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»Electronic Jugoton. Synthetic Music From Yugoslavia 1964-1989«

article_7993_jugoton_150.jpg Mit einem großzügigen Pietätsabstand von fünfzehn Jahren erscheint eine Sammlung elektronischer Musik aus Jugoslawien - absurderweise auf dem etwas unglücklich re-nationalisierten Label »Croatia Records«. Zu verdanken ist das der Privatinitiative der Plattenjäger Višeslav Laboš und Željko Luketic, die auf einer Doppel-CD 47 Tracks aus den B-Sides-Sparten der nationalen Rock- und Pop-Produktion der einstigen Föderation zusammengetragen haben. Von ...

»Y??P«

  • Artist: Alcalica
  • Label: Photovoltaic Records
  • skug : 101
article_7970_a1781604612_10_150.jpg Esperanto für den Club: Alcalica verbinden mehrere Sprachen, traditionelle Instrumente und analoge Elektronik zu einem pluralistischen Breakbeat-Pop. Zwischen der griechischen Insel Mytilene und der zentraleuropäischen Insel Berlin irgendwo und nirgendwo zuhause, kollaborierend und konspirierend mit dem musikalischen Untergrund (Mastering: Rashad Becker), ist das Duo naturgemäß politisch konkret. Y??P (»Wasser«) handelt also vom Wasser des Planet...

Großväterchen Punk

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Wir werden immer älter - und mit uns die Musik unserer Jugend. Grans Platte »Chair« ist blutjung, aber voller Altersweisheit. Erinnerungen an den Aufstand von damals inklusive.

»Unfold«

article_7828_a3527084717_10_150.jpg Auftritt Ghost Actor. Dezent beleuchtete Bühne, lange Kamerafahrten, spärliche Perspektivenwechsel. Das Debütalbum »Unfold« des neuen Bandprojekts von Mark Crumby (Konstruktivists) und Corina Nenuphar (Vile Oblique) entfaltet sich behutsam und exakt choreographiert wie poetisches Autorenkino: klare Kompositionen ohne Ornament, dominante Downtempo-Beats, essentielle Lyrics, weitläufige Schichten aus Synthesizern. Im Zuge von fünf bis acht Minuten ...

»Golden Balls«

  • Artist: Fantas Schimun
  • Label: Keto Recordings
  • skug : 98
article_7713_goldenballs_front1_150.jpg Gottes Eier sind aus Gold. Nach ihrem Bild schuf er den Menschen. Dieser Kugelmensch ist die zentrale Figur des Selbstfindungs-Gospelbuchs »Golden Balls« von Fantas Schimun, die mit den Worten Lionel Richies fragt: »Hello, is it me I'm looking for?«. Denn irgendetwas ist ihm verlorengegangen - und es ist nicht damit getan, jenes Etwas »die bessere Hälfte« zu nennen (frei nach Platons Mythos vom Eros). Dieses Ei (oder »I«) hat einen gehörigen Spru...

»1979-1981«

  • Artist: Xeerox
  • Label: Anòmia
  • skug : 98
article_7702_xeerox_150.jpg Vermisst du seit deinem Umzug auch manchmal die undifferenzierte Geräsuchkulisse aus dem Hinterhof, die an lauschigen Sonntagnachmittagen im Sommer vom Kellerproberaum des Gemeindebaus bis zu dir in den dritten Stock hinaufschwillt? Kauf dir doch diese Platte! Proberaumaufnahmen der ersten musikalischen Gehversuche von Krishna Goineau (später Liaisons Dangereuses) mit der Band Xeerox aus Barcelona, die damals eine Einladung, als Supportact von Si...

»Monkey Banana Kitchen«

article_7652_142_monkey-banana-kitchen_150.jpg »When you make music you play« ist eine dieser autoreferentiellen Songzeilen, die gleich die »Philosophy« (Songtitel) einer ganzen Ära mitnimmt. Bei Simon Reynolds ist das einmal die Zeit der »John Peel bands«, Family Fodder war eine davon. Verspielt und gebildet, exzentrisch und unprätentiös. Diesem Eklektizismus entspringen Alben wie das soeben (samt Bonusmaterial) wiederveröffentlichte »Monkey Banana Kitchen« aus 1980, das von PIL-, Pop Group-...

»Is It Me?«

article_7577_else_150.jpg Digital Hardcore Duo aus Slowenien entfesselt schönen Krach auf zwei Synths, zwei Mikros und einem Sampler, der die Noiseattacken schnell auf Bandformat anwachsen lässt. Screamo-Einlagen von Frau und Mann, Ausflüge in elektrifizierten Black Metal (»Doubledead«) und Doom (»Oath To Order«), und sowieso viel Distortion im Einklang mit melodiösen, rhythmischen Popsong-Kompositionen. Sicher mit Faible für die 90er (Atari Teenage Riot, Refused usw.) la...

»Schnitzelbeat #1 - I Love You Baby! (Twisted Rock-N-Roll, Exotica- & Proto-Beat Unknowns From Austria 1957-1965/1966)«

article_7562_schnitzelbeat-lp_cover_fr_150.jpg »I love you, my Ami!«, oder: Affirmation und Mimesis der Wiener Nachkriegsjugend. Während sich die Väter beim Staatsvertrag händeschüttelnd und augenauswischend »re-nationalisierten«, imitierten die Halbstarken aus den Kinderzimmern die »Besatzer« von gestern. Ein Geist ging um im frisch etikettierten Lande, und der hieß Rock'n'Roll. Schnitzelbeat, die linguistisch logische Vorstufe zum bundesdeutschen Krautrock, war sicher eine generationäre, wo...

»Summer«

article_7485_nws_150.jpg Das Yann-Tiersen-meets-Fuck-Buttons-Intro eröffnet »Summer« mit einer ordentlichen Portion Aufbruchsstimmung. Diese lässt erstmal über den Bandnamen New Wave Syria - gegenübergestellt einer weltpolitischen Lage, die Hoffnungslosigkeit auslöst - sinnieren. Damit hat sich die Global-Awareness-Kampagne der slowenischen IDM-Formation aber wieder. Ihre groovende und emotionale Dancefloor-Electronica wird nicht unangemessen politisiert. New Wave Syria ...

»s/t«

  • Artist: Vulgar Fashion
  • Label: Handmade Birds
article_7128_vulgarfashion_150.jpeg Während man in New York im Februar 2013 mit der letzten Wierd Records Party einen Abgesang auf eine Ära zelebriert und das verschwisterte Minimal Wave Label längst im globalen Club-Establishment angekommen ist, sichert man andernorts den Fortbestand der amerikanischen Version des »European Cold Wave informed« Synthpop. So etwa in Denton, Texas, wo Vulgar Fashion, dem Anschein nach ein Girl-Boy-Duo mit analogen Synthesizern und alten Drummachines,...

»Car Sick« / »The Knife«

article_7104_car_sick_150.jpeg 33 Jahre nach Grace Jones' Version von Warm Leatherette und auf 45 Umdrehungen per Minute erscheint Ana Threat's Kinetose-Single »Car Sick«. Ein grandios deliranter Feel Bad Song, der mit Wah und Hall und Repetition das Tropenfieber in die Rillen bricht. Das klingt, als hätte sie während der Jeepfahrt durch die Sümpfe zu lange in den Schoß ihres Beifahrers hinabgeblickt, in dem eine Taschenbuchausgabe von JG Ballards Crash offenliegt. Neben ihr f...

»Deutsche Elektronische Musik 2«

article_7096_sjr_265_deutsche_elektron_150.jpg Zwischen der »Weissen Alm« und dem schwarzen Loch ist viel Platz. So viel Platz, dass sich ein kruder Naturromantiker wie der Schweizer Sergius Golowin mit seinem Lobgesang auf »Lord Krishna von Goloka« (Der Lois von der Weissen Alm?) neben den Raum-Explorern Eno, Moebius & Roedelius (»Base & Apex«) darauf tummeln kann, ohne dass das halogene Sternenschiff die armen Kühe aufschreckt. »Deutsche Elektronische Musik 2« sieht den Gott des Kra...

»Change Becomes Us«

article_7084_wire_150.jpg Identität, die sich in ihrer Bewegung erst als legitime Größe begreift, ist - man möge mich korrigieren - eine altehrwürdige Einsicht aus der Zeit nach dem Tod des Autors und seines autistischen großen Bruders, des Genies. Veränderung (»change«) als Begriff, der sich nicht durch verbale Usurpation gefügig machen lässt, Mister President. Was aber höre und lese ich ständig? »Authentizität«, »Urheberschaft«, »Fortschritt« (von einem linear vorgelage...

»The Friendly Expectations Of The Stars«

  • Artist: Aniaetleprogrammeur
  • Label: Force Royale Records
  • skug : 94
article_7075_ant_150.jpg Aniaetleprogrammeur quasi als ATR gegengelesen, will man die Territorialüberschneidungen der beiden »multinationalen« Berliner Projekte in einem schiefen Akronym andeuten. Aniaetleprogrammeur jedenfalls sind wie Atari Teenage Riot Wahlberliner, konspirative (Pop-)Verschwörer und vor allem gerne laut und schnell. Sie ziehen mit Gitarren, Synths und Klangmaschinen eine wall of sound auf, in die sie uns gewissenlos hineinrennen lassen - oder umgekeh...

»Grand Huit«

  • Artist: David Fenech
  • Label: Gagarin Records
  • skug : 94
david-fenech---grand-hu.jpg David Fenechs Kompositionsprinzip lässt sich schwerlich beikommen. Einer von der »l'art pour l'art«-Sorte, einer aus der interdisziplinären Sekte der Dekonstruktivisten? Was sagt das über seine Musik? Zumindest helfen diese Begriffe möglicherweise, seine aus dem Jahr 2000 stammende LP »Grand Huit« irgendwie »geistesgeschichtlich« einzuordnen. Cut-Up-Wackiness und unvorhersehbares Copy & Paste bestimmen Fenechs Soundcollagen. Die »Große Acht«,...

»Change The Beat. The Celluloid Records Story 1980-1987«

article_6957_change_the_beat_150.jpg Diese Doppel-LP-Compilation ist eine Rückbesinnung auf das französisch-amerikanische Kultlabel, das sich erschlagend dicht am Puls der Zeit durch die spannendsten Phasen der Popmusik manövrierte und deren Beat maßgeblich beeinflusste. Geschichtsstunden auf »Celluloid« entspinnen sich verkürzt in etwa so: Der Jazz-sozialisierte Jean Georgakarakos reist wohl einmal zu oft nach New York, um wieder »Adieu!« sagen zu können, kollidiert dort zwangsläuf...

»When Something Beautiful Comes To The End«

  • Artist: Project Gregus
  • Label: Greg Rec.
  • skug : 93
article_6897_projgreg_150.jpeg Wer erinnert sich noch an die Computerspielreihen King's Quest? Castlevania? The Legend Of Zelda? Project Gregus klingt ungefähr wie deren Midi-Keyboard-Soundtrack. Abgesehen von dem Stück »My Unfulfilled Dream« auf seinem in Eigenregie veröffentlichten Zweitwerk, zu dem Peter Gregor alias Gregus singt. Das ist so obskur, archaisch und homemade, dass es eigentlich schon einen post-postmodernen Castle-Chiptune-Hype entfachen könnte - würde Gregor ...

»Growing Seeds«

article_6851_lustforyouth_150.jpg Jugendliebe, Melancholie, Mixtapes. Lust For Youth bringen mit ihrem nostalgieschweren Echo-Hall, ihrer skandinavischen Dämmerstunden-Atmosphäre und ihrer Vanitas-Ästhetik die Herzschlagfrequenz zurück zu dem Hämmern, das man glaubt, nur als sehnender Teenager gekannt zu haben. Hier heißt es noch Alles oder Nichts, wie in den Tagen von »Der Steppenwolf« und die »Die Leiden des jungen Werthers«. Tonnenschwere Empfindsamkeit. Dekadentes S...

»Übers Meer«

  • Artist: Stimmgewitter Augustin
  • Label: Trost
  • skug : 93
article_6829_stimmgewitter_augustin_co_150.jpg Suche: 12 Lieder für die einsame Insel. Dafür kann man sich's besonders schwer machen und sich 12 Songs aus dem Herz schneiden - und dann fehlt immer noch einer. Oder aber man hält's wie die Schlitzohren vom Stimmgewitter und verdoppelt die Ausbeute: Sechs Freibeuterinnen finden 12 Lieder übers Meer und bitten 12 befreundete Lieblingscombos um die Arrangements für die ganz persönliche Insel-Karaoke-Party. Seemansgarn aus den Federn von Element Of...

»Fac. Dance 02 - 12'' Mixes & Rarities 1980?1987«

article_6807_fac.dance-02-cover_150.jpg Sakrales und Profanes aus der Haçienda, Teil 2: »Fac. Dance 02« ist mindestens so erfreulich wie sein Vorgänger, zeitlich näher dem Labelanfang und damit »mehr Postpunk«. Ich freue mich sehr über Raritäten wie Nyam Nyam's »Fate[/Hate]«, 12''-Versionen von »Knew Noise« (Section 25), »The Fox« (A Certain Ratio), »Vaneigem Mix« (Royal Family And The Poor), die in Teil 1 vernachlässigten Minny Pops, ESG und Tick Pigeon - und ganz besonders über The W...

»A Splinter For The Pure«

  • Artist: Monozid
  • Label: SM-Musik
  • skug : 93
article_6783_monozid__splinter__cover__150.jpg Das rastlose Leipziger Trio Monozid war für die Aufnahmen zu »A Splinter For The Pure« in New York - und das hört man. Auf neun(!) Europa-Touren seit 2003(!) perfektioniertes Postpunk-Songwriting europäischer Schule, neu getaktet nach dem Metropolen-Pulsschlag aus No Wave und Disco Not Disco. »This is no Dead End« - eine überaus bereichernde Kontinentalüberschreitung. Monozid zelebrieren den selbstbestimmten und weltweit vernetzten DIY-Lifestyle,...

»I'm Back«

article_6770_bruch_150.png Als wäre der Geist des seligen Lux Interior in den autistischen John Maus gefahren! Der Low-Fi-Rodeo-Punk Bruch, bekannt aus der Krafftmalerei, ist »back« und legt seine Debütscheibe vor, auf der er ordentlich die Puppen tanzen lässt: mit der großen Geste eines Martin Rev, der den bebrillten Roy Orbison bei den Ohren hat und durch den Saloon der Eitelkeiten schleift (»I'm Back«), mit dem gütigen Herz eines Peter Alexander, der sich am Abort ...

»DROKK - Music Inspired By Mega-City One«

  • Artist: Ben Salisbury, Geoff Barrow
  • Label: Invada
  • skug : 92
article_6681_a2514744750_16_150.jpg »DROKK« ist ein absolut unausweichliches Artefakt für alle Freunde der sonischen Dystopie. Der vielgerühmte Geoff Barrow (Portishead) begibt sich mit Mitmusiker Ben Salisbury und (u. a.) einem Oberheim 2 Synthesizer in Mega-City One, bekannt aus dem »Judge Dredd« Universum. Kaum verwunderlich - dieses Setting reicht aus, um das Duo Barrow/Salisbury in einem Warp-Schub neben die Godfather Carpenter und Moroder in den Sci-Fi-Score-Himmel zu elevier...

»My Love For You ?? Probably Love«

  • Artist: o F F Love
  • Label: Kompakt, M=Maximal
  • skug : 92
article_6677_komp_150.jpg Pure Romantik im Hyperlink-Zeitalter? 404 File Not Fond. Hier ist alles brav als Zitat ausgewiesen, damit uns ja keiner mit dem Rotstift und der Titelaberkennung droht. Debiles Dauerzwinkern spart uns noch dazu jegliche Haftbarkeit für das, was wir da von uns geben ?? Willkommen in der neuen Hochblüte des Kitsch: »My Love For You ?? Probably Love«. Genau: Suspense ist das Zauberwort, wenn es um Liebe bei o F F Love geht. Paralysierte Beatrate und...

»Normalette Surprise«/»Geri Reig«

article_6662_derplan_150.jpeg Hallo, meine Freunde! Die »elektronischen Schlager«, mit denen Der Plan die Welt einst so treffsicher zwischen die Plattenrillen quetschte, verdienen wieder eure Aufmerksamkeit. Denn 2012 sind »Geri Reig« (1980) und »Normalette Surprise« (1981), die »Picassos« der deutschsprachigen Popmusik, endlich als Reissues zu haben (unglaubliche 32 bzw. 31 Jahre nach der Erstveröffentlichung auf Ata Tak). Mit Bonustracks und allerlei Klimbim. Aber vor allem...

»Idea Of Happiness«

article_6541_vanshe_150.jpg »So uplifting it's practically levitational [...]«. Meine »Idea Of Happiness« ist die einer Welt ohne diese Euphorie-gedunsene Produkt-Scheiße, wie sie diese Van She 2012 in den Electropopkanal bläst. Gebt mir bitte Zoot Woman und Air zurück, die hab' ich noch irgendwie ertragen! Van She's Glück sieht so aus: ein bisschen selbstgefälliges Fine-Tuning (»Van She's self-sufficient approach to the recording the album allowed them the time and sp...

»Artificial Heart«

  • Artist: Soma Sema
  • Label: No EMB Blanc
  • skug : 92
article_6527_somasema_150.jpg Die transozeanische Kollaboration zwischen Clara Hall (Hong Kong) und Th. Tot (Göteborg) vereint die unvermittelte Energie einer Heimproduktion mit der gehobenen Songwriterkunst der Popgeschichte. Der künstlerische Hintergrund beider Musiker, ihre musikalische Sozialisation im weltweiten Underground und ihre gemeinsame Affinität zu den avantgardistischen Formsprachen der synthetischen 80er-Jahre kulminieren in den Debüt-Songs, »Artificial Heart« ...

»Crash Test Junkie«

article_6526_collapsing_150.jpg Erdlandung des lange erwarteten, ersten Label-Albums »Crash Test Junkie« der Wiener Formation Collapsing New People. Die seit gut einer Dekade im Untergrund agierende Kombo mit dem Fad-Gadget-meet-Neubauten-Bandnamen (siehe die Entstehungsgeschichte rund um den Hitsong von Frank Tovey und Co.) macht darauf vor allem eines deutlich: man kann nach dem DIY-Baukasten-Prinzip zeitlos grandiose Popsongs schreiben - und braucht dazu weder böse Majors no...

»s/t«

article_6523_csc_150.jpg Smart gekleidete junge Menschen, posierend vor Soldatengräbern und Ziegelmauern, uns das Vanitas-Motiv wieder ein wenig in den popistisch verklärten Blick rückend - wie oft vermisse ich sie in einer Welt der Unterhaltungsmusik! Es braucht nicht immer schrillen Trash, Kitsch oder Herzscheiß, um die Absurdität unserer Welt wiederzuspielen. Das »Reale« parodiert sich selbst, der deklarierte Hofnarr ist schon längst ein Fall fürs AMS. Der very b...

»Totally Wired Records 001«

article_6484_tw001_150.jpg Der Sampler zur wichtigsten Labelgründung des Jahres: Totally Wired (TWR) ist die Big Mama des DIY-Netzes rund um die Musikerinnen aus Krafftmalerei, Dot Dash und Dazed Pilots, weit verzweigt in ihren zahlreichen Dekonstruktionen. Wie in moderner Bio-Lifestyle-Lehre, wo jeder nachvollziehen will, wo die (Tofu-)Wurst am Teller herkommt, ist also auch im Hause Totally Wired alles »home made« (- so viel zur Begriffsrückführung von »Indie«, ihr A&...

»You Today«

  • Artist: Martial Canterel
  • Label: Wierd
  • skug : 85
article_6444_martial_canterel_vr018-2__150.jpg »We're joined in life / Occupy some other's terms«. Besetzt die musikalische Zeichensprache von Martial Canterel auch viele Termini vergangener Tage und verschollener Träger (»Cold Wave«, »analog«, »Minimalismus«), so steht Sean McBride mit seinem Projekt doch auch am Beginn eines Systems und in einem greifbaren »Today«. Als Motor des Brooklyn'schen Minimal-Wave-Revivals (siehe skug #82 »Es gibt eine Freiheit im Minimum«) arbeitet er seit 2002 an...

»Xenofonia«

article_6420_mikhail_150.jpg Xenofonia ist wie eine akustische Anekdote aus der Griechischen Mythologie, vorgetragen von der männlichen Inkarnation Björks. Wer der Isländerin nicht zuhören will, der sollte Mikhail Karikis gleich abschreiben - über weite Strecken dieses Albums zelebriert der Grieche vollkommen ungeniert die Imitation aller Guðmundsdóttir-Gesangskapriolen. Manchmal ist es kaum zu glauben, wie unsittlich nahe er seiner »Inspirationsquelle« dabei kommt. Gerade d...

»The Sound Of Sehnsucht«

article_6419_bunnylake_150.jpg Nein, »There is a party down in our basement« ist kein Üsterreich-Verweis in »The Sound Of Sehnsucht« ... Auch der legendäre Film, den eigentlich keiner von uns gesehen hat, speist hoffentlich nicht die internationale Rezeption des neuen Albums von Bunny Lake. Das hat nämlich weit Unverfänglicheres zu bieten. Vorrangig Sehnsucht, Sehnsucht, Sehnsucht - geformt zu Electro-Pop der erfolgssicheren Sorte. Die Zusammenarbeit mit Produzent Gareth ...

»s/t«

article_6361_dieselektioncd_150.jpg Derek Jarman cruist durch den deutschen Hochwald. Wen trifft er da? An den Fichten lehnende, lederbewehrte Belgier mit Sonnenbrillen und Reitstiefel, ineinander verknotete Partyleichen in den obersten Baumkronen und eine wundersame Fee namens Genesis, die ihm sechs Wünsche erfüllen will ... Klingt zauberhaft? Und dennoch, behaupte ich, hat dieses Märchen weit weniger zu bieten als das Debütalbum von Die Selektion, in dem all diese Motive einen di...

»A Dead Summer«

  • Artist: Der Noir
  • Label: RBL Music Italia
  • skug : 91
article_6357_dernoir_150.jpg Ein toter Sommer in Italien: leere Straßen, lähmende Hitze, bluttriefender Rai Uno. Das sind mögliche Prämissen für die innere Emigration (»Private Ceremony«) von Der Noir. Auf »A Dead Summer« dokumentieren die Römer diesen apathischen Rückzug in die exilierten Tiefen des Klangs: ein Album voll gitarrenverhangenem Dark Wave, klassisch dicht und verzerrt wie die italienische, französische oder britische kalte Welle der frühen 1980er-Jahre. De...

»s/t«

  • Artist: Røsenkøpf
  • Label: Wierd Records
article_6339_rk_150.jpg »Love Song« von Røsenkøpf, dem neuesten Spross des New Yorker Wierd Records-Katalogs, zitiert die Schlussrede des »falschen« Diktators in »The Great Dictator« (Charlie Chaplin 1940) und erklärt damit Ambivalenz zum obersten Gestaltungsprinzip. Der wohl bekannteste »Friedensappell« der Filmgeschichte gipfelt in den Worten »Soldiers! In the name of democracy, let us all unite!« und dem Jubel der Massen - einem Aufruf zum Kampf, eine Wiederkehr der ...

»Hardware«

article_6248_hardware_front_150.jpg Agent Side Grinder zelebrieren mit »Hardware« die epische Form und verlängern ihre Stücke auf über durchschnittlich fünf Minuten Spielzeit. Ausgenommen davon sind nur die für das Album am wenigsten repräsentative Single-Auskopplung »Wolf Hour« und das fordernde »Bring It Back«, mit dem die Schweden noch einmal an ihre Meisterschaft im Oldschool-EBM erinnern. Der Rest folgt kompositorischer Weitflächigkeit, die an elektronische Pionierarbeit vor P...

»Musik«

article_6243_krafft1_150.png Die Krafftmaler, die Heiligen Drei bis Zwölf Tenöre des Postler-Punk, die chauvinistischsten Charmeure seit The Fall und naturgemäß die wichtigsten bananenrepublikanischen Künstler seit Gunther Damisch und seinen Molto Brutto machen Musik. Auf zwei CD-Rs gebannt nennt man das »Musik«. Schon jetzt ein Beststeller und doch nicht im Handel erhältlich, sondern maximal beim Bingo zu gewinnen - nennt es ruhig das Bingo des Lebens. Ungefähr so unvo...

Die Entdeckung der Langsamkeit

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Das belgisch-französische Vinyl-Label La Forme Lente widmet sich seit 2007 mit bedächtigen Schritten der Veröffentlichung zeitgenössischer Synthesizer-Musik. Mit »Pièce Radiophonique« von HNN gelang dort zuletzt ein erfrischender Rekurs auf geistreichen Synthpop im Experimentalgewand.

»Anyone For Me/Bendy Baby Man«

article_5972_gen036-cover-front-rgb-72_150.jpg UV Pop ist das 1981 von John K. White gegründete Musikprojekt, das sich seither von der »Ein-Mann-plus-Revox«-Besetzung zur »Comeback«-Band ausgewachsen hat. Die Entwicklung von UV Pop lässt sich etappenweise mit dem »Sound of Sheffield« nachzeichnen: in der Frühphase treibt das Elektronikexperiment wie bei Cabaret Voltaire (Produzenten der ersten UV Pop Single), wenn auch überwiegend in melancholischen Tönen. John K. White schreibt damals Hitson...

»Original Colors«

article_5951_eeee_150.jpg Wie die Manchester-Band Lamb unter der Sonne von Los Angeles. Der zwischen Drum'n?Bass, Trip Hop und Ambient oszillierende Sound von Rob Barber und Mary Pearson alias High Places kommt in allerlei Schattierungen daher: Mal düster-schimmernd wie eine Perle aus dem Katalog des »Italians Do It Better« Labels (»Year Off«), mal verweht unauffällig wie »Café del Mar«-Electronica (»Banksia«, »Ahead Stop«). Und immer wieder das 1990er-Flair von Lamb (»Th...

»['i:slant]«

  • Artist: timesnewroman
  • Label: subgroove records
article_5862_298377_239109246133850_11_150.jpg Auf der Achse Reykjavik - Rom sind die Innsbrucker timesnewroman nur geographisch leicht abseits des Schnittpunkts. Mit ihrer Musik liegen sie genau darauf: Erfindergeist des Südens und Wollherz des Nordens sind die treibenden Kräfte hinter dem jungen Album ['i:slant] (schreib Island). Und als sich die namensgebende Insel vor einigen Jahren in der noch heilen und unabhängigen Popwelt gesteigertes Gehör verschaffte, haben die vielen Musiker von ti...

»Fac. Dance«

article_5848_strut087cd_promo_cover_150.jpg Sakrales und Profanes aus der Haçienda: Strut versammelt auf »Fac. Dance« 24 ausgewählte Dancetracks aus dem Hause Factory Records der Jahre 1980-87. Die auf 12''-Mixes und Raritäten zielende Zusammenstellung widmet sich dabei vor allem dem späteren Labeloutput rund um Quando Quango, 52nd Street oder Marcel King, nicht ohne Glanzleistungen der ?berflüssigkeit wie »Pretenders Of Love« (Shark Vegas) oder »Express« (52nd Street) zu berücksichtigen. ...

»Sets & Lights«

  • Artist: Xeno & Oaklander
  • Label: Wierd
  • skug : 82, 88
article_5831_setsandlights_150.jpg Dunkel. Leere Bühne. Auftritt Xeno. Licht. Rechts eine Treppe. Auftritt Oaklander. Musik. Die Formgebung des klassischen Dramas ist nur eine unter zahllosen Möglichkeiten, »Sets & Lights« in Sprache zu übersetzen. Ebenso gut könnte man sich, dem Albumtitel waghalsig folgend, auf Strukturen und Systeme beziehen, auf räumliche wie symbolische Diskurse, jenseits oder hinter der Bühne. Denn wie schon das Interview mit Sean McBride und Liz Wendelb...

»Civilisation«

article_5751_artery_front_cover_150.png Seit dem skug-Interview mit Artery (skug #80: »Bowie trifft Punk in trostloser Industrielandschaft«) sind lange zwei Jahre vergangen, in denen wir vergeblich auf den (krankheitsbedingt abgesagten) Wien-Auftritt und dementsprechend bange auf die Veröffentlichung des neuen Langspielers gewartet haben. In Auszügen wächst »Civilisation« schon seit damals still an meiner Seite und in meinen Kopfhörern heran - »Who?s Afraid Of David Lynch«, »A Song For...

»20th Century Hits« | »Fire Waves«

article_5696_ron_150.jpg Ronnie Urini Rocket Iraschek Superstar, oder schlicht Ronnie »been-there-done-that« Urini. Ein grantiger Messias mit Sonnenbrille. Ein dekaden(ten)langes Lebenswerk, das sich nur noch fiktional abhandeln lässt - nachzulesen im Beiheft zu »20th Century Hits«, dem längst überfälligen Destillat des allumfassenden Oeuvres von Üsterreich-Ungarns verkanntestem, respektive »einzigem« (Zitat Urini) Rockstar. Nachzuhören auf Kulturerbe-Liedgut von »T...

Die Kunst des Erzählens seit 1979 oder: Als die Bäume sprechen lernten.

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Die britischen Postpunk-Traditionalisten And Also The Trees (AATT) machen nach 22 langen Jahren endlich Station in Wien. Am 4. Oktober eröffnen sie die Programmreihe »Autumn Nights« in der fluc_Wanne. Wir machen vorab einen kleinen Spaziergang durch ihren dichten Legendenwald.

»The Brutal Wave«

  • Artist: Frank (Just Frank)
  • Label: Wierd
  • skug : 84
article_5628_justfrank_150.jpg Der wahrscheinlich irreführendste und hässlichste Bandname des Jahres sollte niemanden davon abhalten, sich dem tatsächlich schönen Erstling der Pariser Frank (Just Frank) zu öffnen. Auf »The Brutal Wave« hört man starke Rückbezüge auf die vague froide, vergleichbar mit Asylum Party oder Little Nemo. In den einnehmendsten Fällen werden die Songs in französischer Sprache vorgetragen. Atmosphärische Rücknahme dominiert die viel eher melancholische ...

»s/t«

  • Artist: »Automelodi«
  • Label: Weird
  • skug : 84
article_5578_automelodi_150.jpg Automelodi sind die auffälligen Frankokanadier aus dem Wierd-Records-Labelkatalog. Auf ihrem Debütalbum verbindet das Trio aus Montreal Gitarren mit Synthesizern, Drum-Maschinen und einer fundierten Portion frankophiler Popgeschichte. Mag es Xavier Paradis' warmes Nasalieren auch nicht mit den großen Belgiern des letzten Jahrhunderts aufnehmen, so liegen die lyrischen Anleihen doch hörbar beim Chanson. Hauptsächlich beigefügt werden Uptempo-...

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Fri 10.03.2017 : [~2.4.] valeska gert – gesicht - körper - bewegung | filmarchiv austria kino kultur haus | wien

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