
Es ist praktisch unmöglich, über eine neue Dylan-CD zu schreiben, ohne zunächst zu einem Rundumschlag auszuholen. Bei keinem anderen Künstler in der Pophistorie fällt die Rezeption so besserwisserisch und selbstgefällig, zugleich so voreingenommen und betriebsblind aus wie bei Dylan. Beides bedingt vielleicht sogar einander. Dylan selbst hat das in seinen »Chronicles« ganz gut beschrieben - bis hin zu den Leuten, die in sein Haus bei Woodstock ei...
Was soll man über Bob Dylan noch sagen? Dass dieses Solokonzert 1964 das Ende seiner Karriere als Protestsänger war, weil er die Kurzlebigkeit dieses Berufes erahnte? Dass er auch einmal verbal mit dem Publikum scherzte? Dass 11 dieser 19 Songs noch immer in den Setlisten der Never Ending Tour auftauchen? Dass er »It's Allright Ma (I'm Only Bleeding« als witziges Lied ankündigt? Dass er schon damals wusste wohin er sicher nicht steuern würde? Das...
Was soll man über Bob Dylan noch sagen? Dass dieses Solokonzert 1964 das Ende seiner Karriere als Protestsänger war, weil er die Kurzlebigkeit dieses Berufes erahnte? Dass er auch einmal verbal mit dem Publikum scherzte? Dass 11 dieser 19 Songs noch immer in den Setlisten der Never Ending Tour auftauchen? Dass er »It's Allright Ma (I'm Only Bleeding« als witziges Lied ankündigt? Dass er schon damals wusste wohin er sicher nicht steuern würde? Das...
Die vorliegende Doppel-CD zeigt den Mann, der sich Bob Dylan nannte, von einer seiner besten Seiten: Als den Mann mit der Gitarre, der sich ganz in die Tradition von Sängern wie Huddie Ledbetter und Woody Guthrie stellte. Der Lonesome Rider, allein mit Gitarre, Stimme und Mundharmonika gegen den Rest der Welt.
Dann doch gemeinsam mit Joan Baez singt Dylan »Mama, You Been On My Mind« und »With God On Our Side«. Und auch wenn die beiden - wie Dylan...
Wenn man Dylan-Biograph Clinton Heylin glauben darf, verlief der Aufnahmeprozess mit Daniel Lanois zum Vorgänger »Time Out Of Mind« nicht gerade harmonisch. Nun holte sich Dylan endlich einmal seine Never-Ending-Tour-Musiker ins Studio, denen die Eigenheiten des Chefs schon selbst ins Blut übergegangen sind. Und mit seinen täglichen Mitstreitern konnte Dylan auch so aufnehmen wie er es am liebsten macht: Rein ins Studio, Instrumente anstöpseln, d...