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»Ashore«

article_7022_hg96_150.jpg Mittlerweile muss es dem Gefühl nach mehr Formationen in Europa geben, die sich unter dem Etikett Americana orten lassen, als im Land »of the brave and the free« selbst. Das Genre ist weit umrissen, zwischen Mexiko und Ontario finden sich Stilrichtungen, die sich untereinander und mit verschiedenen europäischen Folk-Traditionen bestens kombinieren lassen. Der österreichischen Seele behagt die Musikrichtung, deren Hauptbestandteile Melancholie und...

»Epigenesis«

  • Artist: Kompost 3
  • Label: Hoanzl, Laub
article_7012_kompost_3epi_150.jpg Dieser Martin Eberle ist mir ja schon früher aufgefallen. Also wie der sich am Flügelhorn abarbeitet, das ist mir schon eine Eintragung ins Klassenbuch wert. Natürlich ein Plus. Ich, als Rezensent und Klassenvorsteher, würde natürlich lieber ein Minus verteilen, denn klar, wo gelobt wird fallen naturgemäß Späne, Späne der Gleichmut und des Müßiggangs ... aber was soll’s, loben wir eben die Welt zugrunde! »Epigenesis« von Kompost 3, der entzückend...

»Change The Beat. The Celluloid Records Story 1980−1987«

article_6957_change_the_beat_150.jpg Diese Doppel-LP-Compilation ist eine Rückbesinnung auf das französisch-amerikanische Kultlabel, das sich erschlagend dicht am Puls der Zeit durch die spannendsten Phasen der Popmusik manövrierte und deren Beat maßgeblich beeinflusste. Geschichtsstunden auf »Celluloid« entspinnen sich verkürzt in etwa so: Der Jazz-sozialisierte Jean Georgakarakos reist wohl einmal zu oft nach New York, um wieder »Adieu!« sagen zu können, kollidiert dort zwangsläuf...

»Miami«

  • Artist: Brandt Brauer Frick
  • Label: Hoanzl, K7
article_6950_brandt-brauer-frick-miami_150.jpg Dass Brandt Brauer Frick nach Amerikatourneen auf andere Ideen kommen ist klar. Deshalb wohl auch der Albumtitel »Miami«. BBF geben sich dabei große Mühe, aus dem Exotentum »Techno meets Klassik« herauszukommen. Der Ursprung dieser Musik ist das klassische Instrument. Neu ist auch, dass sich BBF von der Reduzierung auf den 4/4-Takt befreien. Dies ermöglicht ihnen neue Dimensionen, die mehr Variabilität ins Spiel bringen. Sechs von zehn Songs komm...

»The Endless Stream Of Everything«

  • Artist: Ben Martin
  • Label: Hoanzl, Violet Noise
article_6928_ben_martin_-_the_endless__150.jpg Die gute Nachricht zuerst: »The Endless Stream Of Everything« dauert nur etwa 45 Minuten. Scherz beiseite, es gibt an der neuen Platte von Ben Martin dann doch so manch Positives zu verzeichnen: Das farbenprächtige Albumcover, den durchgehend schönen Gesang des St. Pöltners oder den tollen Lapsteel-Opener »Aeroplane Cemetery«. Auch »Snow«, der zweite Song, geht noch als charmanter mood lifter durch. Doch gleich anschließend verliert sich Martin i...

»Ten Songs About Girls«

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The Real McCoy - Music in Black and White

article_6823_sb_150.jpg Zuerst zwei Empfehlungen aus dem reichhaltigen Angebot von Ace Records, beide im Crossover zum gepflegten weißen Popmarkt: »Rolling with the Punches. The ALLEN TOUSSAINT Songbook« kompiliert (etwa fifty-fifty) schwarze und weiße Interpreten der Songs von Musiker- und Produzentenlegende Allen Toussaint - zwei Dutzend Klassiker: z. B. Boz Scaggs mit »Hercules«, Z.Z. Hill mit »Whoever's Thrilling You (Is Killing Me)«, Maria Muldaur mit »Brickyard Bl...

»Loss Mas Bleibn«

  • Artist: Neigungsgruppe Sex, Gewalt & Gute Laune
  • Label: Hoanzl, Trikont
  • skug : 93
article_6826_neigungsgruppe_150.jpg Manchmal kann es schon auch nerven, das ununterbrochene »Der Tod muss ein Wiener sein« und Artverwandtes. Das betrifft aber die Neigungsgruppe jetzt eh nur am Rande, weil ja von Anfang an weltweit Liedgut einverleibt wurde. »Rant global, lament local« nennt das Fritz Ostermayer in den Liner Notes. Und wenn schon, sollte der Tod nicht doch eher ein Mexikaner sein? Anderseits kommen in Mexiko die Toten ja immer wieder auf Besuch und es fehlt ihm de...

Comunidad Internacional

article_6819_fanga_150.jpg Die musikalische Weltreise beginnt mit einer Rumba congolaise. Nach einem Zwischenstopp bei frankophiler Gnawa-Musik aus Marokko landen wir im rockenden Nigeria. Analog Afrika beweist wieder einmal die Grenzenlosigkeit der Musik und schlussendlich entführt uns Harri Stojka nach Indien.

»Delta Swamp Rock Vol. 2«

article_6822_deltaswamp2_150.jpg Die Compilation-Champions von Souljazz stürzen sich endlich verstärkt auf die Randbereiche des Country und schließen auf Teil 2 nahtlos an die beinahe makellose Einführung des ersten Teils an. 20 handverlesene Songs zwischen Country, Rock und Soul aus den Jahren 1968 bis 1975 werden dem Hörer präsentiert und wer wissen will, wie Cher den einzigen Hit von Buffalo Springfield »For What It's Worth« anlegt, der kann hier seine Neugier befriedige...

»Landing On A Hundred«

article_6818_codycnut_150.jpeg Nach zehn Jahren Pause kehrt Cody ChesnuTT mit einem ordentlichen Lebenszeichen zurück. Ausgestattet mit dem Originalmikrofon von Al Green und einer blendend disponierten zehnköpfigen Band, nahm er seine Songs in Memphis auf. Und auch wenn Stax um die Ecke lag, ist Detroit der Refernzort und der Sound ist mehr an die späten Alben von Marvin Gaye angelehnt, als an die berühmtenfrühen Stax-Klassiker. Alle Spielarten des 70er-Jahre-Soul werden ausge...

Neues aus Üsterreich

article_6812_loveandfist_150.jpg Rein quantitativ war 2012 im österreichischen Pop ein gutes Jahr. In fast wöchentlichem Abstand wurden teils sehr hörenswerte (Debüt-)Alben auf den Markt geworfen. Auch im Herbst setzt sich der Trend fort, wobei auffällig ist, dass bis auf eine Ausnahme alle der hier rezensierten Bands aus Wien stammen oder in Wien beheimatet sind. Die Stellung der Hauptstadt als Zentrum des österreichischen Popgeschehens scheint unangefochten.

»s/t«

article_6810_va_welle_wien_150.jpg Gleich nach dem Einlegen röchelt ein flott-fröhlicher, minimaler Electro-Wave-Track aus den Boxen. Welle Wien? Das ist eine Wiener »Supergroup« unter der Ägide von Kristian Musser (Tanz Baby), als da wären: Stephanie Cumming (Liquid Loft), Al Bird/Ana Threat (Happy Kids), Theresa Eipeldauer (Glutamat), Tim Simenon (Ex-Bomb The Bass), Martti Winkler (pop:sch) und noch einige andere. »Die Stadt brennt / es ist Frühling in Wien« wird in Nummer ...

»Fac. Dance 02 - 12'' Mixes & Rarities 1980?1987«

article_6807_fac.dance-02-cover_150.jpg Sakrales und Profanes aus der Haçienda, Teil 2: »Fac. Dance 02« ist mindestens so erfreulich wie sein Vorgänger, zeitlich näher dem Labelanfang und damit »mehr Postpunk«. Ich freue mich sehr über Raritäten wie Nyam Nyam's »Fate[/Hate]«, 12''-Versionen von »Knew Noise« (Section 25), »The Fox« (A Certain Ratio), »Vaneigem Mix« (Royal Family And The Poor), die in Teil 1 vernachlässigten Minny Pops, ESG und Tick Pigeon - und ganz besonders über The W...

»Beams«

article_6680_beams_150.jpg Der aus Texas stammende, in New York lebende Produzent und DJ führt auf seinem nunmehr fünften Longplayer fort, was auch bereits am Vorgänger sehr überzeugend umgesetzt wurde: Schattierungen elektronischer Tanzmusik, mit der (Pop-)Song-Schablone gleichermaßen gezeichnet wie anhand eingängiger, unterlegter Rhythmik skizziert. War »Black City« noch eine düstere Hommage an Dears' damalige innerstädtische Wahlheimat (Brooklyner Hipster-Egomanie ...

»Bastards«

article_6687_bjoerk_bastards_cover.jpe_150.jpeg Ein böser Mensch sagte einmal, Remixalben seien das Unnötigste auf der Welt. Für diese Aussage hätte ihn Björk schon vor Jahren geohrfeigt, schließlich hat die Frau diesen Sport beinahe erfunden. Nein, stimmt nicht. Aber sie hat das zumindest so exzessiv betrieben wie kaum jemand sonst. Fast alle ihrer Tracks gibt es als Remix-Versionen, mindestens zwei Alben sind bereits komplett als Remix-Alben erschienen. Das ist nur stimmig, schließ...

»Twilight Street«

  • Artist: Martin Ptak
  • Label: Hidden Valley, Hoanzl
  • skug : 93
article_6673_ptak_150.jpg Mangelnde Vielseitigkeit kann man Martin Ptak nicht vorwerfen: Involviert in unzählige Projekte ist der gebürtige Niederösterreicher zuletzt als einer der beiden Bläser, die als »Blech« die famosen Strottern bei ihrem letzten Album »Wia tanzn is« unterstützen, angenehm auffällig geworden. Mit seiner ersten Soloproduktion »Twighlight Street« exponiert sich der gerade mit dem Kulturpreis des Landes Niederösterreich in der Sparte Musik Ausgezeichnet...

»Only 4 U - Twenty Years Of House Classics On Cajual Records«

article_6650_strut100_cover_5_150.jpg Mit Cajmeres Cajual Records widmet sich das verdienstvolle Strut-Label einem der wichtigsten House-Flagschiffe der letzten 20 Jahre. Zwar gab es schon in den späten 1990ern mit dem zweiteiligen Sampler »The Future Sound of Chicago« etwas ähnliches (einmal mit Cajual-Stuff im Derrick Carter-Mix, einmal mit dem technoideren Output des Schwesterlabels Reflex im Cajmere & DJ Sneak-Mix), aber angesichts dessen, was momentan nicht nur in den USA al...

»The Laughing Stalk«

article_6649_wovenhand_150.jpg Nach einer Dekade und sechs Studioalben wird David Eugéne Edwards (16 Horsepower) einstiges Nebenprojekt einer Frischzellenkur unterzogen. Bassist David Pascal Humbert und Drummer Jean-Yves Tolà verließen die Band. Ersterer unterstützt, wohl aus finanziellen Gründen, fortan seinen Vater auf dem Weingut in der Nähe von Bordeaux. Andererseits wirkte das diesjährige »Live At Roepan« leider ja bereits recht uninspiriert (siehe CD-Rezension auf s...

»The Striggles«

article_6589_stig_150.jpg »Can't judge a book by the cover?? hat Lemmy mal in einem Song auf sich selbst bezogen. The Striggles sagen das zwar nicht explizit, aber ihre Musik schreit dieses Prinzip fast heraus. Da bringt das steirische Quartett, das ohnehin einen doofen Bandnamen hat, ein Album mit einem derart lausigen Cover heraus, dass Uneingeweihte der Optik wegen eher auf 08/15- Funpunk tippen werden. Das Gegenteil jedoch ist der Fall. The Striggles nehmen auf ihrem ...

»Yol«

article_6407_yol_150.jpg In diesem Geschäft gibt es Rätsel und eines der größten ist, warum Bernhard Schnur noch immer so etwas wie ein Geheimtipp ist. Der frühere Snakkerdu Densk Frontmann arbeitet nach wie vor an einer höchstpersönlichen und unverkennbaren Vision von Pop und wird trotzdem eher spärlich wahrgenommen. Auf seinem dritten Soloalbum setzt er seinen Weg unbeirrbar fort und liefert in klassischer Schnurmanier mit »Steam Engine One« eine Ballade um die ih...

»Tideland«

article_6542_tideland_150.jpg »Tideland«, das neue Album von A Life, A Song, A Cigarette, wird von seinen zwei besten Songs umklammert. Der Opener »Bad Seed« kommt in seiner Mischung aus kratzbürstigem Britpop und aufgewecktem Shoegaze (falls es sowas überhaupt gibt) derart unerwartet daher, dass es eine wahre Freude ist, diese neue Facette der Band zu entdecken. Das abschließende, textlich sehr reife »Rules Of Engagement« hingegen nimmt sich anfangs noch zurück, nur um ...

Comunidad Internacional I

article_6561_onb01_150.png Paris heißt für mich jedes Mal auch Barbes. Das ist jener Stadtteil unweit vom Zentrum, der stark von nord- und schwarzafrikanischen Zuwanderern geprägt ist. Es ist kein besonders lauschiges Viertel - trotz Markt und guter, einfacher Küche. Und das Freitagsgebet der Hunderten von Moslems aller Herren Länder hier, zum Teil auf offener Straße, ist dem Front National ein Ärger. Weltmusik-Aficionados kommen hierher, um ihren aktuellen ...

Nischen/Leckerbissenrundschau Austria feat. David Helbock

article_6552_davidhelbock_150.jpg Kein Anspruch auf Vollständigkeit, ich sage es gleich. Aber wenn der Herausgeber mit zwei Jutesäcken voller CDs hereingestürmt kommt und raunt »Das rezensierst du jetzt auf der Stelle und bei Wasser und Brot!«, dann ist Schadensbegrenzung das Motto. Man lehnt ab, was man kann - und fügt sich schließlich doch in sein Schicksal. Was folgende CDs eint, ist ihre Herkunft und ihr aus freien Stücken gewähltes Nischendasein: jazzige, experimentelle...

»Keb Darge & Little Edith's Legendary Wild Rockers 2«

article_6536_bbe_150.jpg Wer wissen will was ein Kaff wie z. B. Dyersburg, Tennessee zur Rockgeschichte beigetragen hat, ist mit diesem Sampler blendend bedient. Rockabillystücke aus den 50ern von vergessenen Bands und Sängern, die auf meist kurzlebigen Labels veröffentlichten und nach einer kurzen Karriere ins Erwerbsleben eintauchten. Aber in den Augenblicken des Ruhmes ging es nur darum, die Meute zum Tanzen zu bewegen und unter die Röcke der Mädels zu kommen. Die Uns...

»Richard Sen Presents This Ain't Chicago.«

article_6479_aint_chicago_150.jpg »Richard Sen Presents This Ain't Chicago. The Underground Sound Of UK House & Acid 1987-1991« Schon die legendäre 12-LP-Box »The History Of The House Sound Of Chicago« von 1988 verwies auf vier Plattenseiten auf die transatlantischen »Anglo-American«- und »Future«-Connections. House setzte damit das kosmopolitische Konzept von Disco (wo die Tracks auch zwischen München, Italien, Paris, San Francisco und New York hin- und hergemixt wurden) wei...

»June 2009«

article_6464_toro_150.jpg Ich habe ein wenig gebraucht bis mir klar war, dass der Juni 2009 tatsächlich für den CD-Titel steht. Und ebenso habe ich bei den ersten Tracks nicht gleich den Eindruck von retroseligem Psychedelicrock der ersten Stunde (good ol' San Francisco) wegschieben können. Nach dieser Aufwärmphase war dafür ein gewisser Devonté Hynes aka Lightspeed Champion als Bezugspunkt umso präsenter. Tatsächlich nimmt »June 2009« nach zwei, drei Nummern als verspiel...

»Lenin Street«

article_6430_lenin1_150.jpg Viele Jahre lang war der Blues das Metier des Weltbürgers Raskolnikoff. Jetzt legt er endlich alle Kategorien ab und schreibt mit dem Titellied einen Song, für den Shane MacGowan sogar drei Tage lang nur Tee trinken würde und schafft es sogar mit »Never Felt So Good« einen tiefgehenden Gute-Laune-Song zu schreiben, der dem Hörer bleibt. Sparsam produziert von Son of the Velvet Rat-Projektleiter Georg Altziebler stehen die nackten Songs als Werke ...

»Richard Sen Presents This Ain't Chicago...«

article_6402_thisaintchicago_150.jpg »Richard Sen Presents This Ain't Chicago. The Underground Sound Of UK House & Acid 1987-1991« Schon die legendäre 12LP-Box »The History Of The House Sound Of Chicago« von 1988 verwies auf vier Plattenseiten auf die transatlantischen »Anglo-American«- und »Future«-Connections. House setzte damit das cosmopolitische Konzept von Disco (wo die Tracks auch zwischen München, Italien, Paris, San Francisco und New York hin- und hergemixt wurden) wei...

»Trevor Jackson Presents Metal Dance«

article_6399_metaldance_150.jpg Als es zwar schon Giorgio Moroder/Donna Summer, New Order, Kraftwerk, Throbbing Gristle, Depeche Mode, DAF, Soft Cell, Liaisons Dangereuses, etc. gab, aber Acid House und Techno noch nicht erfunden waren, gab es mit »Electronic Body Music« quasi eine Durchgangsphase, die sowohl Black Flag- wie Yello-Fans gefallen konnte. Geschuldet war das u. a auch technischen Neuerungen. Neben dem Sampler gehören dazu obligatorisch überdrehte Digital Delays (de...

»Live At Roepan«

article_6374_woven_150.jpg Ursprünglich im Jahre 2002 als Nebenprojekt von 16 Horsepower gegründet, lieferte Frontmann/Mastermind David Eugéne Edwards mit Woven Hand bislang beständig hochqualitative Americana/Alternative-Country-Ware ab. Nun fällt es einem allerdings schwer, sich mit diesem Doppelalbum anzufreunden. Bis auf wenige Momente mag im niederländischen Kirchenkonzert in Otersum (Dezember 2010) nicht so recht Stimmung aufkommen. Auch wenn Edwards in seiner Jugend...

»Wut und Disziplin«

article_6346_wut-und-disziplin_150.jpg »Wut und Disziplin« heißt das aktuelle Album der sogenannten eigensinnigsten Band Wiens, die im Kern aus dem Künstler- und Musikerduo Hubert Weinheimer und Hans Wagner besteht. Weitere Protagonisten sind diesmal Clemens Wannemacher (Deserted Minds), René Mühlberger (Velojet) sowie die New Yorker Cellistin und Singer/Songwriterin Meaghan Burke, welche für ihre schwarzhumorigen Lyrics bekannt ist und auch mal ganz gern in deutscher Sprache sin...

»The Best of Perception & Today Records - Compiled by DJ Spinna & BBE Soundsystem«

article_6303_tore_150.jpg Wie experimentierfreudig Soul mal angelegt war zeigt DJ Spinnas Compilation mit zwischen dem Ende der 1960s und 1974 entstandenen Gebräuen aus »jazz, funk, vocal harmony soul and proto-disco«. Wie weit das Spektrum dabei reichte zeigen allein schon die hier vertretenen Acts: Dizzy Gillespie (dessen »Matrix« und »Alligator« schon nach sehr mutierter No-New-York-Disco klingen), Astrud Gilberto (im Arrangement von Eumir Deodato und begleitet von Air...

»Hive Mind«

article_6288_italhivemind_150.jpg Als Sex Worker präsentierte Daniel Martin-McCormick auf Not Not Fun im Winter 2010 das recht hippe Album »Waving Goodbye«. Ursprünglich polterte der in Washington DC aufgewachsene McCormick ja mit Hardcore in der Formation Black Eyes auf dem Dischord-Label herum. Wenn er sich Mi Ami nennt, dann geht bei ihm Punk in Richtung Dancefloor ab. Und als Ital unterhält er schließlich sein House-Music-Projekt. Im eingängigen Debüt-Album-Opener »Doesn...

»Susystems«

  • Artist: Susanna Ridler
  • Label: Hoanzl
  • skug : 90
article_6280_susanna_ridler_-_susystem_150.jpg Die Entscheidung für das Coverbild war die falsche. Gar so ernst und arty blickt uns Frau Ridler da entgegen, während sie doch im Inneren der CD-Hülle viel verspielter und witziger herumtollen darf ?? und diese Tollerei entspricht auch mehr dem akustischen Mehrwert, der »Susystems« tatsächlich bedeutet. Hui, da geht es bunt durch den jazzigen Gemüsegarten, ein wenig funky Elektronik hier, ein wenig eisblaue Ballade da, eine Handvoll 80er Synthies...

»The Journey Is Long«

article_6274_jeffrey_150.jpg Kein Ende in Sicht. Weit ist die Prärie. Hier handelt es sich keinesfalls um dritte oder vierte Aufgüsse von Songs, sondern, man höre und staune, um brandneues Material des im Jahre 1996 verstorbenen Jeffrey Lee Pierce (The Gun Club). Jeffrey konnte oder wollte seine Aufzeichnungen/Skizzen nicht zu Ende bringen. Nun springen aber gleich drei CD-Veröffentlichungen, wovon dies die zweite ist, davon raus. Dafür sorgen Hinterbliebene wie Nick Cave, M...

»Windfire«

  • Artist: Universal Rhythm Blasters At Work
  • Label: Hoanzl, office4music
  • skug : 90
article_6271_urbaw_150.jpg Eine vielseitige Klanglandschaft mit Elementen aus World Music, Techno und Trip Hop lässt vorwegnehmen, dass die hier vorliegenden 11 Tracks so schnell in keine Schublade passen. Dieser Abwechslungsreichtum ist gut für Gehör und Geist, und fördert zudem den Einstieg in die musikalische Welt des Georg Edlinger. Der Mastermind hinter dem Projekt gibt als Quellen seiner Inspiration so ruhmreiche Namen wie Aphex Twin, Portishead, Tinariwen oder gar T...

»Staub oder Stern«

article_6223_tanzbaby_150.jpg Das zweite Album ist der Prüfstein für das Potenzial einer Band. Und - das soll ruhig gleich verraten werden -Tanz Baby! haben diese Hürde souverän genommen. Dass David Kleinl und Kristian Musser plötzlich politische Agitation betreiben oder esoterischen Schwachsinn verbreiten würden war eh nicht anzunehmen, und so wird wieder mit Hingabe das vermutlich wichtigste Thema der Menschheit verhandelt: die LIEBE! Oder genauer: das Verliebt-Sein, welche...

»Kites«

article_6188_diver_150.jpg Wolfgang Bruckner, Stephan Ebert und Olaf Schuberth heißen die drei Köpfe, die unter dem Namen Diver das Album zum Frühling liefern. Erfrischende akustische Gitarren, freundliche Arrangements, schlicht und geradlinig. Die Musik ist etwas kopflastig, plätschert dahin, jedoch auch klar und rhythmisch eingängig, stets angetrieben vom Stomp des Herrn Schuberth. Schon nach zwei Minuten beginnt man zwangsläufig mit dem Kopf zu wippen. Beiläufig un...

»Other People's Problems«

article_6181_breton_150.jpg Dass das Londoner Elektro-Kollektiv Breton einmal quasi als Band auftritt war so nicht geplant. Die aus der Süd-Londoner Hausbesetzer-Community stammenden Jungs produzier(t)en nämlich Avantgardefilme und fanden in den Clubs des Szeneviertels New Cross Gelegenheit, diese Videos (inklusive spezieller Soundtracks und Performances) zu präsentieren. Erst die zunehmende Begeisterung für diese Sounds führte zu Veröffentlichungen dieser spannenden Mucke....

»Imagination«

article_6142_git_150.jpg Funky Beats und messerscharfe Drums sind im Universum des New Yorker Produzenten Git allgegenwärtig. Wenn dieser nicht gerade mit seinen Kumpels vom Wu-Tang Clan abhängt, beackert der gute Mann sein Schlagzeug und sammelt nebenbei leidenschaftlich gerne Platten. Mehr als 80.000 Stück Vinyl nennt er mittlerweile sein eigen, und in diesem hauseigenen Selbstbedienungsladen für das eine oder andere Sample (Sampling, eine weitere Vorliebe Git's) war d...

»s/t«

  • Artist: Prenner
  • Label: Hoanzl, Marlene Music
  • skug : 90
article_6132_prenner-prenner_150.jpg Prenner: Das ist Popmusik aus dem Burgenland, zehn glasklare, zunächst eher rockige Songs in dreißig Minuten. Klare Sache, hier wird nicht viel gefackelt und auf Schnörkel jedweder Art verzichtet. Gegen Hälfte des Sprints - bei dem Prenner insbesondere von Zeronics Mik Tanczos unterstützt wird - bekommen die Songs einen immer ruhigeren Anstrich und wechseln auch mal ins Rock-Balladenfach - und das scheint die eigentliche Stärke von Prenner z...

»Sunday Mornings«

article_6121_l_150.jpg Norb Payr war viele Jahre im Umfeld der Jaybirds aktiv und kennt daher so ziemlich jeden deutschsprachigen Mod mit Vornamen. Vor zwei Jahren überraschte er mit einem Album, das mit seiner Bandvergangenheit und den strengen Vorlagen brach und das sich dem englischen Folk der 70er verwandt fühlte. Auf »Sunday Mornings« bricht er alle Brücken nach England ab und findet eine zeitlosen Songwritersound, der keine klaren Vorbilder kennt. Besonders der i...

»We Are Rising«

article_6118_we_are_rising_cover_custo_150.jpg Die viel zitierten Wunderkinder bekommen Zuwachs. Neben Owen Pallett, Sufjan Stevens, Zach Condon oder Patrick Wolf reiht sich nun mit Ryan Lott alias Son Lux der nächste in diese Riege ein. Sein zweiter Longplayer »We Are Rising« ist im Rahmen der so genannten »RPM-Challenge« entstanden, ein Projekt in dem KünstlerInnen ein Album in nur vier Wochen aufnehmen und dabei die einzelnen Produktionsschritte via Blog regelmäßig mitdokumentieren. M...

»Schwunder«

article_6113_schwunderfrontcover_150.jpg Die Ausgangslage war klar. Nach großen Teasern wie dem »Schlagoberskoch«, »Johnny Ramone« und »Du Oasch« auf den letzen Veröffentlichungen sollte jetzt das große, die beginnenden Einserjahre definierende Album folgen. Nino Mandl und seine Band versuchen gar nicht diese Erwartungen zu erfüllen. Sie nehmen zwischendurch Abschied von der Songform und lassen so dem Hörer sehr viel Platz für die Texte. Auch auf die Gefahr hin auf völliges Un...

»Bipolar«

article_6111_booklet_front_neus_150.jpg Bipolar ist das pathologische Schwanken des Gefühllebens und der Stimmung zwischen Manie und Depression. Bipolar kann aber auch die Aufteilung der Welt in zwei Hemisphären bezeichnen. Das Album von Neuschnee mit dem gleichnamigen Namen hat ein bisschen was von beiden. Die anklagenden Lyrics des Cellisten, Komponisten und Singer/Songwriters Hans Wagner, der in der Zwischenzeit schon bei Das trojanische Pferd mit dem hoch gepriesenen Wiener Barden ...

»Bangs & Works, Vol. 2 (The Best of Chicago Footwork)«

article_6099_bw_150.jpg »Diese Musik ist so schnell, dass sie mir langsam vorkommt, sagt Josephine Baker. Du musst die Beats per Minute zählen, sagt Justin Timberlake, so schnell war Chicago House noch nie. Aber wenn doch so viele Beats ausgelassen werden, wendet Josephine ein.« (Thomas Meinecke: »Lookalikes«, 2011) Ja was jetzt? Vielleicht bringt die neue Werkschau ja etwas Licht in die Sache. Und wirklich: So schnell jagt das alles nicht mehr durch einen. Gewöhnungsef...

»June«

  • Artist: Julia Marcell
  • Label: Hoanzl, Pop
  • skug : 89
article_6054_marcell_150.jpg Ich liebe Pop, ich liebe Musik, ich liebe ?? die Hoffnung, gute Geschichten, einen guten Song, ein scharfes Intro, eine schöne melodische Linie. Ich liebe. Julia Marcell bleibt nicht stehen, wo viele andere stehenbleiben. Alles, was sie in sich aufnimmt, fließt in ihre Arbeit ein, jeder Song ist ein neuer Aufbruch, ein weiterer Stein in einem ihrer vielen Häuser, die in die Höhe wachsen, sich weit öffnen. Pop, der alles andere als knieweich ...

Chris-Eckman-Porträt ~ Heute als Gestern von Morgen.

article_6068_m_(1)_150.jpg Als es noch Handlungsreisende gab, die todsichere Produkte einem treuen Klientel feilboten, kamen diese nach ihren Geschäftsreisen nach Hause und erzählten von ihrem Alltag. Die Höhepunkte überragten kaum die Tiefen, die Neuigkeiten waren Nuancierungen des Dagewesenen. So stell ich mir das Leben eines Musikers vor, der seit Jahrzehnten fast immer Ähnliches vorbringt: Treue Fans, vorhersehbare Musik, ausreichendes Einkommen; weil fleißig...

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