skug // performance
Beim Akkordeonfestival hat am 4.3. Michel Macias mit seinem Quartett groß aufgespielt.
Nach der schon traditionellen Eröffnungsgala im Jugendstiltheater auf der Baumgartnerhöhe – bei der auch heuer wieder Otto Lechner mitgewirkt hat – gab es im Rahmen des Akkordeonfestivals Lizzie Cook und Talsiman in der Szene Wien zu sehen.
Du bist nie allein.
Bei Jens Friebe-Gigs erst recht nicht. Dafür sind die Bilder von Vertrauen und
Selbstachtung, Leidenschaft und Augenzwinkern zu präsent. Und Bilder - das weiß
der junge Mann - können die wichtigsten Freunde sein.
Artonal-
und Noisecamp-Betreiber Parnreiter und Ofner sind seit kurzem »Interferenz«, am
17. und 18. Februar starteten sie ihr neues Ding mit dem gleichnamigen Festival
in der Linzer Stadtwerkstadt. Zwar gelang es nicht ganz, wie angekündigt das
gesamte Spektrum »extremer« Musiker abzudecken, aber wie sollte das auch mit
nur zehn Acts möglich sein. Immerhin gelang es, einige Leute mit neuen Dingen
zu konfrontieren und sie, den Reaktionen nach zu urteilen, auch dafür zu
begeistern - in einem Rahmen, der es verdient hat, erwähnt zu werden.
-
Artist:
Death Cab for Cutie
Gespaltene Gefühle,
irgendwo zwischen »Ich sehe gerade eine der wichtigsten Bands unsere Tage am
Zenit.« und »Worauf sind die denn?« dominierten den Gig weitestgehend. Bis zum
Ende. Dort verschmolzen sie dann zu einem der unfassbarsten Konzertmomente, die
Indie zur Zeit so bieten kann.
Im Schatten der weißen Birke.
Wer glaubt heute noch an den Irrsinn, dass Rock als
Tanzmusik funktioniert? Ich bis gestern auch nicht.
Zu zehnt wurde das neue BSS-Album in einer fast vollen
Szene Wien präsentiert. Voller Überraschungen, wahnsinniger Momente und
unbändigem Spaß an der Sache.
-
Artist:
Flotation Toy Warning
Die letztlich immer öfter im
Zusammenhang mit Arcade Fire und dem New Yorker Pathetiker Anthony zitierte
britische Psychedelic-Popband Flotation Toy Warning gab im ausverkauften
Porgy&Bess ihr gefeiertes Österreich-Debüt.
Nada Surf-Gigs sind wie Sterne-Gigs: Am Ende hast du
zwei Stunden nur Hits gehört, und dir fallen immer noch x Stücke ein, die
gefehlt haben. Weil es eben so Bands gibt, die zu viele Hits schreiben.
Auch Schneeballschlachten können langweilig werden.
Oliver Cromwells Sieg: Fast
schon eine Woche ist seit dem New Model Army-Konzert im Planet Music vergangen,
eine Woche, sieben Tage, fast schon eine ganze Welt. Irgendwie fiel es mir
schwer über den Auftritt der Gruppe zu schreiben. Was soll ich sagen, es war
einfach zu perfekt!
Stop and Go. Sympathie
und Verwunderung. Exzess und Romantik.
Dead Meadow und Black Mountain werfen alles über
den Haufen. Zum Beispiel das Jahr 1935, in dem Superhirn Einstein sogenannte c
und damit (zumindest theoretisch) die Möglichkeit der Zeitreise entdeckte. Oder
H.G. Wells erste Zeitmaschine, die daraus resultierenden Parallelzeiten und
Vergangenheitsbeeinflussungen.
Soul-DJ in Paris - ab 1968 Zusammenarbeit mit
dem Living Theatre - Manager von Don Cherry - makrobiotischer Koch von John
Lennon & Yoko Ono - Platten für Six Degrees Records. Stationen des aus
Constantine stammenden jüdischen Algeriers Cheb I Sabbah, der als DJ im OST das
Publikum mit globalen Fusion Dancefloor-Sounds locker zum Tanzen brachte.
Hohepriester des Grenzgenialen! Hans Kulisch brilliert
als Eklektizist. Und Polish Electronica rocks, mit einem Schuss Mutatentendisco!
Co & The
Complainer (Mik.Musik), zählen zu den besten Performern an ihren
Laptops/Elektronikinstrumenten weltweit ...
Ein Party-Weekend mit lauter hochkarätigen Sounds. Die
Laton-Acts The Closing, Quehenberger, Pomassl und Alois Huber + DJs Neidhart
und Chilo gratulieren skug und sich selber mit beeindruckenden Sets zum
15-jährigen Jubiläum. Und Minimal Techno-Highlights lassen das Wochenende erst
Sonntag nach drei Uhr morgens zu Ende gehen. Disziplin, was weiterzubringen,
lässt innehalten.
Wie schon bei seinem ersten Gastspiel in Wien vor
einem Jahr war das nicht sehr zahlreiche Publikum am Ende doch voll und ganz
dem Charme und diesem wunderbar düsteren Folk des Herrn Armfield völlig
verfallen. Die Isle of Wight zu Gast in Wien.
Vocals, Gitarre: Emma alias Scout Niblett. On drums: Todd Trainer. Ein großartiges
Konzert.
Urban Noir! Ein Belgrader
Quartett weist den Weg in eine bessere Zukunft.
Es geht doch nichts über ein klassisches Rockkonzert. Vor
allem, wenn es kein wirklich klassisches ist. Die Neunziger hallen nach,
allerdings mit einer gehörigen Brechung durch die dazwischen liegende
elektronische Ära. Einflüsse werden nicht mehr kopiert, wie es viel zu lange im
Alternative-Bereich üblich war, sondern sie sind verarbeitet.
Oder: Von den Vorteilen der
Absichtslosigkeit
Besh o
drom sind so etwas wie eine Adrenalinspritze mitten ins Herz.
Wie bringt man Arcade Fire, Von Spar, Hidden Cameras, Bloc Party und
Joanna Newsom unter einen Hut? Mit einer Violine, einer Stimme, einem Sampler
und einer Prise Schlagzeug.
Zum Abschluss war das Wetter am schlechtesten, klar.
Aber das Programm vermutlich am tollsten. Das Picknick am Wegesrand hinterließ am
letzten Abend mit Sicherheit ein Gefühl des Vermissens. Wie denn auch nicht,
wenn Gustav, United Movement, Miss Hawaii, Hans Platzgumer, 1Bomb1Target oder
Daniel Mölksmith aufspielen.
Offener Raum bzw. die Möglichkeit, Kunst im selbigen
darzustellen, ist das vorwiegende Thema des thatercombinats. Das Picknick am
Wegesrand soll die vielschichtige Auseinandersetzung damit auf der
musikalischen Front der österreichischen Musikszene erforschen und
weitertreiben. Der dritte Termin wurde u.a. mit Thilges3, Fritz Ostermayer,
Patrick Pulsinger, NSA oder dieb13 zu einem richtigen Highlight der Reihe.
Während die Adligen des 17. Jahrhunderts beim Picknick
im Freien noch den Vögeln lauschten, zieht es die heutigen Hobbyaristokraten in
die beschaulichen Urbanitäten irgendwo zwischen Hochhauskomplex und Baugrube.
Dass die Schwäche für Vogelgezwitscher der Liebe für elektronische
Klangerzeuger gewichen ist, wirkt angesichts dieses Umfelds mehr als schlüssig.
Mit dem »Picknick am Wegesrand« konnte man solcherlei Leidenschaften an vier
Donnerstagen im September ausgiebigst fröhnen und so ganz nebenbei das
»Who-is-who« der Wiener Elektronica- und Improv-Szene kennenlernen.
-
Artist:
Timid Tiger | Werle & Stankowski
Es kann nie genug Bands geben, die ein »Tiger« im Namen haben. Meistens kommt dabei etwas Gutes raus, nehmen wir nur einmal Tigerbeat oder die Tiger Tunes. Der Tiger steht nicht umsonst für Gefahr, wilde Ausgelassenheit und Instinktverlass. Doch was passiert, wenn der Tiger auf einmal schüchtern, also timid, wird?
Jenseits des
Polarkreises, im hohen Norwegen, zogen vier Jungs aus, um mit ihrer
melancholischen Gitarrenmusik Schwerfälligkeit in ihrer pursten Form
einzufangen. Still und nachdenklich war der Abend trotzdem nicht immer.
-
Artist:
John Wayne Shot Me | Saint Thomas
Holland und Norwegen
wurden quasi notgedrungen aufgrund der Schließung des Couchuc zu einem
wunderbaren Abend zusammengewürfelt. Indie Rock meets Indie Country, mit viel
Spaß und noch mehr Ausgelassenheit.