Apologetin der Laptop-Performance
- Artist: Holly Herndon
- Label: RVNG Intl
- skug : 94
- Texttyp: Interview
Holly Herndon verwendet ihren Laptop als Live-Instrument und tüftelt an der Perfektionierung der Programme. skug informierte sich via E-Mail.
Übersetzung: Friederike Kulcsar
Holly Herndon: an advocate for weird laptop beats
- Artist: Holly Herndon
- Label: RVNG Intl
- skug : 94
- Texttyp: Interview
Holly Herndon uses her laptop as a live instrument. She thinks about the computer’s personal experiences and gives a lesson in bi- and polytonality which flows in both directions. Herndon will play live at Donaufestival Krems: Saturday, 27th April 2013, 22:00, Halle 3. A good reason for an e-mail interview in advance.
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»s/t« EP
Mama, die Zyklopen kommen! Egal, wie nun die beiden Ex-Can darüber denken mögen, die fantastische Debüt-EP von Cyclopean ist die spielerische Verquickung von (aktuellem, today’s) Art-of-pop-lab mit den Vorzügen von (yesterday’s, gestrigem) Krautrock. Im Vorjahr erschienen die viel gepriesenen »The Lost Tapes« von Can. Hier stellt sich auf eindrucksvolle Weise dar, was die beiden Veteranen, Keyboarder Irmin Schmidt und Schlagzeuger Jaki Liebezeit ...
»Luxury Problems«
- Artist: Andy Stott
- Label: Modern Love
- skug : 93
Im Vorjahr veröffentlichte der Produzent aus Manchester die beiden exzellenten EPs »Passed Me By« und »We Stay Together«. Für sein Album »Luxury Problems« erinnerte sich Andy Stott an seine einstige Klavierlehrerin, Alison Skidmore, die operngeschult die Gesangsparts übernahm. Ob sich das Risiko lohnte? Was für die einen Hörer Stotts Musik zugänglicher macht, mag für die anderen recht gewöhnungsbedürftig sein. Nicht, dass das Album nicht toll wär...
»Push The Sky Away«
- Artist: Nick Cave & The Bad Seeds
- Label: Bad Seed Ltd, Rough Trade
- skug : 93
Super! Den pussy hound ließ Cave zuletzt bei Grinderman ganz schön garstig raushängen. Der alte Bock erkennt die Zeichen der Zeit und weiß sie geschickt für sich zu nutzen: einerseits himmeln sie, die Damen und Mädels, in Wirklichkeit ja eh alle den sexistischen Macho an. Deshalb putzt Cave sie als Grinderman bzw. als cocksman (so das Verkaufsargument am Klappentext) Bunny Munro so richtig durch. Und danach, wie gewieft, kommt der Gemah...
»Avalanche«
- Artist: Dorit Chrysler
- Label: In My Room
- skug : 93
Erst wirkte die führende Theremin-Lady auf Anders Trentemøllers Album »The Great White Yonder« mit. Im Gegenzug produziert dieser nun Dorit Chryslers EP »Avalanche«. Fürwahr eine exzellente Wahl, wird Trentemøller doch seiner Dark-Wave-Produktionen wegen geschätzt. Auch auf dieser fünf Tracks fassenden EP erinnert Chrysler mit ihrer wunderbaren, tiefen Vamp-Stimme wieder an Nico und mit ihren atmosphärischen Balladen an Goldfrapp. Achtziger-Jahre...
»Ways Of Being«
- Artist: Rites Wild
- Label: Not Not Fun Records
- skug : 93
Schon wieder ein hörenswertes Album auf Not Not Fun, dem angesagten Label aus Los Angeles. Wohl wartet Rites Wild, das Projekt von Stacey Wilson, mit äußerst repetitiven und einfach gestrickten Drum-Maschine-Beats auf. Diese nerven aber nicht mal, da sie mit verhalltem Gesang und dezenten Ambient-Motiven versetzt einen stimmigen, sogar radiofreundlichen haunting Dream Pop ergeben. Unbedarfte Hipsters werden hier zwar leider nicht mit Avantga...
»The Integration LP«
- Artist: LA Vampires with Maria Minerva
- Label: Not Not Fun Records
»Supercool«, das brandneue ultra-hippe Frauen-Tandem! Die Not-Not-Fun-Mitbegründerin und Gründerin von 100% Silk, Amanda Brown (aka LA Vampires), die bereits erfolgreich mit Zola Jesus kollaborierte und selber auch noch als Pocahaunted ausflippte, braust nun, keineswegs unerwartet, mit ihrer Labelkollegin Maria Minerva im Video »A Lover And A Friend« in einer standesgemäßen Luxus-Limousine herum.
Erst kürzlich veröffentlichte Minerva ihr So...
»Will Happiness Find Me«
- Artist: Maria Minerva
- Label: Not Not Fun Records
»Hope for happiness, cause happiness is a warm gun.« Auf ihrem dritten Album packt die Lo-Fi-Pop-Göttin aus Estland wieder ihr zweischneidiges Schwert, für das ihr gesamtes Ouevre bekannt ist, aus: Maria Minerva fabriziert groovy Dance-Beats, wie z. B. den Opener »The Sound«, auf dem sie mit saloppem Old-School-House und verspieltem Klingelklangel im Hintergrund aufwartet. Demgegenüber versteht sie es danach über weite Strecken vortrefflich, mit ...
»Centipede HZ«
- Artist: Animal Collective
- Label: Domino Records, GoodToGo, Ribbon Records
- skug : 92
Nachdem ihr Vorgängeralbum »Merriweather Post Pavilion« (2009) überraschend zum kommerziellen Erfolg geriet, wird nun, in überholter Indie-Tradition, das neunte Album der experimentellen Underground-Indie-Heroes mancherorts gebasht was das Zeug hält. Zu Recht feiert das zweifellos zur seriöseren Rezeption gehörige britische Magazin »Wire« Animal Collective hingegen als Signatur-Band der Ära ab und bescheinigt »Centipede HZ« Selbstbewusstsein...
»The Laughing Stalk«
- Artist: Wovenhand
- Label: Glitterhouse, Hoanzl, Indigo
- skug : 92
Nach einer Dekade und sechs Studioalben wird David Eugéne Edwards (16 Horsepower) einstiges Nebenprojekt einer Frischzellenkur unterzogen. Bassist David Pascal Humbert und Drummer Jean-Yves Tolà verließen die Band. Ersterer unterstützt, wohl aus finanziellen Gründen, fortan seinen Vater auf dem Weingut in der Nähe von Bordeaux. Andererseits wirkte das diesjährige »Live At Roepan« leider ja bereits recht uninspiriert (siehe CD-Rezension auf s...
»Allelujah! Don't Bend! Ascend!«
- Artist: Godspeed You! Black Emperor
- Label: City Slang
Weil sie auf früheren Alben »Amerika« als »Dritte-Welt-Land« sowie »kapitalistische Todesmaschine« einstuften, wirft ihnen das einst gar fortschrittliche »SPIN«-Magazin nun dumpfbackengleich ein »cheesy college-green moralizing« und »occupying a cactus« vor. Sei?s drum. Wie mein Hippie-Opa schon seit geraumer Zeit zu sagen pflegt: »Once we were part of the solution, now we are part of the problem.«
Während Radiohead seit Dekaden nach dem State o...
»NO LOVE DEEP WEB«
- Artist: Death Grips
- Label: Pitchfork
- skug : 93
Huch, ein erigiertier Penis! Oh du Schreck! Doch nein, schaut: welch prächtiger Schwanz! ?brigens, wem gehört dieses Ding, besser gesagt, wofür steht diese Donnerlunte hier eigentlich?! Nein, dies ist kein »hässlicher weißer Pimmel«, wie etwa, garstig, das amerikanische »Spin«-Musikmagazin, ohne besagtes Glied zu zeigen, behauptete (»Spin« will natürlich keine einzige LeserIn vergraulen, oder am Ende sogar wegen des Steifen die Lizenz verlie...
»Retromania« or »Pop Revolution No.3«?
- skug : 92
On the German translation of the much-discussed tome by Simon Reynolds.
Translated into English by Friederike Kulcsar
»German version
»Spooky Action At A Distance«
Das Solo-Projekt des Deerhunter-Gitarristen Lockett Pundt lässt sich gut an. Zuerst gibt es ein kurzes Ambient-Intro und bereits mit dem darauffolgenden Song legt Pundt auf seinem zweiten Album los, als wäre die Welt/Zeit stehen geblieben: in verhallter Stimmung und mit ebensolcher Stimme wartet Pundt in bester Jesus and Mary Chain-Tradition und mit recht traditionell gehaltenen Sixties-Stones-infizierten Snare-Beats auf. Für seine Stimme wird Lo...
»Mr Impossible«
- Artist: Black Dice
- Label: Domino, GoodToGo, Ribbon Records
- skug : 92
Seit den späten Neunzigern zählt das ?berdrüber-Outfit aus Brooklyn zum Favoritenkreis des schrägen avanced Pop, und somit natürlich auch zu den Favoriten des Animal Collective. Ihr nahezu unklassifizierbarer Mix aus Experimental, Noise, Psychedelic, Drones und Electronic birgt durchwegs ?berraschungen. In »Mr Impossible« warten Black Dice jedoch erstmals mit Electro-Pop-Spielereien auf, die etwas beliebig klingen und gewöhnungsbedürftig sind. Ma...
»Who's A Fuzzy Buddy?«
- Artist: The Bastards of Fate
- Label: Import
- skug : 92
Durchgeknallt, durchgeknallt, durchgeknallt. Ein Desert-Island-Tipp! Damit wird man selbst bei vierzig Grad auf seiner griechischen Lieblingsinsel nicht kirre. Avantgarde-Pop der Spaß macht, ist rar, sehr rar. Doch hier, auf dem Debüt-Album der (ach-welch-toller-Bandname) The Bastards of Fate tut sich so etwas. Mit jedem Mal hören scheint da noch eine Tröte, die den Kindern kurz mal entwendet wurde, um richtig Rabazz zu machen, zu erklingen....
»Banga«
- Artist: Patti Smith
- Label: Columbia Records, Sony Music
- skug : 91
»Hey wake up, wake up!« (»Amerigo«). - Patti Smith gilt noch immer für viele Fans als ultimative Rock'n?Roll-Heroin, vorrangig natürlich ob ihres Debütalbums »Horses« (Produzent: John Cale, 1975). Nun wird seit ihrem fulminanten Comeback - Mitte der Neunziger Jahre, mit den beiden Alben »Gone Again« (1996) und »Peace And Noise« (1997) - praktisch jede Veröffentlichung als ihr zweitbestes Album, nach eben diesem Meilenstein, angepriesen. Dabei gin...
»I Can See The Future«
- Artist: Eleni Mandell
- Label: AL!VE, Make My Day Records, Yep Rock Records
- skug : 91
»I knew in my heart it would not last forever, but forever is a long,
long time.« - Seit einer Dekade gilt Eleni Mandell als
Singer/Songwriter-Juwel und Geheimtipp der Independent-Musikwelt
Nordamerikas. Nicht unähnlich Tom Waits, dessen Kumpane Chuck E Weiss
anfangs ihr Mentor war, könnten Mandells Songs gut aus einer
Pre-Rock-Ära stammen. Mit »I Can See The Future« präsentiert die
Folk-Pop-Chanteuse aus Los Angeles bereits ihr achtes Album...
»WIXIW«
Eine recht breite Masse der Hörerschaft hält Radiohead seit Ewigkeiten für das Nonplusultra, wenn es um Electronica im Bandformat geht. Weit gefehlt, Internet-Nerds orten den Status Quo, nun auch schon seit Lichtjahren, in wesentlich vertrackteren Gefilden. Und dort halten sich Liars auf. Während sie in der Vergangenheit mit dissonantem Funk-Punk und Avant-Rock/Noise mitunter als unhörbar, ja sogar als sadistisch (Pitchfork) eingestuft worden war...
»Quarantine«
I´m not a scientist but I know all things begin and end in eternity«, präsentiert sich Laurel Halo auf Twitter. Man muss ja nicht unbedingt WissenschaftlerIn oder EsoterikerIn sein: stöbert man im avancierten Popbereich, ist dies heuer einer der essentiellen Outputs. Nicht mit dumpfen Bumm-Tschack-Dancegrooves alles zukleisternd - die Künstlerin aus Brooklyn ist ja keineswegs dazu verpflichtet, des Hörers wegen unverantwortliche Zugeständnisse zu...
»Filters, Oscillators & Envelopes 1967-82«
»We have to train ourselves. So that we can improvise on anything: a bird, a sock, a fuming beaker. This is, this too can be music. Anything can be music.« - so ein Auszug aus den Linernotes zu »Uncle Meat« (1969). Don Preston war Keyboarder und Schlüsselfigur in der nach Alben-Outputs wohl kreativsten Phase (1966 bis 1974) von Frank Zappas The Mothers of Invention. Und er wirkte auch bei einigen tollen Alben von Captain Beefheart mit. Neben dies...
»Endless Flowers«
- Artist: Crocodiles
- Label: City Slang, Universal
- skug : 91
»Eins, zwei, drei, vier«, akzentfrei zählt die Schlagzeugerin der (schon wieder eine tolle Band) aus San Diego stammenden rockenden LoFi-Indie-Popper Crocodiles den Song »Sunday (Psychic Conversation #9)« ein, und demonstriert damit, dass sogar die deutsche Sprache für Popsongs kein Tabu sein muss - den Volks-Rock'n'Rollern soll sie ja doch nicht überantwortet werden, oder? Nicht nur besagte erste Single des dritten Albums erinnert an legendären ...
»Standing At The Sky's Edge«
- Artist: Richard Hawley
- Label: EMI, Parlophone
- skug : 91
»Britain is no longer a civilised society«, behauptet der Bariton-Crooner aus der Industriestadt Sheffield und wirft der Regierung seines Landes vor, die Rezession zu einer Politik zu missbrauchen, die England 125 Jahre in der Geschichte zurückwirft. Der Albumtitel seines siebenten Soloalbums sei eine Metapher für den gegenwärtigen Stand der britischen Politik, so der Ex-Pulp-Gitarrist, der sich auf seiner Tour de Psychedelia von den Streichern b...
All Together Now ... in the World of a Song
- Artist: Eleni Mandell
- skug : 91
- Texttyp: Interview
»Dr Dee«
- Artist: Damon Albarn
- Label: EMI, Parlophone
- skug : 91
Selbstverständlich ist es zu begrüßen, wenn Popmusiker ausgetrampelte Pfade verlassen um sich an neuartigem zu versuchen - das führte ja auch früher zu interessanten neuen Trends und Stilen im Pop. Hierfür ein Beispiel in jüngster Vergangenheit im avancierten Bereich ist z. B. das steile Projekt des Radiohead-Gitarristen Johnny Greenwood mit Krzysztof Penderecki, das hierorts aber leider nur über Import erhältlich ist - ein weiterer Fauxpas ...
»Lucifer«
- Artist: Peaking Lights
- Label: EMI, Parlophone
- skug : 91
Das hippe Hippie-Ehepaar Peaking Lights behauptet, der Albumtitel »Lucifer« rühre von einer Tagtraumeingebung her. Deshalb verließen sie, natürlich mit ihrem Baby Mikko, wohl auch die Westküste, um mit Unterstützung des Tontechnikers Al Carson (Oneohtrix Point Never, Yeasayer) diesen tollen Mix aus Krautrock, Dub und Dance zu entwerfen. »Lucifer« bedeute »Venus, bearer of light«, der Sonnenaufgang naht. Wohl deshalb eignet sich ihr drittes A...
»Live At Roepan«
- Artist: Woven Hand
- Label: Glitterhouse, Hoanzl
- skug : 91
Ursprünglich im Jahre 2002 als Nebenprojekt von 16 Horsepower gegründet, lieferte Frontmann/Mastermind David Eugéne Edwards mit Woven Hand bislang beständig hochqualitative Americana/Alternative-Country-Ware ab. Nun fällt es einem allerdings schwer, sich mit diesem Doppelalbum anzufreunden. Bis auf wenige Momente mag im niederländischen Kirchenkonzert in Otersum (Dezember 2010) nicht so recht Stimmung aufkommen. Auch wenn Edwards in seiner Jugend...
»Boys & Girls«
- Artist: Alabama Shakes
- Label: Beggars Group, Indigo, Rough Trade
- skug : 91
Nach ihrer feinen Four-Track-EP im Vorjahr (hier nachzulesen) wartet die an Janis Joplin gemahnende Frontfrau Brittany Howard nun mit dem Debütalbum ihrer Alabama Shakes auf. Kürzlich bezeichnete das renommierte britische Musikmagazin »NME« Alabama Shakes sogar als the World?s Greatest New Band, was natürlich nur dann stimmt, wenn man in den Sixties hängen geblieben ist oder Amy Winehouse als State of Pop missversteht. Obwohl Alabama Shakes wiede...
»This Is PiL«
»We come from chaos/You cannot change us!« Veröffentlicht eine Post-Punk/New-Wave-Partie der Siebziger nach zwanzig Jahren Pause ein neues Album, könnte man dieses wohl gleich mal dissen, denn ein bedeutendes Ereignis ist da kaum zu erwarten. Andererseits könnte man auch mal in das Album reinhören, obwohl das für das Gros der Musikkritiker wohl auch wieder nix bewirken würde. Ein Glücksfall. In diesem Falle ist doch etwas Relevantes dabei herausg...
»Master Of My Make-Believe«
Aus dem Konvolut der Mega-Pop-Models ragen viele mit geilen Videos, leider aber nur wenige mit attraktiven musikalischen Outputs heraus. Wen wundert es da, dass die kids vorrangig Musikmagazine/pics sammeln oder Videos sehen. Santigold ist eine löbliche Ausnahme. Sie belässt es nicht dabei, mit ihren Kolleginnen erst zu kollaborieren und sie danach zu dissen, sondern sie kollaboriert auch mit den richtigen Typen, wie z. B. mit Switch (nun auch Be...
»A Monument«
- Artist: Tu Fawning
- Label: City Slang, Universal
- skug : 91
Auf dem Debüt »Hearts On Hold« (2011) nahm die aus Portland, Oregon stammende Formation Tu Fawning ihre düsteren Songs z. T. getrennt im Studio auf und erarbeitete diese erst im Nachhinein als Band für die Shows. Nachdem man ( zwei Frauen, zwei Männer) ein Jahr auf Tournee war, spielte die Band »A Monument«, ihr zweites Album, als kompakte Truppe ein. Nun gewann ihre Musik zwar an Dynamik und die Synthieanteile nahmen zu, doch auf dem siebeneinha...
»Blunderbuss«
- Artist: Jack White
- Label: Beggars Group, Indigo, XL
- skug : 91
»I got some words for your ass, you better find somebody else up the street.« (»Trash Tongue«). Dem als Egomaniac verschrieenen Jack White sind mit der Drummerin Meg White also Ehefrau und The White Stripes flöten gegangen. Verwunden hat er das noch nicht, im Gegenteil, sein erstes Soloalbum widmet er praktisch den maliziösen, hinterhältigen Frauen - was vom künstlerischen Standpunkt aus ja nicht das allerschlechteste sein muss. Während man ...
»Locked Down«
Leider ist selbst eine Tasten-Koryphäe wie Dr. John nicht davor gefeit, lauwarme Alben zu veröffentlichen, man erinnere sich an den Großteil seiner zuletzt erschienenen CDs. Auf seine alten Tage überlegte es sich der Voodoo-Meister nun aber und holte jemanden ins Boot, der mit ihm, ehe das Schiff versinkt, noch alles zu einem versöhnlichen Ende bringt. Für diese Produktion zeichnet also Dan Auerbach (Black Keys) mitverantwortlich und der ver...
»All Through The City« (with Wilko 1974-1977)
»She Does It Right«, »Boom Boom«. Bereits die ersten beiden Nummern ihres Debütalbums »Down By The Jetty«, hier mit 1974 angegeben, aber eigentlich erst im Jänner 1975 erschienen, lassen keinen Zweifel darüber aufkommen: da ging fürchterlich die Post ab. Dr. Feelgood war die ultimative britische Pub-Rock-Band der Siebziger. Schnörkelloser, geradliniger, ehrlicher Rock'n?Roll (ohne Overdubs).
Dr. Feelgood veröffentlichten drei tolle Alben. Nach be...
»Hive Mind«
Als Sex Worker präsentierte Daniel Martin-McCormick auf Not Not Fun im Winter 2010 das recht hippe Album »Waving Goodbye«. Ursprünglich polterte der in Washington DC aufgewachsene McCormick ja mit Hardcore in der Formation Black Eyes auf dem Dischord-Label herum. Wenn er sich Mi Ami nennt, dann geht bei ihm Punk in Richtung Dancefloor ab. Und als Ital unterhält er schließlich sein House-Music-Projekt. Im eingängigen Debüt-Album-Opener »Doesn...
»Ekstasis«
Ach, welch mediales Getöse doch um die zur aktuellen Lo-Fi-Pop-Göttin gekürten Julia Holter wegen ihres »Tragedy«-Nachfolgealbums veranstaltet wird. Dabei verstieg sich die Kalifornierin kürzlich doch glatt in der Behauptung, das große Problem des Homerecordings wäre die Faulheit - und nicht etwa die (Selbst-)Ausbeutung - der Independent-MusikerInnen. Gut, Holter ist wirklich alles andere als faul, studierte sie doch Kunst und klassische Mus...
»The Dreamer«
- Artist: Etta James
- Label: Universal, Verve Forecast
- skug : 90
Zum Vermächtnis der am 20. Jänner 2012 73-jährig verstorbenen Soul/Blues/R&B-Sängerin Etta James darf auch dieses formidable Cover-Versionen-Album gezählt werden. James wartet gleich im Opener »Groove Me« (King Floyd) mit sehr energetischen Vocals - die übrigens frappant an Willy DeVille gemahnen - auf! Unter den durchwegs exzellenten elf Interpretationen befindet sich überraschenderweise auch Guns n? Roses' »Welcome To The Jungle«. Jeweils z...
»Grinderman 2 RMX«
- Artist: Grinderman
- Label: Mute
Mit seiner Band Grinderman hat sich Nick Cave eine sexbesessene Rock'n'Roll-Frischzellentherapie verordnet, aber wer kann das dem alten Bock schon verübeln. Nun versammelt er Remixes, Reinterpretationen & Kollaborationen vom zweiten Grinderman-Album, die allerdings durchwegs so-la-la geraten sind. Freilich nicht wirklich übel, wurden ja durchwegs alte Bekannte rangelassen, doch den Songs wird kaum Relevantes angetan/hinzugefügt - am anspreche...
»The Journey Is Long«
- Artist: The Jeffrey Lee Pierce Sessions Project
- Label: Glitterhouse, Hoanzl
- skug : 90
Kein Ende in Sicht. Weit ist die Prärie. Hier handelt es sich keinesfalls um dritte oder vierte Aufgüsse von Songs, sondern, man höre und staune, um brandneues Material des im Jahre 1996 verstorbenen Jeffrey Lee Pierce (The Gun Club). Jeffrey konnte oder wollte seine Aufzeichnungen/Skizzen nicht zu Ende bringen. Nun springen aber gleich drei CD-Veröffentlichungen, wovon dies die zweite ist, davon raus. Dafür sorgen Hinterbliebene wie Nick Cave, M...
»Wrecking Ball«
- Artist: Bruce Springsteen
- Label: Sony Music
Bruce Springsteen ist der Beethoven des Rock'n'Roll. Während jener die Symphonie der Wiener Klassik zur höchsten Entwicklung führte, perfektionierte Springsteen den Rocksong und stellt - auch deshalb, weil er fortwährend die Rockgeschichte in seine Songs einarbeitet, wie diesmal z. B. Johnny Cash, aber es finden sich auch Fragmente von Roy Orbison, CCR, The Rolling Stones oder Dylan - den Klimax des Genres dar. Wie kein anderer vertritt Springste...
»La Grande«
- Artist: Laura Gibson
- Label: City Slang, Universal
- skug : 90
Laura Gibson, die Singer/Songwriterin aus Oregon, bringt auf ihrem dritten
Album etwas Pepp und vor allem dezente Drums in ihr romantisches Folk-
Spiel. Ihre Stimme erinnert mal an die frühe Goldfrapp, dann wieder an Beth
Gibbons (Portishead). Die Aufnahme-Ästhetik ist wie gehabt Lo-Fi und mit Field-
Recording-Touch. Zumeist spartanisch instrumentiert, erfährt Gibson solide
Unterstützung u. a. von den Decemberists. Sind Lauras Erzählungen mi...
»Chimes Of Freedom - The Songs of Bob Dylan«
- Artist: Various Artists
- Label: Amnesty International, Fontana, Universal
- skug : 90
Mit Ausnahme unseres Bundespräsidenten und des Manner-Schnitten-Chefs haben wohl eh schon so ziemlich alle Promis des Landes ihren Senf zu Bob Dylan, unseren liebsten verlorenen Sohn, in sogenannten Quali-Medien abgegeben. Etwaigen Vergessenen bietet die Amnesty-International-50-Jahrfeier nun mit vier CDs voll Dylan-Coverversionen aber noch eine Gelegenheit zum Tratsch. Bobs Geburtstag steht übrigens auch bald wieder, am 24. Mai, an. Grundsätzlic...
»Between The Times And The Tides«
- Artist: Lee Ranaldo
- Label: Beggars Group, Indigo, Matador
- skug : 90
Jede Rockband hat ihre Zeit. Die Zukunft seiner Stammformation Sonic Youth ist nun ungewiss, da sich das Traumpaar, Kim Gordon (58) und Thurston Moore (53), nach siebenundzwanzig Ehejahren im vergangenen Oktober getrennt hat. Nun legt der sogenannte andere Gitarrist von Sonic Youth, Lee Ranaldo (sein avantgardistischer Ansatz inspirierte einst Kurt Cobain) mit seinem ersten Popalbum nach. Experimentelles und avantgardistisches spart Ranaldo hier ...
»Ex-Military«
- Artist: Death Grips
- Label: Third World
- skug : 89
Zweifellos sollte man mit Superlativen sparsam umgehen - nahezu jeder Pressetext übertreibt schamlos. Hört man aber endlich mal wieder einen genreübergreifenden Avantgarde-HipHop (Hardcore, Post-Industrial, Punk), der es versteht, einen tief zu verstören, ja zutiefst zu verstören, dann hat das nicht nur was, dann muss das raus. Death Grips ist eine nach dem Todesgriff benannte Truppe aus Sacramento. Das geradezu angsteinflößende Cover-Foto i...
»s/t «
- Artist: Alabama Shakes
- Label: EP, Pid
- skug : 90
»You Ain't Alone«. - Schnell noch ein Neujahrs-Tipp für die Sixties-Garde: Althergebrachter Soul-Rock muss nicht immer schlecht sein. Das beweisen die Alabama Shakes, die Retro-Soul auftischen, den sich Auskenner schon seit Ewigkeiten nicht mehr freiwillig anhören. Bei den Shakes tangiert dann wiewohl nicht Schunkelei - die sind ja echt groovy! -, sondern einzig und alleine die saugute Stimme der Frontfrau. Brittany Howard ist ein gehöriges Bröck...
»Red Chamber Music«
- Artist: Son Of The Velvet Rat
- Label: Monkey Music, Rough Trade
Der Grazer Georg Altziebler hat für die Songwriter-Zunft und den Song bereits mehr geleistet, als dies, Gott hab ihn selig, Ludwig Hirsch sein ganzes Leben lang getan hat. Das vierte Album ist nun das erste, mit dem der heimische Singer/Songwriter vollauf zufrieden ist. Wen wundert's: Diesmal konnte sogar die hochkarätige Lucinda Williams - die sich bereits vor zwei Jahren bei seinem Konzert in L. A. für ihn begeisterte - für zwei Duette gewonnen...
»2011 GB City«
- Artist: Bass Drum Of Death
- Label: Fat Possum Records
- skug : 89
Na, wer wird denn da verloren gehen, im schmuddeligen Garage-Rock'n'Roll? Alles im grünen bzw. roten Bereich. Das Gitarre-Schlagzeug-Duo aus Mississippi knallt los, als gäbe es keine Krise. Don't fuck with my money. Richtig, nur fetziger Garage Rock'n'Roll kann uns retten. Manchmal gibt's hier sehr viel Echo und Hall? Ja. Manchmal übersteuert die gesamte Aufnahme? Zweifellos. Melodien werden im Keim erstickt? Ja, Gott-sei-Dank! Lass es raus, lass...
»Gorilla Rose«
- Artist: Kid Congo Powers & The Pink Monkey Birds
- Label: In The Red
- skug : 89
Auf zur Chicano-Garage-Rock'n'Roll-Party! Kid Congo Powers besinnt sich der LA-Punk-Szene der Siebziger Jahre und widmet das Album seinem damaligen Vorbild Gorilla Rose. Toll. Für seine Rock'n'Roll-Buddelarbeit bei The Cramps, Nick Cave und The Gun Club wird Powers sowieso mal im Rock-Olymp landen. Hier geht's ab zur dritten Boogaloo-Party der Pink Monkey Birds. In »Bunner Mentality« gemahnt Powers Sprechgesang an Mark E Smith (The Fall), während...








