
phonoTAKTIK '99, Max Brand, Kaffe Metthews, Staalplaat, Luke Vibert, Ganymed-Mixes, Blond, Chicks on Speed/Elektro Music Dpt., Element Of Crime, PIL, Franz Koglmann, Tom Waits, Wipe Out, Underworld, Sleater-Kinney
Raoul Corona und Jorge Blanco nennen sich die beiden mit akustischen Gitarren bewaffneten Protagonisten dieser CD, die gemeinsam als Lassos Mariachis ins Scheinwerferlicht der Öffentlichkeit treten. Doch die Exotik täuscht, handelt es sich doch hier um zwei Exilgrazer mit ausgeprägtem Hang zu Mexikanismen, deren Wortschatz sich offensichtlich auf einige stehende Redewendungen wie "Margarita La Bonita" oder "Vaya con Dios, Jose" beschränkt. D...
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Artist:
Novi Sad
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Label:
World Culture Aid
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skug :
38
Beinahe zehn Jahre existiert das Wiener Quartett zwischen den Stühlen. Wer einerseits wie eine Folkrockband klingt, andererseits aber immer auch Experimenten nachhängt, kann sich sein Publikum zwar in verschiedenen Szenen holen, doch es jedem recht machen geht damit nicht. So knallt einem der Titelsong trotz Verheißung anderer Tatsachen puren Rock vor die Birne, doch vergessen die Songschreiber Klaus Schuch und Evelyn Blumenau keineswegs au...

Im engen Netz von Alkohol-, Gefühls- und Gedankendusel finden Element of Crime seit bald vierzehzn Jahren ihre Songs. Sinistre Eigenmilieustudien einer Band, die im Älterwerden immer schönere Alben wie zuletzt »Psycho« (Polygram) produziert.

Max Brands »Astronauts« - Der Sound des Spätwerks
Zur phonoTAKTISCHEN Mythenbildung um den Komponisten Max Brand.
Wenn um 5 Uhr in der Früh Dr.rer.nat Francisco Lopez, der seine Klänge am liebsten aus dem Urwald holt (»Ich halte den Dschungel für einen sehr noisigen Ort«), eingeklatscht wird, um das euphorische Publikum noch ein letztes mal mit ohrenbetäubenden Soundclusters zu beruhigen, dann befinden wir uns auf phonoTAKTIK 99.
Ich kenne genügend Menschen, die dies hier uneingeschränkt Scheiße finden
würden. Mir verwirrt die Berliner Heimelektronik-Chanteuese mit ihrer
(vermeintlichen?) Schlager- und NDW-Affinität, der
Wohnzimmerkitsch-Leidenschaft, all den lieblichen Melodien und der niemals
verstummenden Casio aber dermaßen die nüchterne Wahrnehmung, dass ein
trockenes Werturteil unmöglich wird. Wohl nicht ganz zufällig taucht hier
auch der neue Blumfeld-K...
Nachdem ja so gut wie alle Muslimgauze-Releases mehr oder weniger strikt limitiert sind, gibt man zweimal pro Jahr eine Art »Best Of« heraus, auf der die besten Hits versammelt sind. Ähnlich wie »Beyond the Blue Mosque« füllt diese Scheibe die Lücke hin zu tanzbarerem Sound, der beinahe als »Naher Osten-Techno« durchgehen könnte. Wäre ja interessant, ob seine Tracks in den Discos zwischen Teheran und Tel Aviv Verwendung finden.
Die »Hussein...
Die Ladomat-Frühjahrsedition meint es gut mit uns.
Ex-Spex-Redakteur und immer-noch-Whirlpool-Productions-Drittel Hans
Nieswandt straft auf seinem stets eleganten und dezenten, dabei aber nie
geschmäcklerischen Album das Vorurteil Lügen, dass musizierende Musikkritiker
gerne an der Problematik scheitern, ihr umfassendes Wissen über fremdes
Schaffen mit der eigenen Kreativität unter einen Hut zu bringen. Mit großer
Hingabe und der in all de...
not a question of balance sind Bülent Kullukcu und Robert Merzdo, der auch als Gitarrist von Mass und als Produzent für Brith Gof und La Fura dels Baus aktiv ist. Für die vierte Release, eine Doppel-CD, hat Merzdo tief in den Ausschusslagerhallen der Minimal-, Electro- und Industrialmusic gekramt. Die Stilvielfalt ist allerdings gewöhnungsbedürftig; wirkt ein wenig zu sehr kompiliert. Da schleichen sich an New Order gemahnende Basslines ebenso ei...
Für seine 4 full-time-Release (nach »1000 Fragments«, »+/« und »0 Degree«) wurde das (angeblich weltweit zum ersten Mal verwendete) Format einer Doppel-MCD gewählt, sodass »Time« und »Space« getrennt oder zusammen gehört werden können; Bruce Gilbert lässt grüßen. »Time« schnappt nach sämtlichen cut-up-Verwertungen des Informations-Junks, über den radar-ähnliche Signale und nervende Elektro-bleeps gelegt sind. Für »Space« werden dunk...
Ka-Spels Soundtracks für das post-2000-Zeitalter gehen weiter. Das neue Solowerk des Legendary Pink Dots-Chefs ist diesmal etwas flächiger, atmosphärisch dichter. Bezugspunkte zu europäischen Folklines lassen sich zwar ausmachen, gehen aber meist in minimalistisch gehaltenen elektronischen Bearbeitungen auf. Daß Ka-Spel mittlerweile so einiges programmiertechnisch draufhat, lässt sich anhand von »Shall we share water« ganz gut verifizieren....
Closed System Remixology: daß eine kanonisierte Gutsprechung zur wertfreien
Sampleverwendung der anything goes-Kultur bisher nur zu äußerst wenigen
Perlen neben Unmengen akustischen Mülls führte, ignorieren die meisten
Kritiker. Von Ausdünnung populärkultureller Grundnahrung durch digitale
Schnellverdauung mag selbstredend kein stylee Cyberscratch-Guru wissen. Nur
einige wenige pumpen qualitativen Anspruch ohne Blick auf schnelle Euro...

Willkommen am elektro-akustischen Jahrmarkt der human-technoiden
Sensationen! Kommen Sie und staunen Sie über die Ecstasy-fressende,
hyperaktive und längst außer Rand und Band geratene Playmobil-Guerillia Add
N To (X), die in ihrer knallpink phosphoreszierenden Zeitmaschine
brandschatzend durch die Dekaden gurkt, um nicht nur die Weltherrschaft
japanischer Unterhaltungsmultis zu brechen, sondern obendrein die Humanoiden
in heldenhaftem Kamp...
Beschwingt lockerer Electro-Stuff, der sich auch mal bleeps-mäßig in den bisher wenig beachteten Acid-Sound-Seuchengebieten aufhält und vor verträumten up-tempo-Spielereien genauso wenig zurückschreckt wie vor vergangenheitsbewältigenden 303-er-Einlagen. Ist nicht wirklich zum Abtanzen geeignet, dann schon eher für einen relaxten Chill-Out oder zum Abmischen.
Wir erinnern uns: Als Liz Phair Anfang der 90er mit ihrem Debüt »Exile in
Guyville« für gehörigen Aufruhr im Männergesangsverein namens »Indie-Rock«
sorgte und sich schnell zur feministischen Ikone entwickelte, waren Texte
der Güteklasse »I'll fuck you 'til your dick is blue« nicht die Ausnahme,
sondern der Standard ihres von radikaler Direktheit geprägten Idioms. Vier
Jahre nach der immer noch guten zweiten Platte präsentiert sich Liz Phair
heut...
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Artist:
Seth
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Label:
Eigenverlag, hurra@work.at
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skug :
38
»Sinnlose Freizeitbeschäftigung ist heute wichtiger denn je. Unsere Interessensvertretung hat es sich daher zum Ziel gemacht, jungen Leuten dabei unter die Arme zu greifen.« Was soll man zu solch einem Intro des Pressetextes sagen außer: ja! Natürlich. Ein paar freakige Spaßanarchisten, die sich nicht einmal selbst an diese Vorgaben halten sondern eine CD aufnehmen, die zu allem Überfluss auch noch halbwegs gut ist und die uns et...
Endlich haben Autechre ihre Aufnahmen für John Peel aus dem Jahre 1995 veröffentlicht. Retrospektiv betrachtet hatte es dieses Jahr für Brown/Booth absolut in sich, siehe auch ihre »Anvil Vapre«-Mixe. Die »Peel Session« schlägt in eine ähnliche Kerbe: klar getimete, sich überlagernde Beatstrukturen werden aufgeweicht von ambient-lastigen Orgeln, ab und an schummeln sich Distortions hinein. Immer wieder ist man versucht, in das Soundgeflecht hinei...
Grassow lies sich für sein »paganistisches« Synth-Amalgam von Alan Watts und der »Singing Bowl«-Musik Klaus Wieses beeinflussen, der ihn musikmäßig unterstützte. Angelegt an nordindische Raga-Musik, versucht er sich in einer Vermessung und Neubestimmung der menschlichen Psyche, die anhand von Obertonreihen operieren. Dass die Beat-Sequenzen ziemlich nah am Herzrhythmus angelegt sind, dürfte nicht weiter verwundern. Um diese Musik adäquat zu...
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Artist:
Komet Manhattan
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Label:
Noton
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skug :
38
In dieser herausstechenden, das Thema »CD-Verpackung« nicht als Problem
sondern als kreativen Auftrag verstehenden Hülle verbirgt sich eine die
Symetrie und Perfektion ihrer optischen Erscheinung interessant in vier
reduziert-minimalistische, streng mathematischen Formeln gehorchende und
doch bewegliche Elektroniktracks transferierende Mini-CD von Frank
Brettschneider, der damit seinen Beitrag im Rahmen der Neuton-Konzept-Reihe
zur Vertonung der ...
Das Markante an Jonas aus Bad Bentheim in Niedersachsen (das »Lower Saxony«
von Stella) ist, wie wenig ihre drastische Unzeitgemäßheit irgendeinem
dankbaren Interpretationsschema entspricht: Was sie machen, kommt - nach
allen Kriterien von Mode, Innovation, SPEX-Verordnung - schlicht zehn Jahre
zu spät, ist die Fortsetzung, besser: Beibehaltung, von US-Indie-Rock der
frühen 90er mit exakt denselben Mitteln. Klingt wie Lemonheads (Track 1),
...
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Artist:
Z'EV
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Label:
Soleilmoon
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skug :
38
Diese beiden Releases stellen Z'EVs Arbeiten für ein amerikanischen Label seit mehr als 15 Jahren dar. Bei dem fünfaktigen »Opus« handelt es sich um eine Re-Release von 1990, die er für das Helmholtz-Theater in der legendären De Duif-Kathedrale in Amsterdam gemeinsam mit Van Lagestein produzierte. Für seine mystischen, in der kabbalistischen Rhythmus-Tradition stehenden Stahl-Percussions wurde so ziemlich alles ausgeschöpft, was sich in den letzt...
Dezent im Hintergrund gehaltene Radiosamples finden hier genauso Platz wie ein spirituell angehauchtes Gong-Geklöppel. Über das beizeiten knochentrockene Schlagzeug legen sich nette Gitarrenmelodien, Bläser- und Orgelsätze. Der Gesang ist gewöhnungsbedürftig. Tracks wie »In Iron Light« bilden eine feine Brücke zwischen gerade nicht ins Selbstverliebt-Kitschige abdriftend und verhaltener Elektronik, bei der gegen Schluss beinahe eine Art Psyc...
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Artist:
Pizzicato Five
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Label:
Matador
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skug :
38
Wo »Pizza Margherit« draufsteht, sollte auch ebendiese drin sein.
Ist sie das, erwartet man sich etwas Bestimmtes davon. Werden diese
Erwartungen erfüllt, genügt das in raren Momenten schon zur Glückseligkeit.
Pizzicato Five können einmal mehr vermerken: Plansoll und
Erwartungshaltungen auch 1999 zur Gänze erfüllt. Aus guten Gründen speist
man zumeist aber doch anderwertig.
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Artist:
Pram
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Label:
Donimo
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skug :
38
Diese EP ist als Übergang zu dem Anfang Mai erscheinenden neuen Album gedacht. Ziemlich verquer elektronisch ist diese Scheibe ausgefallen: da ist einmal der Soundtrack des Titelstückes zum gleichnamigen Film. Weiters findet sich ein Remix von Mouse On Mars. Anscheinend haben sich Markus Popp und Konsorten von Pram zu Pop-Avancen überreden lassen, was den Sound nur aufwerten kann: eine wildgewordene Hammondorgel veräußert sich, was wie...
Für den »Masterclass«-Event wurden drei Soundtüftler beauftragt, die Originalkompositionen für Maschine von C. Schlage zu bearbeiten. Der umtriebige Mika Vaino (PanSonic, ??) bearbeitet das ganze Ensemble ohne sich auf eine bestimme Konfigurationen zu beschränken. Pita (Mego) Rehberg lässt mit einer Schellen-Komposition aufhorchen, die tief in elektronische Untiefen hineinverirrt. Es ist anscheinend egal, welche Originalquelle er benutzt; es komm...
Arj Snoek, das freestylige HipHop-Kid im großen, weiten House-Land, hat sich
auf seiner aktuellen Veröffentlichung zu Tracks von zuvor ungekannter Kraft
und Geradlinigkeit aufgeschwungen. Um allzu verspielte Sperenzchen
bereinigt, die potentielle Hymnen bisher nicht selten etwas aufbröselten,
wird "Albert Gabriel" mit zur Party-Musik dieser Saison, wobei
Individualität und die musikalische Umsetzung einer bestimmten
Persönlichkeit auch hier...
Die Wiederkehr des Immergleichen. Auch wenn er das Label gewechselt hat, ist auf Herbstzeitlose Van Morrison Verlass. Im Grunde schreibt er schon seit Jahren ein und dieselben Songs, versteht es aber, diese immer mit neuen, Rückhalt gebenden, Inhalten zu füllen. Also variiert er in verkleinerter Besetzung (Geraint Watkins' Hammondorgel und Pee Wee Ellis' Baritonsax-Künste ragen heraus) zwischen flotten R&B-Nummern, romantischen Balladen und mel...
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Artist:
Pest
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Label:
Cuneiform Rec
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skug :
38
Es ist nur ein scheinbarer Anachronismus: Im Zeitalter der Clubkultur pflegen Pest good old Artrock. Und doch wird dieser mit elektronischem Gefiepe aufgemotzt, wird etwa im einzig gesungenen Cut No. 4 einem formidablem Hyperlooping unterzogen. Diese Musik klingt derart wie von einem fernen Planeten, denn in Österreich sind die aus Linz stammenden Pest die einzigen, die wie eine Spacerock-Band abheben können und andererseits osteuropäische F...
James Plotkin liefert einen Mix aus minimalistischen Rückkopplungen, D'n'B-Anleihen, dunkel-verhaltenen Gitarren-Drones und metallisch-dumpfen Analog-Synth-Spielereien. Auffällig die unterschiedlichen Synchronizitäten zwischen Beat- und »Beiwerk«einheiten, von denen jede für sich Priorität einfordern. Das ist weder ein Schielen nach dem »Knarzen« - ist dafür zu rhythmuslastig, noch sind die Beats so direkt, dass man aufspringen und abshaken mu&sz...
Geh zu, Pumuckl! Was für ein prätentiöser Album-Titel, Benjamin hin oder
her! Soll man um jeden Preis merken, dass hier kluge Menschen am Werk sind -
die sich ihrem auch nicht ganz krampflosen Bandnamen nach womöglich als die
süddeutsch(sprachig)en Stereolab verstehen? Aber, hallo, beides stimmt.
Monostars aus München knüpfen mit klassischer Vierer-Besetzung, verstärkt
um diverse Analog-Keyboards, an Old-School-Synthie-Sounds von Kraut bis New
Wa...
Die österreichischen Rozengracht erinnern im ersten Moment an Chemical Plant oder Test Dept. in ihren besten Zeiten. Bös-frustrierter Sprechgesang trifft auf eine Bass-Armada im Doppelpack, die Beats sind so knochentrocken wie ein Wüstenabschnitt, auf dem Stahlfässer herumliegen, die malträtiert werden und kraftvoll-schmierige Patterns absondern. Der Titel »New Roze« kommt dreimal in unterschiedlicher Ausführung daher, von schwer metallern-brüchi...
»Mix Oscillations« ist der fünfte Teil der »Celluloid Mata«-Serie des Noise Museums, auf dem das Spektrum zwischen beinahe- und nicht massenkompatibel ausgelotet wird. An der Front: DJ Olive, Fragile, Nikolaps. James Plotkin aka Romance macht aus übersteuertem Bass, Elektronik und gesampleten, gepitchten Kinderstimmen eine Electro-Rhythmus-Nummer, bei der Abwechslung und Wiederholung stilbildend ist. Matt Wand (Stock, Hausen& Walkman) nimmt sich ...
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Artist:
Merzbow & Genesis P. Orridge
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Label:
Cold Spring
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skug :
38
Da ist etwas passiert, mit dem man eigentlich nie gerechnet hätte. Die zwei ungekrönten Industial-Vorzeige-Heroen, die Urväter, in deren Fahrwasser so viele soundmäßige Unzulänglichkeiten zu verantworten sind und die an sich ja überhaupt nichts miteinander zu tun haben (von ideologischen und entwicklungsgeschichtlichen Implikationen mal ganz abgesehen), haben zusammen eine CD aufgenommen. Die unterschiedlichen Synchrizitätseinheiten aus Ges...
Da es nun schon zwei Jahre her ist, wurde es Zeit für die zweite Auflage. Wieder von den FM4-Moderatoren Christian Fuchs und Hannes Eder kompiliert, kommt neben internationalen Acts in der Größenordnung von Helmet und Jesus Lizard auch die heimische Garde zu ihren Verdiensten. So ziemlich alles zwischen Hardcore, Industrial-Metal und 90-er Punk kracht, grollt und rockt, elektronisch beeinflusste Dekonstruktivisten sezieren überkommene Metal...
Soviel zum Thema Vergangenheitsbewältigung. Oder: Gelebter Anachronismus, bei dem schon damals Bruckmayers süffisant-ernstgemeintes »Danke« mehr war als Freudenbekundung, Ungläubigkeit und beschwichtigendes »Is eh guat«. Fuckhead bei der Einübung ihrer grindigen Beuschl- und Eiterbatzen-Feedback-Hardcore-Querelen, bei denen Pungent Stench-Fans vor Freude in ihr Bier flennen: »Du siehst gut aus. Heute schon gekotzt?« Noch mit skeletthaftem elektri...
Wahrscheinlich gibt es wirklich nur wenige Bands, die sich so lange erfolgreich halten konnten, mehr als 30 Top-40-Hits ablieferten und noch immer über »Credibility« verfügen - willkommen im Jahr 23 der Stranglers-Historie. Auch die Tatsache, dass sich Jesus Jones und Britpopper wie Elastica (mehr oder weniger) um ihr Erbe bemühen, spricht für sie. Zwischen »Goodbye Toulouse«, »Strange Little Girl« und »Coup De Grace« hat sich zwar einiges getan,...
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Artist:
Ester Brinkmann
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Label:
Supposé
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skug :
38
In ihrer Reduziertheit doch raumfüllende und sehr suggestive
Elektronikspiralen des wohl-reputierten Kölner Minimalisten Thomas Brinkmann
suchen auf der zweiten Ester-Brinkmann-Veröffentlichung eine durchaus als
gelungen anzusehende Symbiose mit deutsch wie französisch gesprochenen
Texten des Philosophen E.M. Cioran. Der durch die experimentelle
Einarbeitung von Jazz-Samples, die konstruktive Verwendung von Zisch- und
Störgeräuschen und dem nie s...
Anstatt in einem imaginären Jänner-Skug mit einer Coverstory anlässlich der
Platte, die wohl nicht nur mir die härtesten Winternächte in strahlende
Frühlingstage verwandelte und seitdem nichts von ihrer funkelnden
Strahlkraft verlor, aufzuwarten, bleibt jetzt, nachdem schon allerorts und
in unterschiedlichster Zugangsweise in jede erdenkliche Facette dieser
Platte hineingeleuchtet wurde, eigentlich nur mehr eine Handvoll
Bestätigungen vorzunehmen...
Faust beweisen nachdrücklich, dass Krautrock, oder was davon übrig geblieben ist, auch 1999 ziemlich spannend klingen kann und scheren sich einen Dreck um (eigene) Mythenverklärung. Auch wenn zu Beginn die Orgel unseelig-selbstreferenziell daherkommt und von Bass und brutal übersteuerter Gitarre zur Seite gedrängt werden, wird spätestens nach der zweiten Nummer ein Wall of Sound aufgebaut, der die ganzen Gitarren-Noise-Bands vor Neid erblassen la...
Das Berliner Projekt Column One hat nach einiger Zeit eine neue Scheibe auf Moloko+ (Legendary Pink Dots, Doc Wör Mirran,...) veröffentlicht, die, was Abstrusitäten anlangt, in den obersten Klassen spielt. Gesamplete Kinderstimmen, gemixt mit Vogelgezwitscher, Auszüge aus einem Edgar-Wallace-Film, Straßenszenen. Als wenn man mit dem Scanner durch das Radio oder den Film ginge; fragmentarisch, tendenziell selbstauflösend. Es wird zu imaginär...
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Artist:
The Silverman
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Label:
Soleilmoon Rec
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skug :
38
Auf seiner ersten Veröffentlichung für Soleilmoon lässt uns Philip Knight aka The Silverman, eines der Gründungsmitglieder der Legendary Pink Dots, in bizarre Feedbackgärten eintreten, in denen man kontemplativ versinken kann. Neben regelmäßigen Kollaborationen mit Teargardens Kevin Cey, Christoph Heeman und Jim O'Rouke (als Mimir) bleibt Zeit, Trance-Musik im wahrsten Sinne des Wortes zu produzieren. Für »Silvermandalas« wurden analoge und...
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Artist:
Cube & Sphere
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Label:
Disko B
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skug :
38
Hans Platzgumer und Gerhard Potuznik nehmen eine Landschaft (den eisigen Norden) und bearbeiten sie solange, bis sie ihre klanglichen Eigenheiten preisgibt. Die Nordik (die Kunst des Frierens angesichts kristalliner Klänge) entwickelt sich ja zu einer beliebten Disziplin im Genre der digital manipulierten Beats. Nachdem der elektronischen Musik von ihren Feinden früher immer wieder inhumane Kälte attestiert wurde, erscheint es nur logisch, da&sz...
Die Bedeutung von lokalen Netzwerken hat ja im Zeitalter der vielgerühmten weltweiten Vernetzung keineswegs an Wichtigkeit verloren. Die Identifikation von elektronischer Musik in Österreich mit Wien ist nicht nur durch einen Medien-Hype zu erklären, sondern auch das Ergebnis zahlloser Synergie-Effekte in einer noch immer relativ abgeschlossenen Szene, wo jeder auf den anderen angewiesen ist. Doch die Elektronik-Szene ist nicht nur in Wien z...
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Artist:
Albrecht Kunze
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Label:
Disko B
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skug :
38
Das Debüt Album von Albrecht Kunze besticht durch seine besondere Liebenswürdigkeit. Hier hat jemand seinen ganz privaten Soundkosmos verwirklicht. Dabei scheint Kunze davon zu profitieren, daß er auch regelmäßig Arbeiten für Theater und Radio macht. Denn neben dem unverbrauchten Klangmaterial fällt auf, wie Kunze ganz präzise dramaturgische Bögen entwirft und Einheiten logisch übereinander schichtet, die üblicherweise in starkem Wide...
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Artist:
Sprawl
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Label:
Trost
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skug :
38
Eigentlich müsste es genügen, die Namen der an diesem Projekt beteiligten Herrschaften aufzuzählen. Auf Einladung des Alboth-Schlagzeugers Michael Wertmüller traffen sich die alten Free Music Haudegen Peter Brötzmann und William Parker mit dem auch nicht gerade harmlosen Stephan Wittwer und dem God-Produzenten Alex Buess. Infernal. Gewaltig. Gnadenlos. Unbarmherzig. Erinnert in seiner röhrenden Explosivität an die besten Tage des blauen Hirschen....
Zum 10-jährigen Jubiläum der Formation präsentieren uns diese vier Experimentatoren auf dem noch immer unterschätzten Instrument E-Gitarre eine Sammlung von Live-Aufnahmen ihrer 97er Europa-Tour. Dabei wird klargestellt, daß Elektrik schon mit der Elektrifizierung des sich für das idyllische Leben auf den Lande so gut eignende Instrument akkustische Gitarre beginnt. Hatte ich in letzter Zeit öfters das Gefühl, daß sich bei Fred Frith ...
Was an diesem so hochgejubelten Duo so besonders sein soll, will mir nicht in den Schädel. Die Arrangements sind bieder und die zuweilen süßlichen Gesangslinien brachten meinen Mitbewohner schon dazu, mir eine Moralpredigt in Sachen akustischen Terror zu halten. Das Problem bei dieser Produktion liegt darin, daß die beiden vielbeschäftigten Remixer und Labelbetreiber Mark Rae und Steve Christian absolut nichts falsch machen. Alles kli...
Die österreichsiche Electro/Rock-Formation Wipe Out hat eine neue Mini-CD auf den Markt geworfen. Netterweise sind sie für ihr Publikum nächtelang in sämtlichen Discotheken schweißtreibend abgehangen um ein Stück Musik aufzunehmen, das sich nicht im mindesten um Vorschreibungen diverser Musikstil-Formate kümmert. Es besteht Hoffnung für die »Tops of the Pop«.