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»Images Du Futur«

  • Artist: Suuns
  • Label: Secretly Canadian, Trost
article_7047_suuns_-_images_du_futur_150.jpg Pitchfork wieder mal. Schon beim Erscheinen von »Zeroes QC«, dem Debütalbum von Suuns, wurde deren Ähnlichkeit zur Band Clinic nicht zuletzt von ebenjenem Hipster-Portal hervorgehoben. Pitchfork glaubt auch heute noch beweisen zu können, dass Suuns Clinic kopieren und zwar anhand eines einzigen Gitarrenmotivs im Song »Minor Work«. Freilich ist das allergrößter Blödsinn, doch so verhält es sich nun mal mit Gruppen, die aufgrund ihrer Eigenartigkei...

»Desperate Ground«

article_7024_the_thermals_-_desperate__150.jpg Nach zehn Jahren Bandgeschichte nun also Album Nummer sechs der Thermals. Was auf »More Parts Per Million« als Lo-Fi-Kaprize mit einem regelrecht griechischen Budget (keine 100 Dollar wurden für die Aufnahmen ausgegeben) begann, hat sich unter poppigeren Vorzeichen bald zum nicht ganz so geheimen Geheimtipp entwickelt und findet nun offensichtlich wieder zu den Ramones-Riffs und der gesunden Wut des Punk zurück. Für »Desperate Ground« wurde außer...

»Hummingbird«

article_7002_local_natives_-_hummingbi_150.jpeg Selbst nach dem dritten Hördurchlauf will mir zu »Hummingbird« von den Local Natives nicht viel einfallen. Versucht man dem üblichen Namedropping der Popkritik (in etwa: »Fleet Foxes mit Tumblr-Account«) aus dem Weg zu gehen, steht man manchmal schneller an, als einem lieb ist. Aber bleiben wir vorerst bei Tumblr. »Hummingbird« könnte tatsächlich die Beschallungsmusik für so manchen Hipster-Blog sein, dazu ein Slo-Mo-Video mit animierten Sequenze...

»Trans«

article_7000_couscous_-_trans_150.jpg Das Spannende an Couscous ist das Prinzip der Transgression das sich die Band an die Fahnen heftet. Dies trifft sowohl stilistisch zu, als auch weltanschaulich und manifestiert sich etwa in der musikalischen Zweckentfremdung von Alltagsgeräten oder der starken Konzentration auf visuelle Aspekte bei Konzerten des Quartetts. »Misunderstandings and recombinations of auditive and visual fragments of urban space« heißt es dazu auf der Facebook-Seite v...

»Band On Wire«

article_6972_milk+_-_band_on_wire_150.jpg Ich kann mich noch gut an mein erstes Milk+-Konzert erinnern. Die Band hatte ihren Namen als Visual auf die Bühne projiziert. Da das »k« in deren Logo etwas seltsam geformt ist, kann man es mit einem »f« verwechseln, was drei Typen neben mir dazu veranlasste, das ganze Konzert durch über den Namen »Milf+« zu lachen. Ziemlich dumm. Allerdings war das Konzert dann auch in etwa so entbehrlich wie der Scherz meiner Standnachbarn. Milk+ wollten mit ih...

»Trouble, Honey«

article_6937_sexjams_cover_150.jpg In zweifacher Ausführung, von Gabriel Mayr & David Višnjić: Da blättere ich kürzlich durch eine alte Ausgabe des »Glamour«-Magazins (ja, kein Scherz) und lese im sogenannten »Glamourama«, dass Lo-Fi »der neue Indie-Pop« sei. Was die alles wissen. »Unter dem Begriff Low Fidelity versammelt die Musik-Presse gerade Künstler wie James Blake oder Anna Calvi und Bands wie Cults.« Potz Blitz! Mehr? Gerne: »Nach den rockigen Nuller-Jahren wird’s...

»Machineries Of Joy«

article_6941_british_sea_power_-_machi_150.jpg Vielleicht mögen British Sea Power (BSP) in ihrem Auftreten eher bescheiden wirken. Schon der Eröffnungs-/Titelsong zeigt aber, dass das Sextett aus Brighton gerne mal das Breitwandformat bemüht. Geigenschichten, ein fast poetischer Vortrag und jede Menge Post-Rock-Gitarren machen in etwa sechs Minuten das Mission Statement von BSP klar. Ähnlich verhält es sich mit anderen Songmonolithen, darunter das ebenfalls sechsminütige »What You Need The Mo...

»The Endless Stream Of Everything«

  • Artist: Ben Martin
  • Label: Hoanzl, Violet Noise
article_6928_ben_martin_-_the_endless__150.jpg Die gute Nachricht zuerst: »The Endless Stream Of Everything« dauert nur etwa 45 Minuten. Scherz beiseite, es gibt an der neuen Platte von Ben Martin dann doch so manch Positives zu verzeichnen: Das farbenprächtige Albumcover, den durchgehend schönen Gesang des St. Pöltners oder den tollen Lapsteel-Opener »Aeroplane Cemetery«. Auch »Snow«, der zweite Song, geht noch als charmanter mood lifter durch. Doch gleich anschließend verliert sich Martin i...

»Let It All In«

article_6921_i_am_kloot_-_let_it_all_i_150.jpg Sollte sich noch irgendjemand um den Bekanntheitsgrad von I Am Kloot Sorgen machen, so braucht er oder sie nur einen Blick auf deren Tourplan für 2013 zu werfen. Das Trio spielte im Februar an zwei ausverkauften Abenden hintereinander im nicht gerade kleinen Ritz in seiner Heimatstadt Manchester. Wie machen die das mit nur einer Platte, die sie unter dem Namen »Let It All In« nun zum bereits sechsten Mal veröffentlichen? Nun ja, einerseits sind I...

»We The Common«

article_6911_thao___the_get_down_stay__150.jpg Outkast, A Tribe Called Quest, Black Sheep, aber auch Paul Simon, Kinks, Neutral Milk Hotel und die Byrds. Das sind einige der Namen, die Thao Nguyen mit ihrem Produzenten John Congleton als Referenz für »We The Common« im Gespräch hatte. Klingt nach wildem Pop-Sammelsurium? Ist es auch. Wenn Platten aus der Domino-Spielhölle im Postkasten landen, dann rechnet man eh immer schon mit Farbreichtum, aber so bunt wie Thao & The Get Down Stay Down...

»Bish Bosch«

article_6869_scott_walker_-_bish_bosch_150.jpg Durch Platten wie »Bish Bosch« lernt man es zu schätzen, für ein Magazin wie skug schreiben zu dürfen. Nicht auszudenken, wie man mit den wenigen Dutzend Zeichen von Musiktabloids wie »Volume« oder meinetwegen auch dem »Freizeit Kurier« Scott Walkers neues Album ernsthaft diskutieren wollte. Dann doch lieber Narrenfreiheit à la skug. Stürzen wir uns also in den Abgrund. Dass Walker ein bisserl ein Spinner ist, braucht man hoffentlich niemandem zu...

»Post Breakup Coffee«

article_6853_pbc_150.jpg Der Samthandschuh ist sicher nicht das Lieblingskleidungsstück des Musikkritikers. Ab und an erscheinen allerdings Alben, die einen eher behutsamen Zugang erforderlich machen. »Post Breakup Coffee« von Bernhard Eder ist so ein Album, handelt es sich dabei doch um eine waschechte Trennungsplatte. Es sei dem Oberösterreicher allerdings gedankt, dass er die Kritik gar nicht erst in die Gewissensfalle treibt, schließlich ist ihm »Post Breakup Co...

Neues aus Üsterreich

article_6812_loveandfist_150.jpg Rein quantitativ war 2012 im österreichischen Pop ein gutes Jahr. In fast wöchentlichem Abstand wurden teils sehr hörenswerte (Debüt-)Alben auf den Markt geworfen. Auch im Herbst setzt sich der Trend fort, wobei auffällig ist, dass bis auf eine Ausnahme alle der hier rezensierten Bands aus Wien stammen oder in Wien beheimatet sind. Die Stellung der Hauptstadt als Zentrum des österreichischen Popgeschehens scheint unangefochten.

»Station«

article_6743_station_150.jpg Im Frühsommer 2009 zog das Country/Folk-Kollektiv Nowhere Train, bestehend aus Mitgliedern verschiedener österreichischer Bands (u. a. Love & Fist, A Life, A Song, A Cigarette) und dem US-amerikanischen Singer/Songwriter Ian Fisher aus, um bei einer Konzertreise durch Üsterreich mehr über das Leben (und alternative Formen desselben) zu lernen. Man spielte auf Wiesen, Bahnhöfen und sogar im Garstner Gefängnis, oft nicht wissend, woher man eine...

Nowhere Train live im Stadtsaal Wien, 10. 12. 2012

article_6706_img_1754a_150.jpg Vorgeschmack auf den 14. und 15.12. - dann macht die austroamerikanische Kombo in Graz und in Steyr Station. upcoming shows: Fri 14.12.2012 20:00: nowhere train & viech | postgarage | graz Sat 15.12.2012 20:00: nowhere train »station« album release show | altes theater | steyr  ...

»Follow«

  • Artist: Travis & Fripp
  • Label: Panegyric Recordings
  • skug : 93
article_6699_travis_150.jpg Es gibt eigentlich nichts, was Robert Fripp in seiner über 40 Jahre währenden Schaffensphase ausgelassen hätte, außer vielleicht, sich nach getaner Arbeit entspannt zurückzulehnen. Seiten füllen die Listen der wegweisenden Platten, bei denen das - der Ausdruck sei verziehen - Gitarrengenie seine Finger im Spiel gehabt hat. Auch heute, mit 66 Jahren, ist die Kreativität des Briten alles andere als versiegt. »Follow«, seine aktuelle Kollaborat...

»Like Crazy Doves«

  • Artist: Catastrophe And Cure
  • Label: Eigenvertrieb
  • skug : 93
article_6693_catastrophe_and_cure_-_li_150.jpg Nach einer eindrucksvollen EP vor zwei Jahren legt die Steyrer Band Catastrophe And Cure mit »Like Crazy Doves« nun ihr erstes richtiges Album vor. Für die Aufnahmen ging es nach Stuttgart zu Markus Birkle, dem Gitarristen der Fantastischen Vier, der in gewissenhafter Kleinarbeit das Potenzial der blutjungen Gruppe wachzukitzeln versuchte. Der viele Aufwand, den Catastrophe And Cure in die Platte gesteckt haben, scheint sich bereits jetzt zu lohn...

»Stoned And Alone«

article_6668_the_pharmacy_-_stoned_and_150.jpg Mit »Stoned And Alone« bringt die grundsympathische Band The Pharmacy ihren mittlerweile vierten, ebenfalls grundsympathischen Longplayer heraus. Schon das amüsante Cover, das die Band zwischen Classic Rock-Night und Dialysestation zeigt, verheißt Gutes. Und tatsächlich: Selten klang der garagige Kinks meets Pavement Psych-Punk des Trios aus Seattle besser als auf »Stoned And Alone«. Eine halbe Stunde lang liefern The Pharmacy ganze 13 Wörte...

»End Of Daze«

  • Artist: Dum Dum Girls
  • Label: Sub Pop
  • skug : 93
article_6667_dum_dum_girls_-_end_of_da_150.jpg Die sehr charmante kalifornische Band Dum Dum Girls hat ?bung im Wartezeit auf das Album verkürzen durch Veröffentlichung von EPs. »End Of Daze« ist bereits deren vierte solche innerhalb von fünf Jahren. Ob das Zeug gekauft wird kann ich nicht sagen, wenn die Band das Format der Extended Play allerdings dazu nutzt, die manchmal etwas dämlichen Songs auszusparen, die sich durch ihre bisherigen Alben zogen, so kann das nur begrüßt werden. Und ...

»The House That Jack Built«

article_6605_jesca_150.jpg »Born To«, »Peacemaker« und »When I'm Asleep«. So heißen die drei Songs, die das Leben von Jesca Hoop in Zukunft gehörig verändern könnten. Die bis dato als ein wenig verschroben bekannte, aber irgendwie doch austauschbaren Freakfolk spielende Künstlerin betritt mit den erwähnten Stücken nämlich Neuland. Der Wucht dieser Wavepop-Sirenenfolk-Kaskaden kann man sich kaum entziehen, was ihr bei entsprechendem Airplay den Weg in die lichteren Höh...

»The Scarlet Beast O'Seven Heads«

article_6587_gws_150.jpg Wer die Laufbahn von Get Well Soon alias Konstantin Gropper ein wenig mitverfolgt hat, dem musste von Anfang an klar sein, dass hier zwar der ganz breite Breitwandpop regiert, der so gearteten Exorbitanz aber immer auch das kleine Schäuferl Ironie nachgeschoben wird. Durchaus verständlich, dass die Kritiker dem als Wunderkind gefeierten Gropper 2008 mit dem Erscheinen seines Debüts erlegen waren. Doch seither sind einige Jahre vergangen und Gropp...

»Confess«

article_6616_ts_150.jpg Nach dem allseits gefeierten »Forget« vor zwei Jahren legt George Lewis Jr. alias Twin Shadow mit »Confess« sein zweites Album vor. Böse Zungen mögen behaupten, es genüge heutzutage schon New York seinen Wohnsitz zu nennen und der Erfolg werde sich von allein einstellen. Und auf den ersten Blick wirkt vieles auf »Confess« tatsächlich wie nach Masterplan designt. Optisch glatt, musikalisch pitchfork-gerecht. Das Album hat aber durchaus einen ernst...

Richard Hawley und Smoke Fairies live im Theater Akzent, 16. 10. 2012

article_6623_4607_150.jpg Lange hat es gedauert, aber nun kennt man ihn. Richard Hawley spielte bei seinem ersten Üsterreich-Konzert vor einem fast ausverkauften Theater Akzent, das immerhin ein Fassungsvermögen von über 450 Plätzen hat. Den regen Publikumszuspruch hat der 45-jährige Kurzzeit-Gitarrist von Pulp unter anderem seinem aktuellen Studioalbum »Standing At The Sky's Edge« zu verdanken, dessen Erscheinen auch in Üsterreich von hohem medialen Interesse b...

»The Striggles«

article_6589_stig_150.jpg »Can't judge a book by the cover?? hat Lemmy mal in einem Song auf sich selbst bezogen. The Striggles sagen das zwar nicht explizit, aber ihre Musik schreit dieses Prinzip fast heraus. Da bringt das steirische Quartett, das ohnehin einen doofen Bandnamen hat, ein Album mit einem derart lausigen Cover heraus, dass Uneingeweihte der Optik wegen eher auf 08/15- Funpunk tippen werden. Das Gegenteil jedoch ist der Fall. The Striggles nehmen auf ihrem ...

»Ascent«

article_6588_6organs_150.jpg Eines vorweg: Dieses Album ist nicht als Scherz zu verstehen. Zwar werden alle, die sich auf den geschätzten Space Folk von Ben Chasny alias Six Organs Of Admittance eingestellt hatten, nach den einleitenden Takten des Openers »Aswasa« erst einmal kontrollieren, ob sie die richtige CD eingelegt haben. Da kracht ein Riff aus der Waffenschmiede von Black Sabbath so derb rein, dass man seinen Ohren nicht trauen will. Aber eine schnelle Recherche off...

»Words You'll Never Say«

  • Artist: La Défense
  • Label: www.ladefense.at
  • skug : 93
article_6602_defense_150.jpg Es liegt in der Natur der Popmusik, dass zu verschiedenen Zeitpunkten verschiedene ihrer Erscheinungsformen als das next big thing gepriesen werden. Doch so oft sich Fortuna auch entscheidet, ihr Hype-Füllhorn an neuen Orten auszuschütten, es ist schon eine Weile her seit sie zuletzt Musik des Zuschnitts begünstigte, wie sie La Défense auf ihrem neuen Album kredenzen. Sollte die Steyrer Band mit »Words You'll Never Say« den Durchbruch anvisiert h...

»Algiers«

article_6586_calex_150.jpg Calexico waren zwar nie wirklich weg, aber seit dem Erscheinen ihres letzten regulären Studioalbums »Carried To Dust« vor vier Jahren hatte man sie schon ein wenig vergessen gehabt. Die Band aus Tucson hat sich für die neue Platte mit ihrem langjährigen Produzentenfreund Craig Schumacher in einem Studio in New Orleans verschanzt und hängt ihrem an starken Alben ohnehin nicht armen Katalog nun ein weiteres Glanzstück an. Die von manchen wahrgenomm...

»If Radios Spoke With Their Heads«

article_6585_hidden_150.jpg Ordentlich die Instrumente prügeln, Ecken und Kanten nicht schleifen, wenn sich ein wildes Sax- Solo wo ausgeht, umso besser. Dagegen sein; war doch bei den Größten auch nicht anders, oder? Die Platte »If Radios Spoke With Their Hearts« nennen, das kann man machen, muss aber nicht sein. »Individuell«, ein Kampfbegriff, aber er wird herhalten müssen. Es gibt ja wirklich keinen Vergleichswert der den reichlich überlegten Kunststücken der Band ...

»Throw It To The Universe«

article_6584_soundt_150.jpg Aus ist's. The Soundtrack of Our Lives, die urigen Rocker aus Schweden, die immer alle irgendwie lässig fanden, auch wenn sie deren Alben nicht daheim hatten; denen man so dumme Plattentitel wie »Extended Revelation for the Psychic Weaklings of Western Civilization« verzeihen konnte; deren friedlichen Kampf um die Erhaltung handgemachter Rockmusik man stets irgendwie niedlich fand; diese allen so bekannte, aber wie es scheint von niemandem wirkli...

»Tideland«

article_6542_tideland_150.jpg »Tideland«, das neue Album von A Life, A Song, A Cigarette, wird von seinen zwei besten Songs umklammert. Der Opener »Bad Seed« kommt in seiner Mischung aus kratzbürstigem Britpop und aufgewecktem Shoegaze (falls es sowas überhaupt gibt) derart unerwartet daher, dass es eine wahre Freude ist, diese neue Facette der Band zu entdecken. Das abschließende, textlich sehr reife »Rules Of Engagement« hingegen nimmt sich anfangs noch zurück, nur um ...

»There's No Leaving Now«

article_6519_tall_150.jpg Gleich die ersten Akkorde auf »There's No Leaving Now« evozieren dieses Gefühl des traurigen Abschiednehmens, des Nachwinkens bis die Dampflok nur mehr ein kleiner Punkt am Horizont ist, des einsamen Zurückbleibens in the middle of nowhere. Der Albumtitel ist womöglich auch als illusorischer Imperativ zu verstehen. »Du darfst jetzt nicht gehen, sonst ??!« Versucht sich jemand aber gleichsam traditionshörig am Songbook des nordamerikanischen Weste...

»Early Times«

article_6518_silver_150.jpg Die Restverwertungsindustrie setzt ihren Streifzug durch die Archive fort. Die gnadenlose Suche nach bisher unveröffentlichtem Material der großen Namen des Popbusiness, die in den letzten Jahren zur olympischen Disziplin darbender Major-Labels angewachsen ist, erreicht offenbar immer mehr die vierte und fünfte Reihe des Popzirkus. Was man billig in die Finger bekommt, wird auf den Markt geschleudert. Da spielt es keine Rolle, ob die Musiker...

»The Tarnished Gold«

  • Artist: Beachwood Sparks
  • Label: Sub Pop
  • skug : 92
article_6497_beachwood_150.jpg Neulich lacht mir aus dem Stapel an neuen Platten doch tatsächlich »The Last Waltz«, die Abschieds-LP von The Band entgegen. Anfangs dachte ich noch an einen Re-Release zu Ehren des im April verstorbenen Gründungsmitglieds Levon Helm. Erst beim zweiten Hinsehen gibt sich das Album als die neue Veröffentlichung von Beachwood Sparks zu erkennen. Die frappierende optische Ähnlichkeit ist mit Sicherheit beabsichtigt. Freilich, der Release von »T...

»King Tuff«

article_6490_king_tuff_-_king_tuff_150.jpg Wenn die Cramps die große Pop-Geste gekonnt, Dinosaur Jr. die Melodieseligkeit von Supergrass gehabt, BRMC jemals ihre schwarze Kleidung abgelegt, oder Echo & The Bunnymen eine radikale Lo-Fi-Rosskur durchgemacht hätten, dann bräuchte wohl keiner das selbstbetitelte neue Album von King Tuff. Songs wie »Stranger«, »Unusual World« oder »Stupid Superstar« erweisen sich diesbezüglich aber als missing links. Und dann ist das immer noch nicht ...

»Forever So«

article_6489_husky_-_forever_so_150.jpg U2 mit Gastsänger Gotye am Newport Folk Festival. Was zum Fürchten klingt, ist auf »Forever So« gelebte Realität. Und dennoch hörenswert! Wahrscheinlich weil es nur eine Facette dieser sehr facettenreichen Band beschreibt. Wer sich auch nur im Entferntesten für folkinformierte Popmusik erwärmen kann, wird an dieser Platte etwas finden. Zum einen wären da die eher puristischen Husky, die für »Hunter« und den Titelsong nicht viel mehr als Akustikgi...

Nachlass - Schindluder

article_6458_joey_ramone_150.jpg Elf Jahre nach Joey Ramones Tod erscheint nun mit »?? Ya Know?« dessen zweites Soloalbum. Es hätte nicht sein müssen.

»Thalija III«

article_6401_thalija3_150.jpg Wieder mal Thalija. Vom Feuilleton umarmt, von Konzertbesuchern bedingungslos empfohlen, von der breiten Masse bisher weitgehend unentdeckt. Das mag daran liegen, dass die Band, die aus bis zu 19 Mitgliedern besteht, zum einen nicht marktschreierisch auftritt und zum anderen wenig bis gar keinen Wert auf (optische) Außenwirkung legt. Zwar könnte man es nicht klischeehafter formulieren, aber hier steht tatsächlich die Musik im Mittelpunkt und...

»Beets, Lime & Rice«

article_6400_japanther_150.jpg Live ohnehin legendär stehen bei Japanther die Fragezeichen eher über den Studioplatten. Kommt das an ihre unverwechselbaren Konzerte ran? »Beets, Lime & Rice« darf man auf jeden Fall eine Chance geben. Das Ethos des Punk ist unüberhörbar, aber die New Yorker haben auch im Boden des Noise Rock und klassischen Pop Wurzeln geschlagen. Musikalisch ist das Album zwar kein Baikalsee, aber man kann auch nicht mit hochgekrempelter Hose durchwaten. M...

»Invitation To The Voyage«

article_6388_eugene2_150.jpg Wäre Eugene McGuinness? neues Album eine Diplomarbeit, sie würde wohl »Formen der Popularmusik« oder so ähnlich heißen. Der 26-jährige Londoner, der seit dem Erscheinen seines Debütalbums »Eugene McGuinness« vor vier Jahren die Herzen der Inselbewohner und auch so manche Radiostation des Festlands erobert hat, will mit seinem aktuellen Album »Invitation To The Voyage« wohl den Plattenlädenbetreibern die Kategorisierung erschweren. Da wäre et...

»Eat Skull«

article_6387_eatskull_150.jpg Erste Begegnung des Autors mit Wolfgang Möstl: Konzert von Killed by 9V Batteries beim Seewiesenfest 2007. Inklusive zertrümmerter Gitarre und demoliertem Amp. Das hat er zwar bei der Präsentation des Debütalbums von Mile Me Deaf im Gartenbaukino nicht mehr gemacht - irgendwann ist es selbst um die billigste Squier und den räudigsten Danelectro-Transistor zu schade - doch die Musik ist heute wenigstens ein gutes Stück runder als damals. Möstl mac...

»the wine of silence«

  • Artist: Andrew Keelin, David Singleton, Robert Fripp
  • Label: Galileo
  • skug : 91
article_6384_fripp_150.jpg Was der allgemein gebildeten Musikhörerschaft kürzlich zu Ohren gekommen war, und worauf Fans schon seit langer Zeit warten, ist nun endlich um 16,99 ?? käuflich erwerbbare Realität: das neue Album von Robert Fripp ist eine Orchesterplatte! Darunter darf man sich beim stets querdenkenden Gitarristen Fripp freilich keine Megalomanie à la Deep Purple oder gar eine orchestrierte Rockoper erwarten. Der Brite geht es angenehmerweise sehr behutsam an. ...

»??Ya Know?«

article_6383_ramone_150.jpg »??Ya Know? «, das zweite Album von Joey Ramone das nach dessen Ableben veröffentlicht wird, stellt den wohlwollenden Kritiker vor ein Dilemma. Wissend, dass dieser Mann mit den Ramones der Rockmusik zum richtigen Zeitpunkt den notwendigen Arschtritt verpasst hat, dass er mit seinem Stil einer ganzen Ära den Stempel aufgedrückt hat und dass ganz einfach einige der aufregendsten Rocksongs auf sein Konto gehen, hat man schon seine liebe Not mi...

»A Victim Of Stars 1982-2012«

article_6377_sylivan_150.jpg David Sylvian für sich zu entdecken kann eine der aufregendsten Erfahrungen des Lebens sein. Meine persönliche Reise in dieses musikalische Universum begann mit »Tin Drum«, der letzten Platte von Sylvians Band Japan und führte mich über sein erstes Soloalbum »Brilliant Trees« schließlich zu »Secrets Of The Beehive«, dem Meisterwerk zwischen Jazz und Ambient, Tape Loops und Orchesterarrangements. Jahrhundertplatte. Weitere Zukäufe folgten in ...

»Electric Cables«

  • Artist: Lightships
  • Label: Domino
  • skug : 91
article_6369_lightship_150.jpg Künstler haben es ja nicht so gerne, wenn man ihnen Facetten ihres Schaffens als unveränderliche Wesenszüge zuschreibt. Savoy Grand sind nicht immer traurig, Slayer sind nicht immer böse und auch Gerard Love, der Mann hinter Lightships, wird nicht immer als strahlendes Liebesbündel herumlaufen. »Electric Cables« macht es dem/der HörerIn allerdings ziemlich schwer, etwas Gegenteiliges zu erwarten. Friede, Freude, Sonnenschein und jede Menge Milch ...

»Nootropics«

article_6364_lower_dens_-_nootropics_150.jpg Wenn dir zu einer neuen Band 20 vergleichbare Gruppen im Kopf herumschwirren, dir aber diese eine, die du eigentlich suchst, nicht und nicht einfallen will, dann macht besagte Band irgendetwas richtig. Shoegazing, Psychedelic und Krautrock sind Kategorien, die Lower Dens sicher nicht als Beleidigung empfinden würden. Die Leichtigkeit jedoch, mit der sich das Quintett aus Baltimore auf seinem neuen, zweiten Album »Nootropics« zwischen diesen Stile...

»s/t«

article_6355_bssm_150.jpg »Brother Sun, Sister Moon« bezeichnet das Zusammentreffen von Alicia Merz (auch bekannt als Mitglied der neuseeländischen Band Birds of Passage) und Gareth Munday (seines Zeichens höchst aktiver englischer Elektro-DJ). Gemeinsam dringen die beiden in Bereiche vor, in denen sich Merz auch schon mit ihren Birds ausgebreitet hat. Soll heißen: Pop trifft Shoegaze trifft Ambient trifft Electronica. Oder: My Bloody Valentine covern The Jesus And M...

»Uberseins«

  • Artist: Seins
  • Label: Seinsrecords
article_6341_seins_150.jpg Mit ihrem Bandnamen haben sich Seins schon vor dem ersten Hören eine kleine Verbeugung verdient. Dieser klingt lustig, ist angenehm kurz und lässt Raum für Interpretation. Die in Berlin beheimatete Gruppe rund um Sänger und Gitarristen Michel Bo Michel veröffentlichte bereits im Februar über das von ihnen betriebene Label Seinsrecords ihr Debütalbum »Uberseins«, auf dem mit Tele-Schlagzeuger Stefan Wittich sogar ein Viertelpromi zu hören ist. Sei...

»Moving Up Country«

  • Artist: James Yorkston & The Athletes
  • Label: Domino
article_6340_yorkstone_150.jpg Popmusik wie wir sie kennen, wäre nicht Popmusik wie wir sie kennen, würde sie nicht auf einem großen Berg sitzen, der sich Vergangenheit nennt. Als Begleitmelodie ihres Schwanengesangs versucht die Plattenindustrie sich diesen Umstand zum Vorteil zu machen, indem sie einen Re-Release nach dem anderen herauswirft, in der Hoffnung, dass dem gealterten (und finanziell abgesicherten) Fan der Schnickschnack aufwändiger Box-Sets dreistellige Euro...

»The Death Defying Unicorn«

  • Artist: Motorpsycho, Ståle Storløkken
  • Label: Soulfood, Stickman Records
  • skug : 91
article_6320_unicorn_150.jpg Egal ob man wie Grateful Dead lieber die Pyramiden von Gizeh bespielt oder sich wie Yes dazu entscheidet, ein Konzeptalbum über die die indischen Shastren zu machen: die Selbstgefälligkeit wurde im Laufe der Rockgeschichte in verschiedensten Spielvarianten ausgekostet. ?berhandgenommen hat diese Entwicklung in den 1970er Jahren, einem Jahrzehnt das die norwegische Band Motorpsycho beflissen musikalisch neu zu deuten versucht. Mit seinem aktuellen...

»Milk Famous«

article_6311_whiterabbits_150.jpg Die neue Platte der White Rabbits sollte man nicht über den Videoclip der ersten Single »Heavy Metal« kennen lernen. Dieses Kunstuni-Bewerbungsfilmchen (welches Kubrick-Zitat hat sich denn da versteckt?) schreit nach Aufmerksamkeit, was in Anbetracht seiner inhaltlichen und künstlerischen Leere auf keine Kuhhaut geht. Schade drum. Der Song an sich ist nicht schlecht und gibt »Milk Famous« gleich zu Beginn einen spannenden Dreh. Dieser setzt sich ...

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