hin zur Verspieltheit eindeu...

Das Projekt Dela Dap hat seine geografische Basis in Wien. Von diesem Ort aus schweift der musikalische Ansatz vor durch den näheren Osten, zu den Roma der Slowakei, Ungarns und weiter. Initiator Stani Vana ging es nicht um folkloristischen Purismus auch Pusztaklischees erwiesen sich als wenig hilfreich.
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Artist:
Mokadi
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Label:
Perfect Toy Records/Groove Attack
Mit der Fusion-Flut werden doch auch immer wieder Teile mitgespült, bei denen die Gefahr, dass man sich an Minze-Blättern und Crush-Eis verschluckt, groß ist. Spätestens bei der Skatnummer »Chica Da Içi« ist klar, dass das deutsche Trio Mokadi hier eine solche Platte geliefert hat. Die Zutaten sind wie bei Cocktails die gleichen wie immer: Rhodes, Jazzbreaks, Soulelemente, eine nette Sängerin. Gerade bei solchen Konstellationen ist d...
»You're going out with her tonight and that's not good...« sang eine sehr unterkühlte Claire Dietrich im Sommer 2002. »Make Up Your Mind« verschaffte Swayzak weite Hörerkreise. Von Anfang an, seit 1998 interpretierte das Londoner Tüftlerduo sein technoides Herkunftsgenre »Minimal« sehr offen. Mehr Gesang und dessen stärkere Einbindung in den Produktionsprozess heißt zwangsläufig auch weg vom Track, hin zum Song: In Zeiten des Ele...
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Artist:
Cobra Killer
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Label:
Moika-Enterprise/Soul Seduction
Es mag ja sein, dass frühe Electro-Acts langweilige Bühnenshows hatten und dass es zwei Berliner Damen nötig schien, da was zu unternehmen. Sixties-Schlampenoutfit und mit Rotwein übergießen auf der Bühne zum Beispiel. Es kann auch sein, dass es sehr interessante neue Strömungen gibt, die ein Mix aus Trash, Punk und Electro sind. Bei Cobra Killer klingt das nach schräger NDW, aber nur der Refrain in Endlosschleife. Da hilft auch kein...
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Artist:
Mike Fellows
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Label:
Vertical Form/Soul Seduction
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skug :
59
Was tun mit dem verkaterten Sonntagnachmittag? Wenn's eigentlich viel zu heiß ist? Im Moment ist das nicht das Problem, aber vielleicht irgendwann Mitte August. Dann ist die Antwort: Mike Fellows hören. Freilich, Gitarre und Elektronik finden auch anderswo zusammen, doch sehr authentisch gehaltene American Songbook- und Folktradition mit Laptopsounds? Warum nicht. Dass ein bisschen Pluckern zwischen all den simplen Saitentönen nicht peinl...
Mit »Manila«, dem Tanz ohne Sicherheitsgurt, ist der vielseitige Schweizer Beat Solèr aka Seelenluft so bekannt, dass man selbst im australischen Radio diese Nummer hören kann. Nach solchen Erfolgen - noch dazu von der Plattform eines Wiener Indielabels - stellt sich stets die Frage, was noch folgen soll. Und hier ist die richtige Antwort: Das neue Album ist wie immer primär auf dem Laptop konzipiert, doch die multiinstrumentale Vergangenhei...
Cay Taylan ist bekanntlich der Junior auf dem Label der Wiener Kosmopolit-Jazzer dZihan & Kamien. Nach zwei EPs mit interessanten Eigenheiten hat er sein LP-Debüt produziert, das dem Label und seinem Status voll entspricht. Klingt anfangs ein wenig, als hätte jemand die beiden dZ&K-Alben zerlegt und remixt. Eine bunte Ansammlung von Livegästen sorgt für ein lockeres und betont jazziges Feeling. In der zweiten Hälfte löst sich Taylan schlaga...
Dass man Plattenspieler als Instrumente einsetzen kann, weiß sogar »die Rett«. Die Existenz der DJ-Software Final Scratch, die zarten Händen das Plattenschleppen spart, wird keinen Insider mehr vom Hocker reißen. Als Produkt dieser Fakten ergibt sich Folgendes: Sounds, Tonspuren und Tracks von der Festplatte werden live mittels Vinylinterface gemixt. Gefahr dabei: Orientierungsverlust im technischen Gefummel, Musik vergessen.
Amon ...
Dani Sicilianos erstes Soloalbum ist natürlich keine leichte Kost, bei näherem Hinhören aber eingängiger als der Erstkontakt suggeriert. Die Sängerin mit der vielseitigen Erfahrung im Musikgeschäft (häufig mit Experimentiermeister Matthew Herbert) legt ihre jazzige Stimme erstmals über eigene Songs. Und siehe da: Theoretisch ist diese Platte so was wie die noch abgedrehtere Version von Moloko-Tracks, die nicht für Ibiza gedacht waren, od...
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Artist:
Quantic
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Label:
TruThoughts/Soul Seduction
Es mag ja viele Leute geben, die auf den Fundamenten von Soul, Jazz und Funk neue Musik basteln, doch nur wenige schaffen das so geschmeidig wie Will Holland aus Brighton. Der legt hier mit 23 nun schon sein drittes Album als Quantic vor. Nebenbei macht er noch Northern Soul als Limp-Twins-Hälfte und einen auf Band-Leader mit seinem Liveprojekt Quantic Soul Orchestra. Beide Projekte haben im letzten Jahr Alben veröffentlicht! Obwohl Hollands So...
Luke Vibert aka Wagon Christ ist nach gut zehn Jahren im Geschäft mit seiner Idee, dass man nicht zu Casting Shows gehen muss, wenn man eine seltsame Vorstellung vom Popgeschäft hat. Man kann ja auch daheim bleiben und skurrile Musik machen, die gleichzeitig Spaß macht und nerdig und ausgetüftelt ist. Auf seinem zweiten Album für Ninja Tune formuliert er quasi das poppige Gegenstück zum Rumpeljazz von Labelkollegen wie Up, Bustle & Out...
Kann man die Brutalität von Industrial auf ein Level runterbrechen, wo sie sich nett in ein Indietronix-Konzept einfügt? Damit dabei auch klar wird, dass die ganze Kunstpoprockschiene seit Velvet Underground irgendwie immer zusammengehört hat? Und dass die französische Liedtradition im Stil von Serge Gainsbourg da auch ein Wörtchen mitzureden hat? Man kann, so zeigt es Fred Magnon, der sein Projekt nach seinem Mittelnamen nennt. Er verwarf s...
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Artist:
Nostalgia 77
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Label:
Tru Thoughts/Soul Seduction
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skug :
58
Eine eigenartige Platte - zwar erfüllt sie die üblichen TruThoughts-Erwartungen nach soulful-jazzigem Sound am Puls der Zeit, doch so eigenartig wurden schon lang keine Erwartungen mehr eingelöst. Der Titel ist durchaus ernst zu nehmen. Hier wird mit den Bausteinen, wo es schwer ist, unsexy zu sein, etwas sehr Eigenes formuliert. Am ehesten vergleichbar mit dem HipHop eines DJ Krush oder Vadim, klingt Nostalgia 77er-Album gleichzeitig wie ein ...
Süditalien und der südliche Balkan haben mehr gemeinsam, als man denkt, obwohl da einiges Wasser dazwischen ist. Das merkt man beim Album-Opener »Oi Mare Má« von Peppe Barra, wo die besoffenen Bläser stark an Balkan Brass erinnern. Damit nicht genug: Der gesamte Fundus der Mittelmeerkultur von Antike bis jetzt spielt in dieser als neapolitanisch deklarierten Musik mit. Arabisches, Jüdisches, das spezielle Idiom der Stadt etc., Kombination ...
Vibraphon weckt heute Assoziationen in Richtung Mobiltelefonie. Früher aber hatte das Xylophon mit Tasten in der Loungemusik der 70er seinen fixen Platz. Heute liefern solche Klänge HipHoppern auf Samplesuche gut abgehangenes Rohmaterial, mit dem sie den Raum zwischen ihren Beats elegant füllen können. Roy Ayers jedenfalls war ein großer Meister zur Hochblüte dieses Sounds. Eine musikalische Freundschaft mit dem Label BBE führte zu ei...
Nürnberg ist bisher nicht besonders bekannt als funkige Sound-Metropole. Trotzdem hat diese Stadt einen fetten Eintrag auf der musikalischen Landkarte. Und der heißt Trio Electrico. Zwei Typen, die schon von anderen Projekten einen Namen haben (darunter Boozoo Bajou) und einer, der sich jetzt einen macht. So reiten die drei los und lassen lässig die Fersen der Tresensteher swingen. Nun sollte man meinen relaxter Dubgroove wäre ein Feld d...
Bei R&B denkt man vielleicht nicht sofort an Kelis, trotzdem ist sie kontinuierlich präsent als echter Paradiesvogel im sonst mit Posern reichlich gesegneten Popzirkus. Neben einer erstaunlichen Stylegrätsche zwischen Lolita und absoluter Chefin ist auch Kelis' Sound weit über solider Beyoncé-Dutzendware und besonders beim spröden »Milkshake« in den edlen Sphären einer Missy Elliot angesiedelt. Ansonsten: Minimale Funkbreaks bei »Flashba...
Zürich soll ja partymäßig echt stark sei. Sagen alle. Wissen tut es keiner - niemand kehrte je von dort zurück. Vor allem, weil keiner hinfährt, alle wollen immer nach Barcelona oder Ibiza. Ein schwerer Fehler, wie sich jetzt herausstellt. Denn die zwei Jungs von Sequel verraten uns zwar nicht, was vorher war, dafür lassen sie die Synthies wummern. Wo der Londoner Broken Beat zu kopflastig ist fürs Tanzbein und die Dancegurus mit Komm...
»ZEN CD - A Ninja Tune Retreospective«
»ZEN RMX - A Retrospective Of Ninja Tune Remixes«
»ZENtv DVD - A Retrospective Of Ninja Tune Videos«
Compilations gab es ja schon einige aus dem Hause Ninja Tune, doch nun hat Ninja Tune erstmals seit seinem Bestehen eine dezitierte Best-Of-Kollektion auf den Markt gebracht - da sehr viel zusammengekommen ist, gleich eine Doppel-CD. Analog dazu gibt es auch noch eine Doppel-CD mit Remixes. Während er...