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»Keine Freundlichkeiten, nur Musik«

  • Artist: Peter Brötzmann
  • Label: Catalytic Sound, Trost
  • skug : 88
  • Texttyp: Interview
article_5874_peter_brotzmann_full_blas_150.jpg Peter Brötzmann hat im Jahr 2011 zwei Monate vor Bob Dylan einen runden Geburtstag gefeiert. Nicht nur aus diesem Grund ist sebst heuer noch viel los im Brötzmann-Land. Zwei Filme sind erschienen, ein Wiener Label bringt alte und neue Einspielungen raus, und an vier Tagen im November stand der Schlachthof Wels ganz im Zeichen von Brötzmann und seinen quer über den Globus verstreuten Mitspielern. skug wirft dazu zwei lange Interview-Auszüge ins Re...

»Wilderness Heart«

article_5591_wilderness_heart_150.jpg Die Redaktion legt nahe, ein wenig mitzureflektieren, was Vorredner zu sagen hatten. Natürlich das Offensichtliche: Black Mountain haben ihr Material entschlackt und pressen ihre disparaten Ansätze diesmal in kompakte Songs. Es ist auch immerhin ihr schwieriges drittes Album. Einer spricht von den schwächsten Songs bislang, der andere meint, jetzt hätten sie endlich Material, das mit ihren Vorbildern Led Zeppelin, Black Sabbath und Deep Purple (w...

»Onrushing Cloud«

article_5579_bgp_150.jpg Alle drei haben auf Häpna veröffentlicht, heißen mit vollem Namen Andrea Belfi, David Grubbs, Stefano Pilia und machen das, was Diedrich Diederichsen mit unter akademischen Bedingungen erarbeiteter Popmusik gemeint haben muss (eine Förderzusage wurde erteilt). Grubbs und Pilia spielen reduzierten Connors-Blues, Belfi programmiert Software und Perkussion. Es ist richtig, wenn der Promozettel das ein Power Trio nennt, Kraft darf ja gelegentlic...

Gods And Goddesses

  • Artist: Brant Bjork
  • Label: Low Desert Punk/Cargo
Was ich beim Vorgänger noch wohlwollend als autoreflexive Metatextualität umschrieben habe, möchte ich diesmal direkter benennen: Stillstand. Sein lyrisches Repertoire hat Brant Bjork vor etwa drei/vier Alben erschöpft, bei seinen derzeitigen Äußerungen ist nur mehr der Gestus deklamatorisch. Die leeren Worthülsen sind wie immer in gut geerdetem Stoner Rock eingebettet und mit geschmackvollen Muso-Einlagen á la...

»Anonymous«

article_4165_tomahawk-a_150.jpg Von Mike Patton ist man einiges gewohnt, dass er diesmal die Wurzel seiner Musik bei den amerikanischen Ureinwohnern sucht, kommt dennoch überraschend. Gesänge und Rhythmen der Hopi bilden das Fundament der Songs von »Anonymous«, der Vierviertel-Takt der Cowboy-Rocker fehlt fast zur Gänze. Das Konzept geht auf. Die zum Trio geschrumpfte Formation entwirft eine völlig originelle Soundwelt, in der sich Duane Denison neben seiner Gitarren- und Bass-...

»Atomic Yggdrasil Tarot«

Der hauptsächlich als Sänger der stets frisch gebliebenen Lungfish bekannte Higgs treibt seit geraumer Zeit auch solo einiges an Energien zusammen. Vorliegender Tonträger präsentiert ihn uns nun als Gitarrenimprovisator mit geschmeidiger Lo-Fi-Ästhetik. Übers esoterische Subject Matter möchte ich mich jetzt nicht auslassen, das führt ja nur zu schlechtem Karma. Wo »Yggdrasil Tarot« draufsteht, darf man sich keinen Rock'n'Roll-Powertrip ...

»Revenge!«

  • Artist: Robbie Fulks
  • Label: Yep Roc/Trost
article_4210_robbie_ful_150.jpg Untertitel: »Applause was not enough ... He would make them all pay!« Fulks wird immer wieder gerne unterstellt, er brächte nicht die nötige Ernsthaftigkeit auf, um sich den klassischen Spielarten von Country gewinnbringend anzunähern. Warum? Dieser günstig zu erwerbende Live-Doppelschlag (eine elektrische und eine akustische Vorstellung) unterstreicht erneut seine Songwriter- und Performer-Klasse, da lässt sich wohl der ein oder andere Kalauer v...

»Human The Death Dance«

Da meint ein ungenannt bleibender Info-Schreiber: »He's the best lyricist of his generation«. Welche Generation ist gemeint? Weiße Mittelstands-Kids, die Honig statt Zucker verwenden, weil's gesund ist und sich sonst alle erhältlichen Drogen reinziehen und ihr Pseudo-Wissen aus zweifelhaften Internet-Foren beziehen? Und die in ihrer umnebelten Paranoia um ihre demokratischen Grundrechte fürchten (freier Substanz-Verkauf an jeder Straß...

»Hibernaculum«

  • Artist: Earth
  • Label: Southern Lord/Trost
article_4202_hibernacul_150.jpg Der Fetischist wird zweimal das Börserl bemühen müssen. Die CD-Version kommt mit einer Bonus-DVD, die eine dösige Doku - »Within The Drone« - über die letzte Europa-Tour beherbergt und Vinyl ist nun mal Vinyl. An Musik sind vier Einheiten zu vermelden. Drei davon sind Neueinspielungen älterer Earth-Stücke im Hex-Style und dann gibt's noch einen sehr gemächlichen neuen Viertelstünder. Die Besetzung ist wie bei Hex ausladend ökonomisch mit Bass, Tr...

»Baby 81«

Haben leider in der Kategorie dumpfes Mainstream-Rock-Album dieser Ausgabe und dieses Reviewers knapp gegen Turbonegro gewonnen. Nämlich weil Sound leiwander und geschmackspolizeilich betrachtet dank The Jesus & Mary Chain den anderenorts bemühten New-Wave-of-British-Heavy-Metal-Zitaten leicht überlegen. Nichts gegen die Maiden - Gott bewahre! Die BRMCer geraten zwar mitunter in Tränensack-Verdacht, sind aber offenkundig genuine Depressanten und ...

»Souls Of The Labadie Tract«

Professor Grubbs liefert die Töne zu einer Poesie-Lesung, die inhaltlich weit außerhalb meiner kognitiven Reichweite liegt. Ich weiß, dass nur ein Idiot sein Unvermögen herausposaunt, aber Schande, wem Schande gebührt. Den Infowisch hab ich auch verschmissen, ein letzter Erinnerungsfetzen die Labadie-Sache betreffend ... Huch, steht eh alles im Booklet! Also es handelt sich da um eine Quietisten-Sekte, die ihr niederländisches Büro au...

Chicago Jazz Control

Alles wird einmal langweilig und nach etwa hundert Rezensionen über das Chicago-Jazz-Klüngel wollte ich die im Folgenden vorgestellten Scheiben nicht einmal als gut wieder verkaufbare Promos abstauben. Die Überraschung war umso größer, als ich mir »A Discontinuous Line« (Atavistic/Trost) der letztlich fad gewordenen Vandermark 5 reinzog. Der gute Ken führt seinen Fünfer darauf endlich wieder in neue, verschärfte Territorien und m...

»Cansei De Ser Sexy«

article_4058_css_150.jpg Wilder Elektrorock aus Sao Paulo. Fünf Frauen und ein eindeutig männlicher Schnauzbartträger sind in der Combo - mal was anderes. Sex ist Thema Nummer Eins, das könnte als Konzept aufgehen und ein paar Leute neugierig machen. Als Musik ist es nicht wahnsinnig aufregend. Sympathischer Electroclash-Rock halt, mit teilweise handelsüblichen Diskobeats und melodisch unaufregenden, aber herzhaft skandierten Refrains. Garage-Punk-Gitarren und ein komple...

»Die Donnergötter« | »An Angel Moves Too Fast To See«

Archivarische Ausgrabungen, die für die New Yorker Pseudo-Kunstwelt sicher wahnsinnig bedeutend sind, aber ihrer Legende nicht standhalten können. Rhys Chatham hatte nie besonders viel Glück. Beeinflusst von Tony Conrad & Co vergnügt er sich Anfang der 70er in minimalen Gong-Workouts bis er circa beim Auftauchen der Ramones die Stromgitarre entdeckt. Seine Band Gynecologists ist Brian Eno für »No New York« zu arty und Glenn Branca klaut...

»Free Jazz Classics Vols. 3 & 4«

Jazz Qua Jazz. Diesmal wurden Sonny Rollins und Roland Kirk für honorig befunden, keine Einwände! Ich teile nicht Ken Vandermarks Einschätzung, dass es sich bei der Musik der beiden um vernachlässigte Großtaten in Sachen Komposition, Improvisation und Ausdruckserweiterung handelt. Ich dachte immer, die gehören genauso zum Einmaleins wie Coltrane und Mingus. Egal, Vandermarks flotter Fünfer nützt das aus anderer Feder stammende Materia...

»Just Like The Fambly Cat«

Genau wie bei so mancher Familienkatze ist bei Grandaddy scheinbar ein endgültiges Wegstreunen zu beklagen. Als Grande Finale erscheint diese letzte Sammlung so zirka aller bisherig demonstrierten Spielarten der Band um den nunmehr bartlosen Jason Lytle. Mit seinem Breitwalz-Pop erinnert er an seinen Initialen- und vielleicht Ästhetik-Buddy Jeff Lynne. Die Teenager-Symphonien an Gott hat zwar schon Brian Wilson geschrieben aber das ist...

»Around« | »Songs And Other Things«

Gepflegter Doppelschlag nach zehn Jahren Pause, aber doch leicht unterkühlt. Passt ja ganz ausgezeichnet, dass Non-Punk-Patti diesen Nicht-Punk-Kollegen als Gitarristen in ihrer Band hat. Verlaine & Co waren schon als Television viel näher bei Grateful Dead als bei den Ramones. Endlose Tonleiter-Explorationen, Gruppenimprovisationen und viel nerdiger Muso-Shit standen schon im Zentrum dieser CBGB-Kultformation. Das ging dann noch den Bac...

»Classic Puppets«

Bei den Meat Puppets bin ich in einer Art und Weise Fan, die nicht mehr gesund ist. Eine weitere Kompilation ihres SST-Materials (nach »No Strings Attached«) erscheint trotzdem nicht als zwingend notwendig. Der Versuch im Booklet, durch lange Zitate aus Interviews einen bandinternen Blick auf die Bandgeschichte zu präsentieren, ist dafür rundum gelungen. Neben zwei erst jüngst veröffentlichten Outtakes haben es auch noch einige erstmals erhältlic...

»Don´t Cry To Me«

Ein Bluegrass-Musiker auf Thrill-Jockey, das wurde ja auch Zeit! »Don´t Cry To Me« ist der Soundtrack zu »King Of Bluegrass«, einer großangelegten Dokumentation über Jimmy Martin. Es beginnt mit Aufnahmen von der Lousiana Hayride (nach der Grand Ole Opry eine der einflussreichsten Radioserien mit Live-Übertragungen) mit Bill Monroe aus 1954 und wechselt dann zu eigenen Shows der Sendung mit seinen treuen Sunny Mountain Boys. Martin spi...

Sub Pop/Trost

  • Artist: The Shins
  • Label: Chutes To Narrow
  • skug : 59
Es soll Schlimmeres geben wie Sixties-Fanatiker, solange sie solche Songs wie The Shins schreiben können. Was spricht dagegen, Songschreibekunst im Geiste von Arthur Lee, Brian Wilson oder Ray Davis anzuvisieren? Dieses Trio mit ein paar Erweiterungen als eine Wurzel von Pop zu begreifen, ist kein Fehler. The Shins hängen ungeniert in einer Zeitspirale fest, in der Power-Pop beinahe alles ist, was zählt. Wie dem »Buddy Holly«-Video entsprungen, w...

»Walking loud ...«

Drittes Album des Instrumentalquartetts aus Tokio, wieder in all seiner spannungsgeladenen, dynamischen Wucht von Steve Albini super eingefangen. Mono sind fanatisch besessen von länglichen Spannungskurven, die sie in unerhörten Sphären flächiger Distortion-Sause der zwei Gitaristen enden lassen, während die Rhythmusachse Schlitten fährt und sowohl Bass als auch Schlagzeug ungezwungen abhotten. Die acht in Breitwand-Aurorama ausgebreiteten Reisen...

»It´s All Around You«

article_2412_all_around_150.jpg Die legen eine unerhörte Sophistication an den Tag. »It´s All Around You« ist das bisher am besten exekutierte Werk von Tortoise; ein ganzes Jahr hat die Scheibe in Anspruch genommen und den Aufwand hört man dem völlig von Holzhammer-Hipness befreiten Tonträger an: Es ist ein prachtvoll editiertes Album, vollgepackt mit minutiösen Details, kleinen Verschiebungen und reichhaltigen Arrangement-Ideen. Wohlplatzierte Ausritte in heftige Fahrwasser (i...

»Virginal Co Ordinates«

Es beginnt wie Mahler für Arme, bis in ein süßlich sanftes Motiv einsetzt, kammermusikalisch gebracht und mit jeder Menge Keyboards beladen, und dann passiert es: Mike Patton, dieser gottlose Strebertyp von einem Musik-Virtuosen, hechelt erste ephemere Gesangslinien ins Mikro und bei diesem Hörer gibt es einen Kurzen. Es folgt das esoterisch angehauchte Stück »Doorway To The Sun«: 19 Minuten Bassoon-Gezirpe plus »Sound Movements«, die selbs...

»Howling ... It Grows And Grows!!!« | »Fuckin A«

  • Artist: The Catheters | The Thermals
  • Label: Sub Pop, Trost
  • skug : 59
article_2408_igag_150.jpeg Ein Sub-Pop-Doppler, der so fein schmeckt, als wäre er schon Ende der 80er entkorkt werden. Ich weiß, das ist schon mein dritter Suffix in dieser Ausgabe: mir fehlt das Zeug! Beide Bands sind super, wie mir scheint hat das Label gerade einen guten Lauf. The Catheters aus Seattle beziehen sich mit ihrem Punk-Rock??n??Roll voll auf die Wurzel Mudhoney, auf deren Konzerten sie wahrscheinlich aufgewachsen sind und stinken ihre Hosen ähnlich voll...

»A Guess At The Riddle«

Nach Duoplatten mit Mats Gustafsson und Loren Connors wieder eine »Song-LP«. Wobei Grubbs auch in den strikteren Formaten seine an anderen Orten ausgeloteten Musizierweisen integriert. So sind Kollaborationen mit den Crash-Elektronikern Matmos genauso vertreten wie intimere Vorträge mit akustischen Instrumenten (Piano, Cello) oder langgezogene sich wiederholende instrumentale Muster, die unvermittelt einen Song übernehmen. Das erste Drittel ist a...

»Peace Love Death Metal«

  • Artist: Eagles Of Death Metal
  • Label: AntAcidAudio/Trost
  • skug : 59
Als LP genossen ein länglicher Scherz mit zu vielen Wiederholungen. Jesse »the Devil« Hughes (Gitarre, Gesang) und »Baby Duck« (aka Josh Homme, dr, backing voc), die als Denim-Poser hier ihre Pennäler-Schmähs drücken, liegen so penetrant unter der Gürtellinie, dass es nur noch bedingt lustig ist. Im Vollsuff reingezogen, kann es schon sein, dass man dem hölzern polternden Charme der Jungs erliegt, bedienen sie hier doch vor allem die Gelüste des ...

»The Tropics Of Love«

Das letztjährige (Doppel)Album »Amore Del Tropico« als »Tropical Murder Mystery« im DVD-Format neu aufgelegt. Wahrlich ein Mordsunterfangen.Etwas überambitioniert ist das Ganze vor allem hinsichtlich des offenkundig nicht vorhandenen Budgets schon ausgefallen, aber Respekt für den Versuch. Da die Songs aber auf Story-Tauglichkeit hin geprüft ohnehin eher als traumartige Gewebe dastehen, ist die fahrige Trash-Optik gar nicht so unpassend für die d...

»Life On The Fly«

Eine Überraschung: Das ehemalige Scissor Girl präsentiert eine pianogrundierte Song-LP als ihre zweite Soloveröffentlichung. »Life On The Fly« sammelt tiefenpsychologische Reflexionen über zu schnell verstreichende Zeit, die mit vergangenen musikalischen Codes beladen sind. Versatzstücke von Roxy Music (bratzige Keyboards und Bläser), Robert Wyatt (ungewöhnliches Gesangs-Timing) und Steely Dan (penible Arrangements mit heftigen Lead-Gitarren...

»Back Together Again«

Acht mal langgezogene Schlagzeug/Saxofon-Reflexionen auf langen 70 Minuten. Anderson und Drake erscheinen mir hier nicht, trotz ihrer über Jahrzehnte langen gelegentlichen Zusammenarbeit, als ein ideales Duo. Anderson kenne ich vor allem als sehr subtilen Saxofonisten, der es sich zum Markenzeichen gemacht hat, formvollendete Mikroskop-Studien kurzer, melodischer Riffs zu intonieren. Drake ist klar eine andere Generation, und er wirkt in diesen i...

»If You Can't Beat 'Em, Bite 'Em«

Das Intro macht es schon klar: »Music For Masturbation«.. Und es wird hier wirklich gitarristisch und schweinemäßig gewichst, bis der Rock-Doktor kommt und sagt: Alles in Ordnung, weitermachen! Das ist genau der Kosmos in dem ich mich wohl fühle. Exaltierte Stimmen, Fuzz-Bässe, massenhaft Distortion, 60´s-Garage-Flavor, humpelnde Drums, frei fließende Harmonien; auf einen Nenner gebracht: Freedom Rock im Geiste von Funkadelic und MC5....

»Liberation«

Wenig Zynismus, kein Schalk auf Album # 6, denn: »It´s not funny anymore/You used to make me laugh/when you open up your mouth«. Bush ist nicht nur am Cover, Trans Am samplen ihn auch ausgiebig auf »Uninvited Guest« und stellen »Liberation« im Gesamten gegen seinen Horror. Die inhaltliche Deutlichkeit hat dabei der Musik wieder zu einem stärkeren Fokus verholfen. Genug ausprobiert haben sie ja im Laufe der Zeit; die Bündelung der Qualitäten ist h...

»Introducing Lemon« | »Gumballhead The Cat«

Die unbeirrbarsten Vertreter, die aus der Ursuppe der Chicagoer No(w)-Wave-Szene übrig geblieben sind, wollen es gleich mit zwei Veröffentlichungen noch mal wissen. »Gumballhead The Cat« versetzt uns nochmals in seligere Skin-Graft-Zeiten und kommt als Soundtrack-CD zu einem Comic im 7"-Format, in dem der nihilistische Kater Gumballhead auf eine Sauftour mit eingewobener Krimihandlung geht. Fragt mich nicht, wie das geht, aber die Musik ist zum C...

»Salt«

Das kommt gelackt rüber und geht runter, wie nur der allerbeste Wein. Artos 2004er-Modell unterscheidet sich nur in feinsten Nuancen von vorherigen Jahrgängen. Beat-Doktoren könnten leichte Variationen im synthetischen Bereich orten, erstmals auftauchende neue brasilianische Songwriting-Talente entdecken und den ein oder anderen Produktionsgimmick goutieren. Für den gewöhnlichen Nebenbei-Chiller bleibt alles beim alten. Perfekt geschmiedeter Erwa...

»Virginal Co Ordinates«

Es beginnt wie Mahler für Arme, bis in ein süßlich sanftes Motiv einsetzt, kammermusikalisch gebracht und mit jeder Menge Keyboards beladen, und dann passiert es: Mike Patton, dieser gottlose Strebertyp von einem Musik-Virtuosen, hechelt erste ephemere Gesangslinien ins Mikro und bei diesem Hörer gibt es einen Kurzen. Es folgt das esoterisch angehauchte Stück »Doorway To The Sun«: 19 Minuten Bassoon-Gezirpe plus »Sound Movements«, die selbs...

»Who Killed the Zutons«

article_2236_thezutons__150.jpg Macht Euch keine Sorgen, ihr Vertreter einer neuen Liverpool-Szene. Ihr seit auf Sony und Ian Broudie hat Euer Album produziert. Niemand will Euch umbringen, besonders, nachdem man so viel Geld und Hoffnung in die Maschine gesteckt hat. The Zutons sind eine weitere dieser allerorts grassierenden Bands, die ihre Referenzen unumwunden zur Schau tragen. In diesem Fall: Monkees, britische Invasoren, verflossenes Liverpool-Gesocks, und ein von der Com...

Ten

Es hat lange gedauert und es hat sich viel getan. Seit den titellosen Einheiten des nach wie vor einzigartig dastehenden Debüts mit seinen damals völlig neuartigen Sounds sind drei Jahre vergangen, eine Ewigkeit im Abstract-HipHop, diesem dümmsten aller Genres. Wie nennen wir es heute? Ich wäre für Post-Confusion-But-Not-Yet-Mainstream-Hop, denn eine zurückgewonnene Klarheit bemächtigt sich der Tunes, klare Songs schälen sich aus dem Kabelsalat u...

»Heroin King Blues«

Aber hallo! Haben die nicht gerade ein Meisterwerk rausgeschossen? »Heroin King Blues« hat vielleicht nur sieben Songs, rangiert aber dank der Fülle an neuen Ideen und ungebrochen abenteuerlustig daherkommenden Klängen als weiterer vollwertiger Eintrag in die Diskographie. Die relative Knappheit wird für stimmungsmäßige Stringenz ausgenutzt, die reinen Soundeskapaden außen vor gelassen. Wenn ich das richtig verstehe, geht es hier wie...

»Slon«

Die Terrainsieger in Sachen PC-Jazz (ich meine sowohl die Verwendung von Computern, als auch einen politischen Ansatz) geben sich auf ihrem etwa sechsten Album wie immer spielfreudig und spontan. Diesmal haben sie ihre methodischen Herangehensweisen wieder aufgesplittet und untersuchen in den neun Stücken eher unvereinbar scheinende Spielweisen, die sie kaltblütig aneinander reihen. So ein Prozessor lässt sich ja alles gefallen! Von Parkeriana b...

»Awcmon/Noyoucmon«

  • Artist: Lambchop
  • Label: City Slang/EMI
  • skug : 58
article_2192_lambchop-a_150.jpg Formatspielereien sind seit ihrem Beginn vor etwa 15 Jahren Markenzeichen von Lambchop. Diesmal hätten es zwei separate LPs werden sollen, doch ein zu abgefahrenes Konzept für die kleindenkenden Strategen der Marketingabteilung. Jetzt läuft das Füllhorn erlesener Sounds der Doppelpackung halt über, und viele Kritiker werden sagen: Hätte man nicht ein Album daraus machen können? Eine ungerechte Welt, nicht wahr? Der Freude an der Musik tut das kei...

070796

  • Artist: Earth
  • Label: Autofact
  • skug : 57
article_2134_070796_150.jpg Dylan Carlson bezeichnet diesen hier konservierten Auftritt vom Wiener Hyperstrings-Festival als den besten seiner Band. Was muss der für Konzerte gespielt haben! Die Neunziger waren mein »verlorenes Jahrzehnt« (Hirn kaputt!), also bin ich für dieses Dokument sehr dankbar, denn es war und ist wirklich großartige Musik. Zwei Gitarren, unmöglich gestimmt, schön gemächlich dronend, versehen mit reichlich Feedback und Distortion reichen Earth a...

Anticon

Ist es noch HipHop? Ist das egal? Freilich. Anticon veröffentlicht seit fünf Jahren »Music For The Advancement Of HipHop« (erster Labelsampler) und dieses nicht absolut todernst gemeinte Programm fahren sie bedingungslos.

Hypnotic Underworld

Die hartnäckigsten Pilzkulturen wachsen in Japan. Ich konnte mich unlängst selbst überzeugen, dass Kraut in Tokio munter weitergedeiht, schön gemächlich, keine Eile. Ghost treten nun auch schon seit einem guten Jahrzehnt ihre schamlose Reise ins Land der unbegrenzten Aufmerksamkeitsspannen an, und liefern mit Regelmäßigkeit die Elaborate ihrer charmant formulierten kulturellen Missverständnisse ab. Und es ist alles da, was das Herz eines je...

Lambchop

Tja Freunde, das Wiener Konzert ist ausverkauft. Ich geh' auch nicht hin. Habe Lambchop schon oft genug gesehen. Die sind immer so genial, dass es manchmal zuviel wird. Diesmal mit Streicherschmiere, die Saiten Eurer Ohrenharfe werden entzückt sein.

Liberation

Wenig Zynismus, kein Schalk auf Album # 6, denn: »It´s not funny anymore/You used to make me laugh/when you open up your mouth«. Bush ist nicht nur am Cover, Trans Am samplen ihn auch ausgiebig auf »Uninvited Guest« und stellen »Liberation« im Gesamten gegen seinen Horror. Die inhaltliche Deutlichkeit hat dabei der Musik wieder zu einem stärkeren Fokus verholfen. Genug ausprobiert haben sie ja im Laufe der Zeit; die Bündelung der Qualitäten ist h...

Remembered

Nach längerer Abstinenz (garantiert nicht vom Alkohol) kommt die dritte Solo-LP des völlig ungeläuterten aber ergrauten Berserkers (remember Mule?). Der Bart ist grau geworden, die Musik dafür wieder frischer und heftiger als bei der heavy orgelunterstützten »Push Me Again«. Die Sehnsucht nach Katharsis wohnt den Musikergenen P.W. Longs inne, er kann einfach nicht weniger als alles geben. Da ich ihn als seltsam moralfreien Menschen betrachte, fra...

Still Lookin´ Good To Me

Viertes Album von Howe Gelbs losem Forum für countryeske Gelüste. Wobei die Band of Blacky Ranchette jetzt eher sein Banner für über die Jahre angesammelte Kollaborationen sein dürfte. Und es sind wirklich alle dabei: die Calexico-Jungs, Jason Lytle, Neko Case, Kurt Wagner, Bobby Neuwirth, Chan Marshall, M Ward und wer noch. Aufnahmeorte waren Autos, Stiegenhäuser, Bühnen, Hinterhöfe und gelegentlich auch mal ein Studio. Howe, der Puzzlekönig, ha...

Lead Us Not Into Temptation

Ein geschmackvoll elegischer Score zum mir unbekannten Film »Young Adam«, der eine in Glasgow angesiedelte Beat-Junkie-Geschichte sein dürfte. Byrne wechselt zwischen melodisch jazzig swingenden Stücken, Ambient-Drones, kammermusikalischen Einlagen mit viel Cello und ein paar zurückhaltend gepflegten Songs. Mittendrin verbratet eine Jazzcombo ganz brauchbar den »Haitan Fight Song« von Mingus. Ein wenig Samplezauber, eine kaputte Drehorgel und sch...

Die Erde lebt - Earth/Autofact

Alle, die glücklich genug waren, 1995 den Auftritt von Earth beim Hyperstrings-Festival mitzuerleben, dürfen sich ihre schwitzenden Handballen in Antizipation reiben: Die Könige der Magma-Stromgitarren kommen wieder ins Land! Nach jahrelanger Funkstille gibt es dank dem neuen Autofact-Label die Gelegenheit vergangene Meilensteine der Band neu zu entdecken. >> more

Miami Sound

Vielen Dank, Soul Jazz! Wieder eine Schatzkiste, diesmal mit »rare Funk & Soul from Miami, Florida 1967-1974«. Wir Normalsterblichen müssen uns einfach freuen, dass diese Musik nicht mehr nur den Spezialistenkreisen vorbehalten ist. Dass Miami mit einer vergleichbaren Struktur als Soul- und Funk-Schauplatz nicht mit Memphis und Detroit mithalten konnte, ist klar; schade ist nur, dass die dort produzierte Musik demzufolge etwas aus dem kommerziell...

Flower Wish No Color

  • Artist: Yoshimi And Yuka
  • Label: Ipecac
  • skug : 55
Nach Tomahawk die zweite Platte dieser Ausgabe, die mit Vogelgezwitscher beginnt. Bei Yoshimi and Yuka steht es aber im musikalischen Zentrum, zu dem zurückhaltend auf einer Vielzahl an Instrumenten dazuimprovisiert wird. Neben Vögeln besteht der Field-Recording-Anteil aus Insekten und Hunden, die alle als Vokalisten angeführt sind. Kindliche Esoterik-Putzigkeit ist das aber nicht. Den beiden Musikerinnen ist viel mehr ein wahres Glanzstück aus u...

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Wed 03.09.2014 20:00: 5 years blue note six | martinschloessl | vienna

Thu 04.09.2014 19:00: warpaint | arena | vienna

Thu 04.09.2014 20:00: [~7.9] jazzwerkstatt: vienna roomservice #5 | porgy&bess | vienna

Fri 05.09.2014 : [~6..9.] rock is hell festival | zentrum. judenburg |

Fri 05.09.2014 20:00: harri stojka rock express | szene wien | vienna


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