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»There Are Just 16 Steps to Hell«

article_7076_bluescreen-of-death-there_150.jpg Bei dieser Verpackung legt’s selbst Donkey Kong in die Leisten. Diese 10’’ kommt als Floppydisk in LP-Format daher, oben mit Metallschuber. OK, ich gebe es zu, die Platte war eine Zeitlang Protzobjekt. Verantwortlich dafür: die Gestaltung von Gregor Samsa. Das Hamburger Label Sounds of Subterrania, spezialisiert auf VÖs von cool durchgeknallten Freaks, macht beim Debüt dieses aus Göttingen stammenden Trios keine Ausnahme, im Gegenteil. Das ist wa...

»s/t«

article_7064_ianfisherthepresentcoverb_150.jpg Ian Fisher ist einer der letzten wahren Herumstreuner dieser Tage. Ständig ist er mit dem einen oder anderen Projekt unterwegs und erkennt wahrscheinlich jede Autobahnraststätte zwischen Budapest und St. Louis am Suppenangebot. Zusammen mit Ryan Thomas Carpenter nahm er neun Songs in der Holzhütte einer Farm auf, auf der einst schon sein Großvater gearbeitet hat. Der typische Fisher-Touch ist ihnen natürlich anzumerken, egal ob er über vergangene...

»Birthmarks«

article_7065_born_ruffians_-_birthmark_150.jpg Der Gitarrenpop hat in letzter Zeit bekanntlich einiges an Boden verloren. Wer noch vor wenigen Jahren erfolgreich seine sechs Saiten stimmen konnte und halbwegs anständig aussah, durfte schon bald mit der Titelseite des NME rechnen. Heute müssen sich Bands dieser Prägung wesentlich mehr anstrengen, damit ihrer überhaupt noch Erwähnung geschieht. Fans von Gitarrenmusik kann das durchaus recht sein, zieht es doch nicht selten Qualitätssteigerungen...

»Ready To Die«

article_7059_r2diggy_150.jpeg »Nipples come and nipples go, but evil love goes for the dough«. Hot stuff! Iggy Pop kann nun nachts nicht mehr schlafen (»I can't sleep at night anymore«), weil ihm die Holden ständig Alpträume verpassen (»Roll me, soul me, screw me, don't sue me«). Daher geht er zum effektiven Gegenangriff über und lässt einen etwas oversized booty im »Ready To Die«-YouTube-Trailer durchs Bild schwabbeln. Und er scheut auch keineswegs davor zurück, einen alten ...

»Hummingbird«

article_7002_local_natives_-_hummingbi_150.jpeg Selbst nach dem dritten Hördurchlauf will mir zu »Hummingbird« von den Local Natives nicht viel einfallen. Versucht man dem üblichen Namedropping der Popkritik (in etwa: »Fleet Foxes mit Tumblr-Account«) aus dem Weg zu gehen, steht man manchmal schneller an, als einem lieb ist. Aber bleiben wir vorerst bei Tumblr. »Hummingbird« könnte tatsächlich die Beschallungsmusik für so manchen Hipster-Blog sein, dazu ein Slo-Mo-Video mit animierten Sequenze...

»Akusmatik«

article_6974_bauchklang_150.jpg Mit Bauchklang ist das ja so eine Sache, wie man das sich selbst »Vocal Groove Project« nennende Kollektiv subjektiv erlebt. Der »Bauchklang-Moment« ist v. a. ein prägendes Erlebnis, sofern man gänzlich von den fünf Musikern überrascht wird. Am besten live im letzten Irgendwo, wo man alles, aber nicht das erwarten würde. Nun muss man berechtigterweise zugeben, das imponiert schon sehr ziemlich, was diese Bauchklang von sich geben, ganz ohne Instr...

»Band On Wire«

article_6972_milk+_-_band_on_wire_150.jpg Ich kann mich noch gut an mein erstes Milk+-Konzert erinnern. Die Band hatte ihren Namen als Visual auf die Bühne projiziert. Da das »k« in deren Logo etwas seltsam geformt ist, kann man es mit einem »f« verwechseln, was drei Typen neben mir dazu veranlasste, das ganze Konzert durch über den Namen »Milf+« zu lachen. Ziemlich dumm. Allerdings war das Konzert dann auch in etwa so entbehrlich wie der Scherz meiner Standnachbarn. Milk+ wollten mit ih...

»Who’s Gonna Get The Ball From Behind The Wall Of The Garden Today?«

article_6952_khalife_150.jpg Nach seinem Debüt »Oil Slick« ist dies drei Jahre später die zweite Platte des Libanesen Khalifé für Infiné. Aus einer Musikerfamilie stammend – sein Vater Marcel ist ein prominenter Oud-Spieler –, hatte Khalifé in Paris das Konservatorium besucht und konnte sich fortan nicht entscheiden, ob er die Tradition seines Vaters weiterführen oder eigene Pfade beschreiten sollte. Aber genau diese Mischung zeichnet diese Musik aus: dezent eingesetzte arab...

»Machineries Of Joy«

article_6941_british_sea_power_-_machi_150.jpg Vielleicht mögen British Sea Power (BSP) in ihrem Auftreten eher bescheiden wirken. Schon der Eröffnungs-/Titelsong zeigt aber, dass das Sextett aus Brighton gerne mal das Breitwandformat bemüht. Geigenschichten, ein fast poetischer Vortrag und jede Menge Post-Rock-Gitarren machen in etwa sechs Minuten das Mission Statement von BSP klar. Ähnlich verhält es sich mit anderen Songmonolithen, darunter das ebenfalls sechsminütige »What You Need The Mo...

»I bet on Sky«

article_6922_ibetonskyfull1_150.jpg 2 aus 10 - nicht meine Bewertung für die zehnte Platte der US-Dinosaurier, sondern die Quote für Lou Barlow-Songs auf »I bet on Sky«. Business as usual. Mehr bekam der Gute auch in der Vergangenheit nicht von seiner Heiligkeit J Mascis zugestanden. Das war früher nicht gut und ist es auch jetzt nicht.. Die Songs auf der neuen Platte verlaufen nahezu gänzlich nach demselben Muster: »Pro-Forma-Soli« von Mascis beenden Stück um Stück. Die Speisekart...

»Let It All In«

article_6921_i_am_kloot_-_let_it_all_i_150.jpg Sollte sich noch irgendjemand um den Bekanntheitsgrad von I Am Kloot Sorgen machen, so braucht er oder sie nur einen Blick auf deren Tourplan für 2013 zu werfen. Das Trio spielte im Februar an zwei ausverkauften Abenden hintereinander im nicht gerade kleinen Ritz in seiner Heimatstadt Manchester. Wie machen die das mit nur einer Platte, die sie unter dem Namen »Let It All In« nun zum bereits sechsten Mal veröffentlichen? Nun ja, einerseits sind I...

»Push The Sky Away«

article_6863_ncptsa_150.jpg Super! Den pussy hound ließ Cave zuletzt bei Grinderman ganz schön garstig raushängen. Der alte Bock erkennt die Zeichen der Zeit und weiß sie geschickt für sich zu nutzen: einerseits himmeln sie, die Damen und Mädels, in Wirklichkeit ja eh alle den sexistischen Macho an. Deshalb putzt Cave sie als Grinderman bzw. als cocksman (so das Verkaufsargument am Klappentext) Bunny Munro so richtig durch. Und danach, wie gewieft, kommt der Gemah...

»Live At Blue Rock«

  • Artist: Mary Gauthier
  • Label: Proper Records, Rough Trade
  • skug : 93
article_6860_bluerock_150.jpg Die sensible Geschichtenerzählerin mit akustischer Gitarre stammt aus New Orleans und lebte von ihrem 15. Lebensjahr an eine Zeit lang mehr oder weniger auf der Straße, jedenfalls in Wohnraum, der ihr nicht gehörte, und in dem, was man seit einer Weile Queerszene nennt. Studierte aber dann doch noch Philosophie und kulinarische Kunst und führte ihr eigenes Cajun-Restaurant. Sie hat spät, mit 35 Jahren, begonnen Songs zu schreiben. Ihre souve...

»Landing On A Hundred«

article_6818_codycnut_150.jpeg Nach zehn Jahren Pause kehrt Cody ChesnuTT mit einem ordentlichen Lebenszeichen zurück. Ausgestattet mit dem Originalmikrofon von Al Green und einer blendend disponierten zehnköpfigen Band, nahm er seine Songs in Memphis auf. Und auch wenn Stax um die Ecke lag, ist Detroit der Refernzort und der Sound ist mehr an die späten Alben von Marvin Gaye angelehnt, als an die berühmtenfrühen Stax-Klassiker. Alle Spielarten des 70er-Jahre-Soul werden ausge...

»The Great Hans Unstern Swindle«

article_6736_the-great-hans-unstern-sw_150.jpg Jetzt hat er mich am falschen Fuß erwischt, der Hans Unstern. Ich hab' gerade den Wochenendeinkauf erledigt, 50 % überflüssigen Naschmüll gekauft (während alle paar Sekunden ein Kind verhungert), am Rückweg noch zwei Zeitungen geklaut, und nun die Heliumstimme von Unstern mit »Ich schäme mich« aus den Lautsprechern. Dieser versichert, von Tuba, einer Art synthetischer Maultrommel und einem absurden »Yeah« skandierenden Chor unterstützt, mit ...

»Stoned And Alone«

article_6668_the_pharmacy_-_stoned_and_150.jpg Mit »Stoned And Alone« bringt die grundsympathische Band The Pharmacy ihren mittlerweile vierten, ebenfalls grundsympathischen Longplayer heraus. Schon das amüsante Cover, das die Band zwischen Classic Rock-Night und Dialysestation zeigt, verheißt Gutes. Und tatsächlich: Selten klang der garagige Kinks meets Pavement Psych-Punk des Trios aus Seattle besser als auf »Stoned And Alone«. Eine halbe Stunde lang liefern The Pharmacy ganze 13 Wörte...

»The House That Jack Built«

article_6605_jesca_150.jpg »Born To«, »Peacemaker« und »When I'm Asleep«. So heißen die drei Songs, die das Leben von Jesca Hoop in Zukunft gehörig verändern könnten. Die bis dato als ein wenig verschroben bekannte, aber irgendwie doch austauschbaren Freakfolk spielende Künstlerin betritt mit den erwähnten Stücken nämlich Neuland. Der Wucht dieser Wavepop-Sirenenfolk-Kaskaden kann man sich kaum entziehen, was ihr bei entsprechendem Airplay den Weg in die lichteren Höh...

»Ascent«

article_6588_6organs_150.jpg Eines vorweg: Dieses Album ist nicht als Scherz zu verstehen. Zwar werden alle, die sich auf den geschätzten Space Folk von Ben Chasny alias Six Organs Of Admittance eingestellt hatten, nach den einleitenden Takten des Openers »Aswasa« erst einmal kontrollieren, ob sie die richtige CD eingelegt haben. Da kracht ein Riff aus der Waffenschmiede von Black Sabbath so derb rein, dass man seinen Ohren nicht trauen will. Aber eine schnelle Recherche off...

»Throw It To The Universe«

article_6584_soundt_150.jpg Aus ist's. The Soundtrack of Our Lives, die urigen Rocker aus Schweden, die immer alle irgendwie lässig fanden, auch wenn sie deren Alben nicht daheim hatten; denen man so dumme Plattentitel wie »Extended Revelation for the Psychic Weaklings of Western Civilization« verzeihen konnte; deren friedlichen Kampf um die Erhaltung handgemachter Rockmusik man stets irgendwie niedlich fand; diese allen so bekannte, aber wie es scheint von niemandem wirkli...

»The Road Gets Darker From Here«

article_6531_gallon_150.jpg Die finsterer werdende Straße ist eine passende Metapher für das, was James Johnston, Terry Edwards und Ian White plus eine Studiokraft da in schlanken 36 Minuten vorlegen. Nach diversen Nebenprojekten von Faust-Mitstreiter und Ex-Bad Seed Johnston und Killertröte Edwards in den letzten Jahren und dem Tod ihres Bassisten Simon Wring 2011 war es um GD ruhig geworden. 2012 bestehen GD 25 Jahre, also genau halb so lang wie die Rolling Stones un...

»Early Times«

article_6518_silver_150.jpg Die Restverwertungsindustrie setzt ihren Streifzug durch die Archive fort. Die gnadenlose Suche nach bisher unveröffentlichtem Material der großen Namen des Popbusiness, die in den letzten Jahren zur olympischen Disziplin darbender Major-Labels angewachsen ist, erreicht offenbar immer mehr die vierte und fünfte Reihe des Popzirkus. Was man billig in die Finger bekommt, wird auf den Markt geschleudert. Da spielt es keine Rolle, ob die Musiker...

»s/t«

  • Artist: Sweet Lights
  • Label: Highline Records, Rough Trade
  • skug : 91
article_6483_sl_150.jpg Hallo John & Paul! Hi George! Ringo, schön dich zu sehen! Shai, du auch hier?! Wer zur Hölle ist das eigentlich? - wäre hier wohl der berechtigte Einwand. Shai Halperin ist eben kein fünfter Beatle und hierzulande wohl auch noch ein recht unbeschriebenes Blatt. Mit seiner Indie-Formation The Capitol Years gab er in jüngerer Vergangenheit u. a. auch schon die Backing Band für Daniel Johnston, mit dem er sich so nebenbei eine offensichtliche Af...

Nachlass - Schindluder

article_6458_joey_ramone_150.jpg Elf Jahre nach Joey Ramones Tod erscheint nun mit »?? Ya Know?« dessen zweites Soloalbum. Es hätte nicht sein müssen.

»a so a scheena dog«

article_6418_molden_150.jpg Ein Schritt zurück oder weg vom Gewohnten kann auch in anderen Zusammenhängen Erquickliches zutage fördern. Im Fall von Ernst Molden ist es der Verzicht auf seine bestens geschmierte Band plus Gesangspartner (Willi Resetarits und Ingrid Lang), mit denen er in Üsterreich bereits jedes noch so versteckte Hochgebirgstal abgegrast hat. Unterwasser-Performances würden noch fehlen, gestalten sich in der Umsetzung aber eher schwierig und Publikum w...

»Streets Of Domsongs«

article_6411_nostiz_150.jpg Nach Jahren der sporadischen Konzerte und Samplerbeitäge ringt sich der Impressario des großartigen Verein08 Dominik Nostitz doch noch zu seinem lange versprochenen Soloalbum durch. Die Jahre als Straßenmusiker haben Nostitz geprägt und im Gegensatz zur depressiven Lebensauffassung vieler Songwriter, steht seine Stimmungslage meistens auf sonnig. Das wird zum einen oder anderen Jack Johnson oder gar Bill Withers Vergleich führen, aber d...

»Drop Your Soul«

article_6410_uma_150.jpg Ein deutsch-österreichisches Ehepaar mit jeweils unterschiedlicher musikalischer Vergangenheit (in den Formationen Mediengruppe Telekommander bzw. Go Die Big City!) begibt sich auf seiner gemeinsamen Debüt-EP auf eine analog ausgetüftelte Reise zwischen geheimnisvoll psychedelischen Experimenten und von Chören durchzogenen Pop-Melodien. Klingt interessant? Ist es auch! Die vier Tracks zeigen elektronische Sounds in unterschiedlichen Facetten, man...

»Invitation To The Voyage«

article_6388_eugene2_150.jpg Wäre Eugene McGuinness? neues Album eine Diplomarbeit, sie würde wohl »Formen der Popularmusik« oder so ähnlich heißen. Der 26-jährige Londoner, der seit dem Erscheinen seines Debütalbums »Eugene McGuinness« vor vier Jahren die Herzen der Inselbewohner und auch so manche Radiostation des Festlands erobert hat, will mit seinem aktuellen Album »Invitation To The Voyage« wohl den Plattenlädenbetreibern die Kategorisierung erschweren. Da wäre et...

»Boys & Girls«

article_6373_alabama2_150.jpg Nach ihrer feinen Four-Track-EP im Vorjahr (hier nachzulesen) wartet die an Janis Joplin gemahnende Frontfrau Brittany Howard nun mit dem Debütalbum ihrer Alabama Shakes auf. Kürzlich bezeichnete das renommierte britische Musikmagazin »NME« Alabama Shakes sogar als the World?s Greatest New Band, was natürlich nur dann stimmt, wenn man in den Sixties hängen geblieben ist oder Amy Winehouse als State of Pop missversteht. Obwohl Alabama Shakes wiede...

»In Our Heads«

article_6352_hot-chip-cover-hr-e133476_150.jpg In Mark Greifs »Hipster«-Buch kommt ja überraschend wenig Musik vor. Und wenn, dann nicht unbedingt jene, mit der ich zum Beispiel die Nullerjahre verbracht habe. Ausnahmen: LCD Soundsystem und Hot Chip. Vielleicht weil beide näher am Dancefloor als am Kaffeehaustisch gebaut sind. Vielleicht weil beide auch in Sachen »Retromanie« immer schon andere Wege gegangen sind, wobei es Hot Chip dabei immer mehr um ein Songwriting aus dem Geist von Tanzmus...

»?töpie«

article_6333_utopie_150.jpg Letztes Jahr hatte ich durch Zufall die Ehre in der Verlassenschaft des großen Dichters Andreas Okopenko wühlen zu dürfen. In der Musiksammlung fand sich neben manch obskurem und entlegenem Teil auch eine CD des Ersten Wiener Heimorgelorchesters (EWHO) von 2003. Das schien mir gut zu passen, sind doch auch die Heimorgler leidenschaftliche Sprachakrobaten und verfügen somit neben ihrer originellen Instrumentalausstattung aus den Häusern Bonte...

»All But Bored, Weak And Old« | »ABCDEFGHIJKLMNOPQRSTUVWXYZ«

article_6225_mitterkil2_150.jpg Hach, Germanien, Heimland der possierlich popo-poppenden Bubi-Windbeutel! Berliner Schule Now klingt auch tatsächlich schwer nach Hamburg Anno Dazu: Feuilleton-Schlager trifft Post-Indie-Hemdsärmel-Gerocke und das Pudel-Baden im House-delischen Elektronik-Zuber. Ich will keinen Mindestlohn, ich will nur Mindest-Liebe. Die aus dem Münsterland zugereisten Türen harken den kopfschwer gewitzten Teutonen-Soul aus der Direkt-Gefolgschaft von Blumfeld b...

»Kinshasa One Two« | »Appia Kwa Bridge«

article_6237_drc_150.jpg Die dritte Welt ist eine synthetische Konstruktion. Die Globalisierung ist zur Wurzelfräse mutiert und der digitale Pürierstab simuliert die Weltenverschmelzung. Nach der Post-Manu -hao-Matrix einer neuen World Music Ende der 1990er wächst der Friendly Takeover afrikanischer, südamerikanischer und asiatischer Rythmen zunehmend in die Mitte des West-Verständnisses von der glamourösen, allpräsenten Ware. Anders: Was gestern noch aus dem Ghetto-Schr...

»Next 2 Last«

article_6190_elan_150.jpg Man will sich vorab über den Künstler schlau machen, um den Einstieg in den folgenden Text angenehm zu gestalten und stößt auf Wände. So oft wie im Zusammenhang mit eLan alias Elan Stouffet das Wort »mysteriös« fällt, so rar fallen die Informationen aus. Folgt man der Anleitung des beigelegten Promotextes, lässt sich zumindest feierlich feststellen: Der Kalifornier ist brandneu auf dem von Modeselektor betriebenen Label Monkeytown Records un...

»They!Live«

  • Artist: Benjamin Damage & Doc Daneeka
  • Label: 50 Weapons, Rough Trade
  • skug : 90
article_6186_dalecooper_150.jpg Benjamin Damage und Doc Daneeka mögen für ihr Albumdebüt auf 50 Weapons einen etwas abgegriffenen Titel gewählt haben, in der Sache selbst warten sie mit einer Unmenge an Freshness auf. Seltsam genug, dass das Album auf breiter Linie unterschätzt oder noch schlimmer: ignoriert wurde. Dabei kommen die Tracks durchweg spritzig und schwungvoll um die Ecke, sie kokettieren mit der Macht der Monotonie und immer dann, wenn einen der Sog des Loops nicht...

»Plexus Solaire« & »2003-2010«

article_6169_cover_plexussolaire_5_150.png Wer den Mini-Hype um die Wiener Gruppe Mopedrock!! in den letzten Monaten ein wenig mitverfolgte, kam nicht umhin zu bemerken, dass sich die Kritiker vor allem an deren französischsprachigen Gesang delektieren. Allein sind Mopedrock!! damit in Üsterreich allerdings nicht, denn mit den ebenfalls in Wien ansässigen Plexus Solaire arbeitet hierzulande eine Band nunmehr schon zehn Jahre daran, frankophones Liedgut in der Indie-Gemeinschaft zu ve...

»Collections 01«

article_6120_teebs_collections_01_150.jpg Brainfeeder, das Label von Flying Lotus mausert sich immer mehr zu einem Versuchlabor in, sagen wir mal ganz blöde, Hypnagogic-Jazz. Wobei Teeb, auch im Gegensatz zum doch eher mit HipHop den Experimentalkasten verbastelnden Samiyam, dessen unlängst veröffentlichte CD »Sam Baker's Album«, auch mehr knirscht, Jazz eher als Idee, denn als (nach)gespielte Musik versteht. Das war ja bei Flying Lotus zuletzt ein nicht ganz unwesentliches Problem: Ist ...

»Komba«

  • Artist: Buraka Som Sistema
  • Label: Enchufada, Rough Trade
  • skug : 89
article_6018_buraka_150.jpg Eine Zusammenarbeit mit M.I.A., Begeisterungsstürme in der Blogosphäre und Awards für die erste Platte: Buraka Som Sistema zeigten bereits mit »Black Diamond« wie man Weltmusik in die Discos und noch dazu weit darüber hinaus bringt. Dass es dann sogar monströse Festivals wurden, die sich um das angolanisch-portugiesische Quartett anstellten, ließ den Ruf nach einer Fortsetzung nur umso lauter werden. Mit ihrem Zweitwerk lassen die vier Herre...

»Red Chamber Music«

article_5978_cover_mi_150.jpg Der Grazer Georg Altziebler hat für die Songwriter-Zunft und den Song bereits mehr geleistet, als dies, Gott hab ihn selig, Ludwig Hirsch sein ganzes Leben lang getan hat. Das vierte Album ist nun das erste, mit dem der heimische Singer/Songwriter vollauf zufrieden ist. Wen wundert's: Diesmal konnte sogar die hochkarätige Lucinda Williams - die sich bereits vor zwei Jahren bei seinem Konzert in L. A. für ihn begeisterte - für zwei Duette gewonnen...

»Red Chamber Music«

article_5977_cmyk-cd-cover-redchamberm_150.jpg Zwischen Graz und Nashville wird Musik als besser oder schlechter handelbares Konsumgut gerne ähnlich eingesetzt: als Mittel zur Berieselung oftmals schnell auf dem Weg in Richtung Hintergrundgeräusch. Der Steirer Georg Altziebler ist mit seinem künstlerischen Schaffen entlang großer Singer/Songwriter-Traditionen seit jeher nichts für den schnellen Genuss nebenbei. Im Gegenteil, seine neueste Liedersammlung »Red Chamber Music« drängt offensiv in ...

»Is The World Strange Or Am I Strange«

article_5981_cosmo_150.jpg Da will es einer genau wissen. Der 21-jährige Alleskönner, der nur das Schlagzeug nicht selber einspielt, hat etwas, das ein Popkünstler braucht: Selbstbewusstsein und das Wissen, was ein Popsong können muss. Lange, eintönige Passagen werden Cosmo selbst langweilig und so kann es nur eine Richtung geben: Nach vorne, und das bitte ohne Pinkelpause. Er hüpft zwischen Genres hin und her, dass es eine Freude ist, hier ein Song der den Pogues und all ...

Comunidad Internacional

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feat. »Raw Sound of Burkina Faso«, »Luso Noir«, Wendo Kolosoy, Mamady Keita, Fatoumata Diawara ??

Foto: Wendo Kolosoy © unknown

»One Pig«

article_5783_onepig_150.jpg Structure over substance? Bei Matthew Herberts komplett in den Thesenirrsinn abdriftenden Elektronik-Found Sound-Collagen kommt man sich langsam vor wie in gegenwärtigem Arthaus-Kino, wo Einfallslosigkeit durch bewusst karge und »aus dem Leben gegriffene« Momentaufnahmen mit dem erhobenen Zeigefinger im Hintergrund kompensiert wird. Michael Haneke gone Gurgel-Electronica? Durchaus! Durchaus! Hatte der einst für die K&D-nahen Flauschesound so ...

»Glass Swords«

article_5781_rustie_150.jpg Schon das genudelte Prog-Rock-Synth-Intro schickt das ironische Zwinkern ins Abklingbecken. Nein, hier wird nicht cheesy, greasy oder sleazy Akteneinsicht betrieben, sondern eine Reality Soap aufgeführt, bei der wir Yes plus Trevor Horn auf Rave-Besuch beobachten können. Ibiza ist überall, nur die Beats und die Möglichkeiten der Software sind andere. In seiner ravenden Unfunkyness zeigt dieser sonnenverbrannte Bombast auch wieder, was passiert, w...

»Is This Hyperreal?«

article_5762_atr_-_is_this_hyperreal_150.jpg Virilio statt Baudrillard oder Deleuze. Faust in die Fresse statt analogen Matrix- Schwaden. Die Postmoderne der Cyber-Ära und die kampf- wie beutelsüchtige Rock- Haptik waren immer schon grundsätzliche Widersprüche. Alec Empire fungiert da nach wie vor ausschließlich via Ausrufezeichen: Activate! Black Flags! Codebreaker! Seine um wenige Wochen zu 9/11, dem größten öffentlichen Vernichtungsspektakels der Mediengeschichte, versetzt...

Zen-Blues für Couchpotatoes

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Gibt es den Blues in Israel? Ja, den gibt es! Das dynamische Duo TV Buddhas bestätigt das mit voller Wucht.
(erschienen in skug#81 /12.2009)

TV Buddha tourt vom 17.10.2011 bis zum 10.12.2011 durch die Garagen halb Europas » details

»Hello To Loneliness/Just Another Day In My Head«

article_5729_tvbuddhas_150.jpg Leicht hat man's nicht, als israelische Garagenrockband mit einem Tourplan, der sich gewaschen hat, und einer Geschichte, die voller Niederlagen glänzt: die erste US Tour der drei war derart desaströs, dass das dabei entstandene filmische Tagebuch »Band In The Modern World« eher als therapeutische Traumabewältigung wirkt, denn als eine fröhliche »The Beginning Of«-Dokumentation. Am zu hohen Anspruch wird's nicht gelegen haben, das Ehepaar Mickey ...

»s/t« | »House With A Curse«

article_5715_tweak_150.jpg Alas, Kraft und Schönheit des jugendlichen Rabatzdrangs. Ungewachsen. Stolz und aufmerksamkeitsbegehrend, auch wenn man in ausgetretenen Pfaden geht als wäre man der erste Mensch am Mond. Zwei Mal krachrockende US-Landeier, die erst durch ihre immense Energie und ihr Haudraufpotenzial originell werden. Tweak Bird, Brüder-Duo aus Carbondale, Illinois, sind eine rudimentär krachfuzzende Nerd-Biker-Gewaltmaschinerie, als wären MGMT Mitglieder der He...

»20th Century Hits« | »Fire Waves«

article_5696_ron_150.jpg Ronnie Urini Rocket Iraschek Superstar, oder schlicht Ronnie »been-there-done-that« Urini. Ein grantiger Messias mit Sonnenbrille. Ein dekaden(ten)langes Lebenswerk, das sich nur noch fiktional abhandeln lässt - nachzulesen im Beiheft zu »20th Century Hits«, dem längst überfälligen Destillat des allumfassenden Oeuvres von Üsterreich-Ungarns verkanntestem, respektive »einzigem« (Zitat Urini) Rockstar. Nachzuhören auf Kulturerbe-Liedgut von »T...

»O«

article_5679_oh_150.jpg »O« ist eine Art Opus Magnum von Markus Popp geworden, satte 90 Nummern lang auf einer DCD. Oval ist ein Meister der »kleinen Form«: In Track-Miniaturen zwischen ein bis drei Minuten tun sich auf »O« Cluster auf, die zwischen minimalem Elektronik-Gebrutzel und beinahe neoklassischen Instrumentenphrasierungen lavieren. Der größte Unterschied zu früheren Oval-VÜs ist wohl: Der Techniker Popp hat schließlich dem Komponisten Popp Platz...

»Grey Oceans«

article_5602_coco_150.jpg Rettungswinkel Schneckenhaus. Freak Folk ist mittlerweile als Genre die Wassermarke der neuen Ernsthaftigkeit, des weltoffenen Rückzugs in die eigene, offensiv zur Schau getragenen Spinnertheit. Während Ex-Boyfriend und Weggefährte Devendra Banhart sich zur alternativen Boygroup flachklopft, ziehen die Casady-Schwestern vorwärts in die Innenwelt. Nach sieben Jahren konstant steigernden Hypes, der ihre wolligen Croons aus Kinderspielzeug-Samples, ...

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Mon 24.06.2013 21:00: marco eneidis nenuvi session: noid/thomas berghammer | celeste | vienna


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