
Wie experimentierfreudig Soul mal angelegt war zeigt DJ Spinnas Compilation mit zwischen dem Ende der 1960s und 1974 entstandenen Gebräuen aus »jazz, funk, vocal harmony soul and proto-disco«. Wie weit das Spektrum dabei reichte zeigen allein schon die hier vertretenen Acts: Dizzy Gillespie (dessen »Matrix« und »Alligator« schon nach sehr mutierter No-New-York-Disco klingen), Astrud Gilberto (im Arrangement von Eumir Deodato und begleitet ...

Die letzte »Future Sound Of Jazz«-Veröffentlichung liegt schon fünf Jahre zurück, die erste gab es bereits 1995. Irgendwie gab es zwischen 2007 und 2010 ein Loch in der Serie, Compost-Chef Michael Reinboth spricht selbst davon, zeitweilig mehr dem Deep House gefrönt zu haben. Jetzt scheint die Zeit wieder reif. Es gibt wieder mehr gute Releases, neue Kooperationen. Wenn es stimmt, dass alle sieben Jahre eine neue Musikerinnen-Generation her...

»Stellt euch vor, Kinder: Neun Hunde in neun Hundehütten. Neunmal fällt ein Strommast auf die Hütten, setzt neun Hunde unter Strom …« – »Aber Großvater, was erzählst du denn da für einen Scheiß, warst du nicht Musikrezensent in deiner Jugend?« Okay, wo waren wir? Beim Zitieren der Presseaussendung: »Archipel Électronique Vol. 1 liefert einen feinen Überblick, was D’Autres Cordes (= das Label) an Elektroakustik, Acousmatic und ...

Zwei Kassetten, zwei kostbare Stunden voll unveröffentlichter Tracks von Musik, die klingt, wie von vor dreißig Jahren. Damals als Synth noch »Zukunft« hieß und nicht »anachronistisch« und das Wort »cool« noch »cool«. Arrogant, eisig, Berge von flockigem Pulverschnee, Berlin, laut. Eckige Menschen, eckige Maschinen, eckige Frisuren. Ice, ice Baby. Gibt es heute noch Zukunftsmusik? Gibt es heute noch Futurismus? »Wir preisen die Zukunf...

Mit Ausnahme unseres Bundespräsidenten und des Manner-Schnitten-Chefs haben wohl eh schon so ziemlich alle Promis des Landes ihren Senf zu Bob Dylan, unseren liebsten verlorenen Sohn, in sogenannten Quali-Medien abgegeben. Etwaigen Vergessenen bietet die Amnesty-International-50-Jahrfeier nun mit vier CDs voll Dylan-Coverversionen aber noch eine Gelegenheit zum Tratsch. Bobs Geburtstag steht übrigens auch bald wieder, am 24. Mai, an. Grundsätz...

Das Bristoler Label Futureboogie spendiert sich zum zehnjährigen Jubiläum eine Compilation, die den Hörer unnötigerweise mit gemischten Gefühlen zurücklässt. Passend zur Anzahl der Kerzen auf der Geburtstagstorte sind zehn Tracks auf der CD zu finden, die von einem wunderbar legeren Housegroove aus dem Hause Typesun eröffnet werden. Eine prima Wahl für ein Intro, an das auch Crackazats verspielter Track »Passagem« hervorragend anknüpf...
Das belgisch-französische Vinyl-Label La Forme Lente widmet sich seit 2007 mit bedächtigen Schritten der Veröffentlichung zeitgenössischer Synthesizer-Musik. Mit »Pièce Radiophonique« von HNN gelang dort zuletzt ein erfrischender Rekurs auf geistreichen Synthpop im Experimentalgewand.

Der jugoslawische Elektroniker Slobodan Kajkut aka Kajkyt, mit Background u. a. beim Grazer IEM, hat 2010 das Stück »KRST« veröffentlicht, eine unheilige Melange aus Klangexperimenten und ritualisierten Gesängen. Diese acht Remixe sind eine logische Konsequenz daraus. Dafür wurde ganz schön geklotzt, so listet das Remix-Line-Up Namen wie KK Null, Kauders, Lepenik, den mazedonischen Musiker Trajkoski und Schwergewichte düsterer Brachialsou...

Popmusik, die sich an klassischen Avantgardevorstellungen orientiert, legt meist großen Wert darauf, als pompöser Neuanfang aufzuschlagen. So genannte »Black Music« versteht sich dagegen (wie ungehört sie auch daherkommen mag) eher als die allerneuste Ausstülpung eines Kontinuums, das bis in ein (imaginäres) Afrika zurückreicht. Dadurch fängt sie sich zwar einen Wurzelbegriff ein, der immer noch für viel essentialistischen Muff gut ist,...

»Diese Musik ist so schnell, dass sie mir langsam vorkommt, sagt Josephine Baker. Du musst die Beats per Minute zählen, sagt Justin Timberlake, so schnell war Chicago House noch nie. Aber wenn doch so viele Beats ausgelassen werden, wendet Josephine ein.« (Thomas Meinecke: »Lookalikes«, 2011) Ja was jetzt? Vielleicht bringt die neue Werkschau ja etwas Licht in die Sache. Und wirklich: So schnell jagt das alles nicht mehr durch einen. Gewöhn...

Es gibt ja immer wieder Musik, die einem, egal was nun gerade an- oder abgesagt ist, welche Zick-Zack-Kurse die eigenen Vorlieben gemacht haben, einfach nicht loslassen will. Sie ist quasi immer da, auch wenn sie nicht gehört wird. So verhält es sich auch mit dem Themenkomplex »Texas Bohemia«, der nun in Form einer CD und einer DVD, die den von Peter Schubert mit Thomas Meinecke gedrehten Doku-Film »Krasna Amerika – Beautiful America« bei...

Damian Lazarus hat ein gutes Jahr hinter sich. Sein Label Crosstown Rebels ist an der vordersten Front intelligenter House- und Technomusik. Dieser Sampler repräsentiert das vergangene Jahr und verweist gleichzeitig auch auf die Zukunft. An sich ist das ein Dreierpack an CDs, wobei letztere vom Trio Droog aus LA gemixt wurde. Die beteiligten Deniz Kurtel, Art Department, Russ Yallop, Maceo Plex und Matt Tolfrey sind alles Headliner der Und...

Giant Sand und die Folgen – so könnte man diese Compilation untertiteln. Seit fast dreißig Jahren schafft der umtriebige Howe Gelb im Süden Arizonas mit seinen zahllosen Projekten einen fruchtbaren Nährboden für Musik zwischen Traditionalismus und Weirdo-Tum, zwischen Country, Indierock und freieren Formen des Instrumentequälens. Solch Umtriebigkeit ist ansteckend, und so bildete sich bald mit Calexico ein weiterer Dreh- und Angelpunkt de...

Sakrales und Profanes aus der Haçienda: Strut versammelt auf »Fac. Dance« 24 ausgewählte Dancetracks aus dem Hause Factory Records der Jahre 1980-87. Die auf 12''-Mixes und Raritäten zielende Zusammenstellung widmet sich dabei vor allem dem späteren Labeloutput rund um Quando Quango, 52nd Street oder Marcel King, nicht ohne Glanzleistungen der Überflüssigkeit wie »Pretenders Of Love« (Shark Vegas) oder »Express« (52nd Street) zu berü...

Buddy Holly only, nice. As many covers as you want (in fact no, could take more even), all artists: Patti Smith, Fiona Apple, Paul Mc Cartney, Kid Rock, Lou Reed, John Doe, Graham Nash, Nick Lowe ... It's typically the kind of record I jump on when I first see it in the package, raving on precisely as they kindly underline it on the front cover, and then need ten years to actually play it. I'm so glad I have it, I'll hang it on the wall, that's w...

Knee deep in Disco! Eigentlich müsste jetzt dann mal Schluss sein, aber scheinbar gibt es mehr verlorene Disco-Schätze als instrumentale Surf-Singels aus den Sixties (und schon davon gibt es mehr als ein Beach Sandkörner hat). Mit »Horse Meat Disco III« geht es diesmal in die Nicht-mehr-Overground-aber-auch-noch-nicht-ganz-Underground-Phase der Post-Disco-Hype-Jahre. Quasi Mutant-Disco minus Post-Punk-Motorik auf dem Weg nach House. Avantgar...

Ein gutes Beispiel dafür, was alles möglich ist, wenn es zugelassen wird. Der umtriebige Kurator, Noise- und Metal-Experte Łukasz Szałankiewicz, der als Musiker unter dem Namen Zenial veröffentlicht, hat mit »In Progress« Stücke von internationalen Musikern für das Danziger Zentrum für moderne Kunst Łaźnia zusammengestellt, bei denen sich Neo-Klassik, Experimentalelektronik und Soundkunst gleichberechtigt gegenüberstehen. Die Tracks ...

Seit Anfang der 2000er sind mit dieser VÖ sechs DCDs erschienen, die sich mit historischer und musikalischer Grundlagenforschung zu Noise, Musique Concrète, Radiokunst und Experimentalelektronik auseinandersetzen. Die Palette reicht von Russolo bis Zappa, von Autechre bis Sonic Youth. »a-chonology« ist eine essentielle Serie; Punkt. In loser Abfolge versammelt der sechste Teil nun besonders Tracks von japanischen Künstlern (Hijokaidan, Tetsu...

Ruff, rugged’n’raw kommt es daher, das Lagos Disco Inferno auf DoLP, eine Compilation von Frank Gossner, die er während eines dreijährigen Aufenthalts aus den westafrikanischen Crates zusammengediggt hat und für uns in einzigartiger Weise den Groove im Lagos Ende der 1970er Jahre kaleidoskopiert. Und selbst wenn man als hüttenkäsiger Mitteleuropäer nicht den blassesten aller Dünste für diese Nische hat, die zwölf Hochkaräter aus afr...

Köln und Musik: Wir erinnern uns an das WDR-Studio, an Stockhausen und Eimert oder an Entenpfuhl und Kompakt. Diese Stadt bündelt(e) also einige der wichtigsten Funksignale gen elektronischer Zukunft. Frank Dommert, schwerst geschäftiger Label- (Sonig) und Plattenladenchef (A-Musik), hat auf »Noise of Cologne« 17 Beispiele zusammengestellt, die in den grenzenlosen Territorien zwischen Musique Concrète, Electronica und Geräuschkunst auszuma...

Es gibt nicht allzu viele globale Musikstile und Rhythmen, die sich in die genetischen Codes der populären westlichen Musikgeschichte eingeschrieben haben. Letztlich sind es wohl nur zwei, drei Dutzend, die, wie auch Reggae oder die kubanische Rumba, weltweit aufgegriffen wurden. Mit der Bossa Nova schrieb sich zu Anfang der sechziger Jahre ein brasilianischer Musikstil so nachhaltig in die Geschichte der populären Musik ein, dass er bis heute ...

Das aus dem belgischen Gent stammende Label Consouling hat für diese Compilation zwölf Beiträge zusammengestellt, die sich noch am ehesten als atmosphärisch oder ambienthaft beschreiben lassen. Ruhig, organisch und gediegen geht es hier zu. Egal ob nun mit sphärischen Synth-Klängen, Gitarren-Drones oder der Kartografie von Stille. Der Track von IAM hört sich an wie Ennio Morricone auf Super-Slow-Motion, bei [Multer] treffen elektronische K...

Ein größerer Brocken sind diese auf einer Doppel-CD erschienenen Remixes von Popol Vuh. Die erste CD versammelt zwölf vornehmlich aus Werner- Herzog-Soundtracks entnommene Stücke der deutschen Krautrock-Riesen, die vor allem die Ambient- und Electronica-Seite der Band abbilden. Zu den Remixern auf der zweiten Platte zählen, sorgsam und passend ausgewählt, Peter Kruder, Mika Vainio, Thomas Fehlmann, Moritz von Oswald und Mouse on Mars, die a...

Zum Glück steht am Cover nirgendwo etwas von »Future«. Auch wenn sich viele der hier versammelten Genres (Grime, Dubstep, House, Pop) gerne eine »Post« voranstellen (es kann aber auch wahlweise ein »Balearic« oder »Cosmic« sein). Die sofort ins Ohr springenden Hits sind zwar bei Dubstep im House (»E10 Riddim« von Rossi B & Luca sowie »Airmiles« von Swindel), aber das soll jetzt auf keine falsche Fährte führen. Viel eher deckt d...

Diese luxuriöse Compilation ist eigentlich schon etwas älter, das tut der enthaltenen Musik aber keinen Abbruch. Immerhin sollte auch im digitalen Zeitalter gute Musik länger als eine Woche halten. Cumbia erlebt immerhin seit 2008 eine Renaissance. Der kolumbianische 2/4-Takt der 1960er Jahre wird heute in urbanen Soundlaboren quer über die Welt zu einem neuen hybriden Sound – eben Cumbia Bestial – verwandelt. Das ist nicht nur äußerst ...

Aus aktuellem Anlass: Zutageförderungen aus dem skug-Datenbergwerk.
Der Prix Ars Electronica 2011 hat die 14(!)-CD-Box »⁄S⁄O⁄N⁄I⁄C⁄ ⁄Z⁄O⁄N⁄E⁄S⁄« (Laton) in der Kategorie Digital Musics & Sound Art für eine Honorary Mention nominiert: Zehn Jahre Musikforschung aus den Ländern der ehemaligen UdSSR. Im Weiteren ein Artikel über Teil 1 dieser Zusammenstellung mit der Compilation »Melodia«.
Text original sku...

Für alle, die HipHop mal mochten und dann in den Nuller Jahren den Weg des geringsten Widerstandes gingen (also das Kapitel für sich einfach abschlossen) eine super Gelegenheit die Ohren wieder zu öffnen und nachzuhören, was sich denn in den letzten zehn Jahren so alles getan hat. Und das war nicht wenig. Von wegen alles nur Gangsta-Shit. Soul (im Sinne von Consciousness) und P-Funk (als Alien-Perspektive) gibt es ebenso wie R&B (mal als ...

Mit »The Anna Logue Years« feiert Anna Logue Records fünf Jahre weltweit rezipierte Archivarbeit im Synth- und New-Wave-Kosmos. Das von Gründer Marc Schaffer (auch bekannt durch seine Band Solitairen Effekten) zusammengestellte 2-CD-Manifest enthält labelnahe Klangstatements aus den Jahren 1980 bis 2009. Viele der darauf repräsentierten und zum Teil durch das Label reanimierten Bands haben sich in den Kanon von Plattensammlerinnen und Genre...

Das New Yorker House-Label Henry Street Groove hätte ja mit Kenny Dope, Armand Van Helden, DJ Sneak, Little Lou Vega oder Todd Terry echte Schätze zu bieten, nur reimt sich hier »Jazzy« halt leider auf unnötiges Genudel mit Gitarren, Klavieren und Saxophonen über an sich feine Housetracks. Fazit: House als Jazzrock mit Softrock-Touch. Muss das sein?

Disco- & Soul-»Re-Edits« vom Northern Soul-Spezialisten Al Kent mit jeder Menge Southern-, Funk-, Latin- und Afro-Zugaben zwischen elegischen Streichern und wilden Jams, wo ein Schmankerl auf das andere folgt. Wenn Hercules & Love Affair von »Disco« reden, ist diese Art von Dancefloor gemeint! Seit der »Cocktail Disco«-Compilation aus dem Hause Dimitri From Paris gab es den schillernden Disco-Underground selten so kompakt zusammenge...

In fünfjähriger Forschungsarbeit hat Felix Kubin eine Platte zusammengestellt, die jedes Sammlerherz höher schlagen lässt. »Historische Aufnahmen« ist wörtlich zu nehmen, es sind 13 Stücke, die zwischen den 1920ern und ’50ern entstanden sind, dem Vergessen entrissen wurden und sowohl dem auratischen Charme des Vinyls wie über weite Strecken dem Obskuren huldigen. Gerade in Zeiten der umfangreichen Archivierungsproblematiken wird umso v...

Wo immer Ostwestfalen-Lippe auch liegt, 57 Songs aus dieser so zivilisationsfern wie Sitzenberg-Reidling klingenden, vermutlich bemitleidenswerten bundesdeutschen Region wurden von Marcel Hähnel übersichtlich (!) zusammengestellt und überraschend sauber gemastert auf Doppel-CD gebannt. Wieder mal eine Genickwatsche für alle Schmäher der Provinz, beanschlagt man die vielen guten Nummern dieser Sammlung. Ackerbau & Viehzucht, Brausepöter ...

Was das in Berlin operierende Künstlernetzwerk Almighty Wire im vergangenen Jahr mit seinen Konzertveranstaltungen vorgelegt hat, war bedeutsam (siehe lobende Erwähnung in skug #85). Was aber mit der hauseigenen CD-Compilation nachgereicht wird, ist schlicht phänomenal. 14 Songs von aktuellen Bands der Berliner Subkultur(en), unter denen sich kein einziger mit dem Prädikat »lässlich« abtun ließe. Die von Badalamenti-Pop und Feedback-Symph...

Foto: Luisa Maita by Joao Wainer
Widerständische Musik, die Spaß macht und die Beine bewegt, bündelt »Revolution Disco« (Trikont/Lotus): Vom ehemaligen Ostblock bis West-Europa – überall bringen Bands wie Che Sudaka (E) oder die Reggaeband Vavamuffin (PL) politische Botschaften auf einen tanzbaren und somit leicht zu transportierenden Nenner – wer spätestens bei Zdob so Zdubs »Stop Mafia« nicht zumindest mit dem Fuß wippt, soll...

A raised fist and open hearts: the Native Americans Flag and Call. While the Sitting Bull, Peace Pipe and Feather Crown often come as a cliché nowadays, these sort of united indians tribute albums, for some reason I can’t explain to you, always sound slightly the same. A chief recitating and preachin’ over some New Orleans blues funk vamp, sometime a bridge after a while etc ... Yes, it’s a very dedicated album, it’s all top played, reco...

Dass »Cosmic« immer schon ein gutes Pärchen mit komisch abgegeben hat, dürfte mittlerweile ja keine Neuigkeit mehr sein. Wobei sich das komische meist aus einem zu viel an Ernst und der Weigerung doch einmal das Tanzbeinchen zu schwingen ergibt. Bei den Astro Chicken aus Düsseldorf (woher sonst), steht jedoch vor allem der Spaß und die Freude an einer Musik im Vordergrund, die zwischen Sci-Fi-Kino & TV (jedoch streng nach der Losung »P...

What we do is secret! Nun, jetzt nicht mehr. Oder schon nie. Es ist die Crux des so genannten Pophistorikertums, das man mit kommerziell erhältlichen Produkten per se kaum authentische Archäologie betreiben kann. Gerade wenn Jon Savage als Professor Punk nach dem x-ten Jahr des Hardcore-Revivals L.A. und Umgebung als Region entdeckt, die ja eigentlich fast so gut wenn nicht besser war als die britische Irokesen-Rödelgeneration, ist die News Va...

Library LPs gehörten lange Zeit zu den schmählichst gehassten Produkten kulturindustriell fabrizierter Funktionsmusiken aus fließbandbetriebenen Tonkonservenfabriken. Das änderte sich spätestens mit dem (neuen erwachten) Interesse an unglaublich seltsamen Musiken. Boten doch all diese ursprünglich für Werbungen sowie als Radio, TV und Film am Reißbrett erdachten Hintergrundmusiken nicht nur jede Menge neues Material für die Sampler...

Chicagoan Willie Dixon is this unique blues and early rock crossover visionary artist at Chess Records (owned by the famous Phil & Leonard (Czyz) Polish Brothers) and comrade upright bass player to be heard on an infinite of albums, with the likes of Chuck Berry, Bo Diddley, Muddy Waters, Howlin’ Wolf, Koko Taylor, Otis Rush and actually about all of them. This album is a live tribute recorded live in NYC (Tonic) in 2005, pretty close to a ...

The Brand Original Fönhelm-Prollkult-Fan-Fotzen-Self-Portrait. Die Lokal-TV-Loser John Heyn und Jeff Krulik machten sich Sommer 1986 auf, um im Capital Centre von Landover, Maryland, die Headbanger-Scharen für einen zundernden Judas-Priest-Gig (Vorband Dokken for those who care) einzufangen. Klarerweise sind vormittags die Haar-Metal-Wellen schon aufgesprayt und sudelt sich die White- Trash-Audienz in Uhu-Illuminat, Bier-Ekstase und im Teufelsh...
Angeblich haben es Achterjahre in sich, gut für Veränderungen sollen sie sein, heißt es. Wenn man sich Geschichtsdaten anschaut, könnte ein bisserl was dran sein an der These. 19 Songs, die sich mit jeweils einem Jahr mit einer Acht am Ende auseinandersetzen sind auf dem Sampler Projekt8 nachzuhören. Die Songs mit Wien/Österreich-Bezug umfassen den Zeitraum 1848 bis 2028 und der Bogen ist nicht nur zeitlich weit gespannt, auch die ...
Balearic House, das hatten wir doch schon mal - Urlaubsmusik, wie es Titel und Labelname schon versprechen. Da geht es um Deep House und angesagte Acts wie Junior Boys und Hot Chip, um psychedelische Dancemusic, Neo Disco, Tech Step. Das alles wurde organisch und super zusammengefügt von den beiden Machern Tom Bioly & Benji Fröhlich aus München. Sehr nette Sache.
Herbst in Mitteleuropa. Der Klimawandel schlägt bereits voll zu. Die erste Überschwemmung kommt pünktlich mit dem Regen- und dem Schneefall. Die Autofahrer, die den Reifenwechsel so lange hinauszögern wie möglich, werden wie jedes Jahr überrascht und sorgen für Auffahrunfälle. Allerheiligen. Man weiß, was noch kommt: Der Nikolo und brennende Krampusse, das Christkind und brennende Christbäume. Noch mehr Schnee, Muren, Böller u...
Betrachtet man die (nicht so kurze) Geschichte des Genres
Reggaeton (und den Stil, der ja von Cubaton bis Bhangraton international wurde)
und was darüber hierzulande (eher nicht) geschrieben, aber georakelt,
prognosiziert, rezensiert und geurteilt und vor allem aber nicht gewusst und
verstanden wurde und wird; wenn man zudem auflistet, was uns hier tatsächlich
von dieser Musik erreichte (die Betonung liegt auf »was«, nämlich zu viele
s...
Megaphon, das Grazer Pendant zum Wiener Augustin, ist nun
auch unter die Musikproduzenten gegangen. Alles für einen guten Zweck versteht
sich. Vom Verkaufspreis von wohlfeilen 13 Euro für den Silberling bleibt die
Hälfte dem Verkäufer. »Vol. 1«, was auf eine Fortsetzung hoffen lässt, bietet
einen breiten Einblick in die Grazer Musikszene, bereichert durch die Stücke
einiger Exilsteirer, wie etwa der in New York lebenden Dorit Chrysle...
Die zweite Edition umfasst zehn
unveröffentlichte Stücke von Spaniens aufregendsten neuen Produzenten wie
Casbah 73, Gecko Turner, Los Rumbers oder Professor Angel Dust. Wie bei
spanischen Platten zu erwarten, reflektiert diese CD einen starken Sinn für
alle Formen von Rootsmusik, sei es Blues, Reggae, Flamenco, Afrocuban, Jazz,
Afrobeat. Daraus ergeben sich dann so illustre Genres wie Flamenquito. Alles in
allem durchaus angenehme Stüc...
So was lieben/brauchen alle »24 Hour Party People«! Drei CDs
(mit jeweils »Intros« von Rob Gretton, Tony Wilson, Mike Pickering & Martin
Hannett) mit denen sich ganz einfach eine Nacht in der Hacienda genau zu jener
Zeit (Mitte/Ende der 1980s) nachstellen lässt, als Techno/House nach England
kamen, Rave gerade beim Entstehen war und aus »Manchester« langsam (und vor
allem in der Nacht) »Madchester« wurde. Und wie immer, wenn es ...
Die Hörbar in Hamburg ist sicherlich der Schuppen
für die sogenannte Experimentelle Musik. Nicht zu vergessen ist jedoch auch das
Kollektiv an Musikern, das sich um diesen Laden herum gebildet hat und seit
gefühlten 30 Jahren den Hafen dieser Art Musik in der norddeutschen Hansestadt
bildet. Aber reden wir lieber nicht über den Terminus Experimentelle Musik,
denn sie zeigt sich hier mal wieder von der konservativen Seite. Es wird gelabt
...
Die Berliner Edeldisco »F.U.N.« in der schon Lenny Kravitz
Geburtstag feierte und Karl Lagerfeld mal Host war (was immer das auch bedeuten
mag), hat zwar sicher Türsteher und anderes Personal, das unsereins nicht zum
Ambiente passend einstufen dürfte, dafür knallt diese CD mit phatten Tracks aus
Acid, Hip-House, Electro, Detroit, Punk, Disco und Garage von u.a. Pink Lunch,
Phonique, Dirt Crew, Lotterboys, Trevor Jackson, M.A.N.D.Y. mehr...
Aus Zeiten, in denen HipHop noch kein abgegrenztes
Genre war, und MCs noch keine sogenannten Skills haben mussten, kommt das Label
CELLULOID, welches auf 12-Inches spezialisiert war. Collision Records ist den
Katalog durchgegangen, und das Material dieser herrlichen Doppel-CD kann einen
ganz sentimental machen. Zwischen den Last Poets, Manu Dibango, Afrika
Bambaataa und weiteren Kollegen dieser Kategorie, taucht auch der spätere »Yo! MTV R...